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Mitteldeutschland Weniger Jugendliche zieht es weg aus Sachsen
Region Mitteldeutschland Weniger Jugendliche zieht es weg aus Sachsen
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16:20 26.04.2017
Der Erhebung zufolge gaben knapp 80 Prozent der Jugendlichen an, sich in Sachsen wohlzufühlen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Kamenz

Immer weniger Jugendliche verlassen Sachsen. Rund 73 Prozent der in den Jahren 2011 bis 2015 fortgezogenen 16- bis unter 20-Jährigen hatten eine andere Gemeinde innerhalb des Freistaates zum Ziel. Das ist ein Ergebnis der am Mittwoch veröffentlichten zweiten Sächsischen Wanderungsanalyse des Statistisches Landesamtes im Auftrag der Staatskanzlei. Damit ziehen so wenig junge Sachsen weg wie seit 25 Jahren nicht, hieß es. Zum Vergleich: Noch Anfang der 1990er Jahre zog es 75 Prozent der jungen Fortgezogenen in ein anderes Bundesland oder ins Ausland. Gerade einmal 25 Prozent zogen damals innerhalb des Freistaates um.

Der Erhebung zufolge gaben knapp 80 Prozent der Jugendlichen an, sich in Sachsen wohlzufühlen. Dabei spielten vor allem Eltern, Freunde sowie die Bindung an die Heimatregion eine Rolle. Die meisten wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz - ein hohes Einkommen spielte dagegen eine untergeordnete Rolle.

Vor allem Großstädte profitieren

Gleichzeitig sind die jungen innerhalb der Landesgrenze so mobil wie nie. Davon profitieren laut Statistik vor allem die Großstädte Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie andere sächsische Hochschulstandorte.

Für die Wanderungsanalyse wurde zudem eine zweite Gruppe von Zuzüglern im Alter zwischen 20 und 65 befragt, die zwischen 2010 und 2015 in den Freistaat kamen. Mehr als die Hälfte zog es aus beruflichen Gründen nach Sachsen. Allerdings wollte nur jeder Dritte von ihnen dauerhaft hier bleiben. Grund: Die Unzufriedenheit mit der Höhe des Einkommens.

Während sich die meisten „Arbeitsmigranten“ aus anderen Bundesländern hier wohlfühlen, gaben 41 Prozent der aus dem Ausland Zugezogenen an, im Alltag, bei der Arbeitsplatzsuche oder am Arbeitsplatz schon einmal Benachteiligungen erfahren zu haben.

Wanderungssaldo entwickelt sich positiv

Insgesamt verbucht Sachsen in den Jahren von 2011 bis 2015 mehr Zuzügler als Wegzügler - und damit einen positiven Wanderungssaldo. „Der jahrelange Trend der Abwanderung hat sich umgekehrt“, so eine Sprecherin des Landesamtes. In diesem Zeitraum kamen 99 000 mehr Menschen nach Sachsen, als den Freistaat verlassen haben - darunter 82 000 Ausländer und 18 000 Deutsche.

Bedingt durch die hohe Zahl an Asylbewerbern handle es sich dabei um eine Sondersituation, die keinen nachhaltigen Einfluss auf die Wanderungsströme in Sachsen haben werde, hieß es. Auch wenn man nur die deutsche Bevölkerung betrachtet, hat sich laut Statistischem Landesamt der Wanderungssaldo Sachsens seit 2012 positiv entwickelt.

LVZ

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