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Mitteldeutschland Wieder Anti-Flüchtlings-Demo nach Gewalt in Cottbus
Region Mitteldeutschland Wieder Anti-Flüchtlings-Demo nach Gewalt in Cottbus
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21:08 25.02.2018
Polizisten sichern eine Demonstration des Vereins Zukunft Heimat e.V. am 24. Februar in Cottbus. Quelle: dpa
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Cottbus

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen in Cottbus hat es dort erneut eine rechtsgerichtete Demonstration gegen Zuwanderung gegeben. Nach Einschätzung von Beobachtern zog es am Samstag mehr als 2000 Menschen auf den zentralen Altmarkt. Die Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ als Veranstalter sprach von insgesamt rund 5000 Demonstranten. Die Polizei nennt generell keine Teilnehmerzahlen bei Demos in der Region. Unter die Demonstranten mischten sich nach Polizeiangaben auch einige Rechtsextreme. Das war schon bei früheren Demonstrationen des Vereins in Cottbus der Fall gewesen.

Zu den Rednern zählte der rechte Verleger Götz Kubitschek. Auch die AfD war präsent. Die Demonstration bestanden aus vielen Männern, Frauen, Rentnern und Paaren. Vereinzelt waren Kinder zu sehen. Die Demonstranten reisten teilweise aus Sachsen und Berlin an, wie es von der Polizei hieß. Gegendemos waren nicht angemeldet worden.

Immer wieder ertönten Rufe wie „Volksverräter“, „Widerstand“ und „Merkel muss weg“. Zu Zwischenfällen kam es während der Demo nach Polizeiangaben nicht. Im Januar waren bei einer Anti-Flüchtlings-Demo in der Stadt Journalisten angegriffen worden.

Zuletzt hatte es in Cottbus gehäuft Gewalt zwischen Deutschen und Flüchtlingen gegeben. Die Demos gegen Zuwanderung hatten seither zunächst deutlich an Zulauf gewonnen. Beobachter gingen aber davon aus, dass es am Samstag nicht mehr, sondern etwas weniger Teilnehmer waren als noch Anfang Februar mit damals geschätzt etwa 2500 Demonstranten. Das war die Kundgebung mit den bislang meisten Besuchern gewesen.

Es hatte auch Demos für Weltoffenheit und für ein Leben ohne Angst in der Stadt gegeben. Der Zulauf war aber geringer als bei den jüngsten Anti-Flüchtlings-Demos.

Es gibt die Befürchtung, dass in Brandenburgs zweitgrößter Stadt mit rund 100 000 Einwohnern eine ähnliche Bewegung entstehen könnte wie in Dresden mit der fremdenfeindlichen Pegida. Pegida-Chef Lutz Bachmann trat Anfang Februar auf einer Demo des Vereins „Zukunft Heimat“ in Cottbus als Redner auf. Dieses Mal war auf einem Plakat eines Demonstranten zu lesen: „Dresden grüßt Cottbus! Geballte Kraft durch Stimme! Wir rufen: Islam raus!“

Das brandenburgische Innenministerium gab vor einigen Tagen auf Anfrage die Einschätzung ab, dass das Zusammentreffen der rechtsextremistischen Mischszene in Cottbus mit einem hohen Mobilisierungspotenzial in der Region bis nach Sachsen und zuletzt durch syrische Flüchtlinge verübten Straftaten geeignet sei, eine asyl- und fremdenfeindliche Stimmung in der Stadt zu fördern.

Der Verein Opferperspektive in Brandenburg, der Opfer von rechter und rassistischer Gewalt betreut, bezeichnete den Bürgerverein „Zukunft Heimat“ aus dem Spreewald auf Anfrage als „Mobilisierungsplattform aus dem rechten Spektrum“. Die Kampagne habe zum Ziel, in Cottbus eine rassistische Stimmung gegen Flüchtlinge zu verfestigen. Der Verein Opferperspektive befürchtet, dass sich Rechtsextreme aus der Region durch direkte Kontakte bei solchen Demos noch stärker vernetzen könnten. Es bestehe so die Gefahr einer weiteren Radikalisierung.

Die 2015 gegründete Initiative „Zukunft Heimat“ sieht sich abgestempelt. Den Verein als rechtsextremistisch zu bezeichnen sei der Versuch, eine Diskussion mit der Bewegung schlicht zu vermeiden, hieß es am Samstag von einem Vereinsvertreter.

dpa

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