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Amazon zahlt in Leipzig kaum Steuern - Linke und Verdi sind entsetzt

Amazon zahlt in Leipzig kaum Steuern - Linke und Verdi sind entsetzt

Das Geschäft des Versandriesen Amazon brummt. Doch in Leipzig, wo mehr als 2000 Mitarbeiter die Pakete packen, zahlt das Unternehmen kaum Steuern. Denn die Gewinne verbucht der Konzern in Luxemburg - steuerfrei.

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Amazon ist derzeit der weltgrößte Onlinehändler.

Quelle: Amazon

Leipzig. Die Linke im Stadtrat fordert, dem einen Riegel vorzuschieben. Auch die Gewerkschaft Verdi zeigt sich entsetzt.

Beim Umsatz ist Deutschland für Amazon längst ein Schwergewicht: 8,7 Milliarden Euro setzte der Internet-Händler im vergangenen Jahr zwischen Oder und Rhein um. Nach den USA ist Deutschland damit der zweitwichtigste Markt für den Weltkonzern. Viele der Bestellungen werden in Leipzig verpackt, wo das Unternehmen sein zweitgrößtes deutsches Versandzentrum nach Bad Hersfeld betreibt.

Doch nur knapp 568.000 Euro landeten im vergangenen Jahr nach LVZ-Recherchen als Gewerbesteuer in der Leipziger Stadtkasse. Angesichts der mehr als 2000 Amazon-Mitarbeiter vor Ort ein bescheidener Beitrag. Das Porsche-Werk überwies mehr als zehnmal so viel: gut sechs Millionen Euro.

Umsätze und Gewinne verbucht Amazon nicht in Deutschland, sondern in Luxemburg, wo darauf keine Steuern fällig werden. Die dortige Amazon Europe Holding Technologies machte Medienberichten zufolge 118 Millionen Euro Gewinn. Nach Deutschland zurück flossen nur selbst festgelegte Entgelte für den Versand. Amazon Leipzig machte so nur knapp 3,4 Millionen Euro Gewinn. Darauf wurden 1,1 Millionen Euro Steuern fällig - rund die Hälfte als Gewerbesteuer an die Stadt. Das geht aus dem der LVZ vorliegenden Geschäftsbericht der Leipziger Amazon-Tochter hervor.

"Amazon nutzt jedes Schlupfloch"

"Das ist ein Skandal", sagte Jörg Lauenroth-Mago von der Gewerkschaft Verdi, die derzeit für Tariflöhne bei dem Unternehmen kämpft. "Amazon nimmt alle Fördermittel mit - und nutzt bei der Steuer dann jedes Schlupfloch." Schließlich war das Unternehmen 2006 mit gut 13 Millionen Euro Fördermitteln nach Sachsen gelockt worden. Steffen Wehmann, Finanzpolitiker der Linken im Leipziger Stadtrat, sieht die Bundesregierung in der Pflicht. "Sie muss in Brüssel Dampf machen, damit wir in Europa endlich zu einer einheitlichen Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik kommen." Der "Wettbewerb um die niedrigsten Steuern" müsse ein Ende haben. Denn er sei "eine Steuerungerechtigkeit gegenüber kleinen und mittelständischen Unternehmen, die nicht einfach mal fünf, sechs Unternehmen irgendwo gründen können."

Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) wollte sich mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht zu den Zahlen äußern. Der Wert eines Unternehmens für eine Region bemesse sich jedoch nicht allein nach der Höhe seiner Steuerleistung. Albrecht: "Amazon ist einer der größten Arbeitgeber in der Stadt, der momentan auch dabei ist, am Standort zu investieren und sein Engagement hier weiter ausbauen möchte."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2013

Klaus Staeubert und Frank Johannsen

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