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Antonovs fliegen weiter ab Leipzig/Halle – Nato verlängert Vertrag trotz Ukraine-Krise

Antonovs fliegen weiter ab Leipzig/Halle – Nato verlängert Vertrag trotz Ukraine-Krise

Das Unternehmen Ruslan Salis wird auch künftig vom Flughafen Leipzig/Halle militärische Transportflüge mit Antonov-Maschinen im Auftrage der Nato durchführen.

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Eine Antonow-Maschine wird in Leipzig-Halle beladen. (Archivbild)

Quelle: Mitteldeutsche Flughafen AG

Leipzig. Der Vertrag wurde bis Ende 2016 verlängert. Das geht aus der Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine diesbezügliche Anfrage der Leipziger Grünen-Abgeordneten Monika Lazar hervor.

Danach wurde die Kooperation bereits am 19. Dezember vergangenen Jahres zwischen der Nato Support Agency und der Ruslan Salis GmbH verlängert. Eine darüber hinausgehende Kooperation hänge vom Bedarf und der Bereitschaft der beteiligten Partnernationen ab, teilte das Ministerium außerdem mit. Lazar kritisierte gestern diese Vertragsverlängerung vor dem Hintergrund der Russland-Ukraine-Krise: "Wenn es um diese Dienstleistungen auf dem Flughafen Leipzig-Halle geht, sind Sanktionen also unerwünscht und politischer Druck gegen Putin scheinbar nicht mehr wichtig."

Bei Salis selbst - einem russisch-ukrainischen Konsortium - scheinten diese Verwerfungen keine Rolle zu spielen, so lange der Rubel rolle. "Leidtragende sind die Anwohnerinnen und Anwohner, die Nacht für Nacht durch den Fluglärm um den Schlaf gebracht werden", schloss die Grüne. Auch der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der 2006 die Kooperation, für die jährlich mehr als 20 Millionen Euro Steuergelder fließen, eingefädelt hatte, rückte mittlerweile von dem Projekt ab.

Ruslan Salis mit Sitz in Leipzig vermietet Transportflugzeuge vom Typ AN 124-100 an 18 Nato- und EU-Staaten. Die Antonovs, die in Schkeuditz stationiert sind, gehören zu den größten Transportflugzeugen der Welt. Nach Angaben des Unternehmens können sie bis zu 150 Tonnen Kriegsgerät - Panzer, Haubitzen und anderes - transportieren. Rund 100 Mal pro Jahr steigen sie auf. Adressaten waren in der Vergangenheit beispielsweise Afghanistan, Mali und Kongo. Auch die Flüge von Militärgütern zu den Kurden im Nordirak wurden von Ruslan Salis abgewickelt.

Bis zur - schon mehrfach verschobenen - Auslieferung des Airbus A400M ist die Bundeswehr für den Transport von Hubschraubern oder auch schweren Panzern auf die Antonovs angewiesen. Der Airbus soll dann in Wunstorf im Raum Hannover stationiert werden. Allerdings kann er nur rund ein Fünftel der Lademasse einer Antonov aufnehmen. Die Ruslan Salis GmbH wurde 2006 in Leipzig durch die russische Unternehmensgruppe Volga-Dnepr Airlines (Russland) und durch Antonov Design Bureau (Ukraine) gegründet.

Roland Herold

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