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Automatisierte Beschwerdeflut: Flughafen Leipzig/Halle sieht geringere Anzahl der Kritiker

Automatisierte Beschwerdeflut: Flughafen Leipzig/Halle sieht geringere Anzahl der Kritiker

Fluglärmgegner aus Leipzig und der Region wollen den Druck auf die sächsische Landesregierung erhöhen, wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmbelastung am Flughafen Leipzig/Halle zu ergreifen.

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Um die Anzahl der tatsächlich vom Fluglärm in der Region Leipzig/Halle massiv Betroffenen schwelt seit Jahren ein Streit. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Das „Netzwerk der Bürgerinitiativen gegen Flug- und Bodenlärm", ein Bündnis mehrerer Gruppen von Betroffenen, fordert die Bevölkerung daher auf, Fluglärmbeschwerden künftig direkt an die Mitglieder der Fluglärmkommission des Airports zu richten. Ihren Angaben zufolge gingen im Vorjahr mehr als 125.000 Beschwerden beim Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) ein, der Airport bestreitet die Werte nicht grundsätzlich, hält die Anzahl der Beschwerdeführer aber für „sehr überschaubar".

Das Netzwerk sagt:

Obwohl es in den vergangenen Jahren unzählige Beschwerden direkt an den Flughafen oder den Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) gegeben habe, seien die Anstrengungen für aktiven Lärmschutz völlig unzureichend. Die Vertreter in der Fluglärmkommission hätten offenbar „die gesundheitliche Gefährdung der Bürger noch nicht in erforderlichem Maße erfasst", erklärte das Netzwerk. Dabei sei der Airport die „lauteste nächtliche siedlungsnahe Lärmquelle Deutschlands". Tatsächlich gingen beim DFLD, einem gemeinnützigen Verein, 2012 rund 126.000 Beschwerden zum Leipziger Airport ein. Im – durchaus gewagten – Vergleich, so das Netzwerk, habe es im Zusammenhang mit den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld es im gleichen Zeitraum lediglich etwa 5000 Beschwerden gegeben.

Der Flughafen sagt:

„Die Anzahl der eingegangenen Beschwerden könnte ungefähr hinkommen, mir liegt der Wert von knapp 57.000 im Zeitraum April bis Oktober vor", so Airport-Sprecher Uwe Schuhart. Allerdings: Diese seien auf elektronischem Weg nachweislich von lediglich 82 Personen auf den Weg gebracht worden. „Diese haben zumeist ein System mit Mikrofon installiert, das ab einem gewissen Geräuschpegel – egal ob Flug- oder Straßen- oder Umgebungslärm – automatisch eine Beschwerde-E-Mail generiert", erläutert der Flughafen-Mitarbeiter. Nur so käme die große Anzahl zusammen. Beispiele wie Hundegebell oder eine Silvesternacht vor wenigen Jahren, als sich im Nachgang eindeutig herausstellte, dass Dutzende Beschwerden auf Böllern basierten, weil nachweislich in dieser Zeit der Airport praktisch verwaist war, will er nicht kommentieren. „Fakt ist, dass wir in besagtem Vorjahreszeitraum 32 schriftliche Beschwerden von 23 Personen auf dem Tisch haben", so Schuhart. Darunter je eine aus Bernburg und Magdeburg.

Um die Anzahl der tatsächlich vom Fluglärm massiv Betroffenen schwelt seit Jahren ein Streit. Während die Gegner ihre Werte – ohne nachvollziehbare Quellenangabe – zuletzt auf bis zu 150.000 schraubten, sieht dies der Airport naturgemäß diametral anders. Fakt ist (weil beide Seiten die Anzahl verwenden): Zur bedeutendsten Demo gegen Fluglärm in Leipzig/Halle kamen 2011 rund 450 Menschen auf den Schkeuditzer Markt. In Berlin – etwa siebenmal so groß wie Leipzig – waren es zuletzt bei der größten Protestveranstaltung 25.000, das über 40-fache.

Die Fluglärmgegner kritisieren seit Jahren vor allem den Nachtflugverkehr am Airport. Erst im November hatte der Chef der Mitteldeutschen Flughafen AG, Markus Kopp, hierzu gesagt, dass die Wirtschaft auf nachts geöffnete Luftfrachtstandorte dringend angewiesen sei. Ohne diese Betriebszeiten wanderten Express-Luftfrachtunternehmen mit ihren Arbeitsplätzen an andere Standorte ab. Die Mitteldeutsche Flughafen AG betreibt die Airports in Leipzig und Dresden. Die Landesregierung ist Hauptgesellschafter.

Alexander Laboda/mape

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