Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Job-Motor erlahmt: Amazon plant in Leipzig trotz Umsatzsprung keine neuen Stellen

Job-Motor erlahmt: Amazon plant in Leipzig trotz Umsatzsprung keine neuen Stellen

Im Leipziger Amazon-Versandzentrum gehen die Zeiten der großen Neueinstellungen vorbei. Trotz eines kräftigen Umsatzschubs sehe man in diesem und im nächsten Jahr keine Notwendigkeit, die Belegschaft in großem Umfang auszuweiten, hieß es in dem nun veröffentlichten Jahresabschluss der Leipziger Amazon Distribution GmbH.

Voriger Artikel
Amazon zahlt in Leipzig kaum Steuern - Linke und Verdi sind entsetzt
Nächster Artikel
Bahn und Sachsen besiegeln Plan für die Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz

Amazon-Versandzentrum Leipzig

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Man wolle die Mitarbeiterzahl auf dem Niveau von 2012 halten.

Amazon lässt sich nur ungern tief in die Bücher schauen. Als börsennotiertes Unternehmen legt das Unternehmen in den USA zwar regelmäßig Bilanzen vor. Angaben zu einzelnen Standorten gibt es darin aber traditionell nicht. Nur einmal im Jahr wird eine Ausnahme gemacht: Dann erscheint im Bundesanzeiger der Jahresabschluss für jede der Töchter in Deutschland, darunter auch der für die Amazon Distribution GmbH, die ausschließlich das Leipziger Versandzentrum betreibt. Darin spiegelt sich dieses Mal ein kräftiges Wachstum wider.

Mitarbeiter:

In den vergangenen Jahren war die Mitarbeiterzahl in dem 2006 eröffneten Versandzentrum deutlich gewachsen: 3829 Mitarbeiter werden in dem Jahresabschluss per 31. Dezember 2012 gezählt, gut 900 mehr als ein Jahr zuvor. Kurz nach der Eröffnung Ende 2006 waren es nur 816 gewesen. Allerdings, so fügt das Unternehmen in dem Bericht hinzu: In der Zahl zum Jahresende seien viele Saisonkräfte fürs Weihnachtsgeschäft enthalten gewesen. "Die zum Weihnachtsgeschäft befristet eingestellten Mitarbeiter haben das Unternehmen im Januar 2013 zu einem großen Teil wieder verlassen, sodass sich die Mitarbeiterzahl Anfang des Jahres 2013 wieder reduziert hat", heißt es in dem vom Chef des Leipziger Logistikzentrums, Armin Cossmann, unterzeichneten Bericht. Nach Informationen dieser Zeitung sind derzeit 2100 Mitarbeiter in dem Logistikzentrum beschäftigt. Das sind rund 300 mehr als vor einem Jahr. Weiter wachsen soll die Belegschaft aber offenbar nicht. "Das Unternehmen plant, die Mitarbeiterzahlen auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2012 zu halten. Weitere Einstellungen in erhöhtem Maße werden aufgrund der starken Optimierung und Automatisierung der Arbeitsabläufe nicht für notwendig erachtet."

Lohnkosten:

Das Plus beim Personal spiegelt sich auch bei den Lohnkosten wider: 58,4 Millionen Euro hat Amazon Leipzig dafür im vergangenen Jahr ausgegeben, 17,3 Millionen Euro oder 42 Prozent mehr als 2011.

Umsatz:

Auch der Umsatz am Standort legte kräftig zu: von 66,7 auf 94,1 Millionen Euro, plus 41 Prozent. Die Aussagekraft hält sich aber in Grenzen. Denn Einnahmen generiert Amazon Leipzig nicht etwa über die Bestellungen der Kunden: Die Bestellungen werden bei der Mutter Amazon EU S.a.r.l. in Luxemburg verbucht, Leipzig erhält von dort dann ein Entgelt für das Packen der Pakete. "Die Gesellschaft erbringt Logistikdienstleistungen für ihre Muttergesellschaft", steht in dem Bericht. Zur Höhe der Vergütung heißt es nur, sie werde nach der "Kostenaufschlagmethode" festgelegt. Kritiker sehen das als Einfallstor, um Gewinn nach Luxemburg zu verschieben, wo darauf keine Steuern fällig werden. Das Unternehmen selbst wollte sich dazu gestern nicht äußern. Eine Sprecherin sagte nur: "Amazon zahlt alle anwendbaren Steuern in jedem der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist."

Gewinn:

Der Vorsteuergewinn legte deutlich weniger zu als der Umsatz: 2012 lag er in Leipzig bei 3,37 Millionen Euro, 16 Prozent mehr als 2011. Darauf zahlte Amazon in Leipzig nach eigenen Angaben knapp 1,13 Millionen Euro Steuern, knapp 300.000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Nach LVZ-Berechnungen entfällt dabei etwas mehr als die Hälfte auf die Gewerbesteuer, die in die Stadtkasse fließt: knapp 568.000 Euro. Der Gewinn dürfte in Zukunft weiter steigen, schreibt Amazon-Leipzig-Chef Cossmann: "Das Umsatzwachstum bei der Amazon EU S.a.r.l. in den nächsten Jahren kann durch damit einhergehende steigende Aufwendungen bei der Amazon Distribution GmbH zu einer weiteren Gewinnverbesserung führen." Denn die höheren Kosten werde man an die Mutter weiterreichen. "Es wird daher mit einem stabilen, kontinuierlich wachsenden Gewinn gerechnet."

Investitionen:

4,33 Millionen Euro hat Amazon 2012 in Leipzig investiert. Seit dem Start des Standorts 2006 wurden damit 42,64 Millionen Euro aufgewendet. In diesem Jahr seien weitere Investitionen geplant, zu deren Höhe es aber keine Angaben gab. 13,347 Millionen Euro erhielt das Unternehmen nach eigenen Aussagen bisher als Fördermittel von der Sächsischen Aufbaubank. Sie wurden 2006 bewilligt und dann im März 2007 ausgezahlt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2013

Frank Johannsen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr