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Leipziger Siemens-Werk ist gerettet – Management und Betriebsrat einigen sich

Leipziger Siemens-Werk ist gerettet – Management und Betriebsrat einigen sich

Aufatmen im Siemens-Werk im Leipziger Ortsteil Böhlitz-Ehrenberg: Der Standort, der vor der Schließung stand, ist gerettet. Darauf einigten sich am Freitag nach einer mehrstündigen Sitzung Unternehmensleitung und Betriebsrat.

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Schließung abgewendet: Das Siemens-Schaltanlagenwerk im Leipziger Stadtteil Böhlitz-Ehrenberg soll erhalten bleiben.

Quelle: Winfried Mahr

Leipzig. Michael Hellriegel vermittelt in der Regel einen ruhigen und überlegten Eindruck. Am Freitag aber wurde der Siemens-Betriebsratsvorsitzende fast euphorisch. "Es ist ein guter Tag für unsere Mitarbeiter und es ist ein guter Tag für Leipzig." Und in der Tat: Der monatelange Widerstand gegen die vom Konzern geplante Verlagerung von 325 der 416 Arbeitsplätze im Schaltanlagenbau von Leipzig nach Portugal war zum guten Teil erfolgreich. Das Werk wird laut Hellriegel nun restrukturiert, das Aus, das mittelfristig nach der Jobverlagerung auch für die restlichen Mitarbeiter so sicher gekommen wäre wie das Amen in der Kirche, ist vom Tisch.

Beide Seiten einigten sich im Wesentlichen auf das Fortführungskonzept, das von Betriebsrat und IG Metall erarbeitet worden war. Es sieht unter anderem vor, im Werk neue Produkte für den Bereich der erneuerbaren Energien zu fertigen. Zudem sollen die Produktionsprozesse optimiert werden. Allerdings mussten die Arbeitnehmer auch Zugeständnisse machen. Dazu zählt unter anderem, dass Sondergratifikationen ans erwirtschaftete Ergebnis gekoppelt werden.

Auch ohne Stellenstreichungen dürfte die Umstrukturierung nicht abgehen. Jedoch steht noch nicht fest, wie viele Jobs tatsächlich abgebaut werden. Diese Details sollen Mitte August feststehen. Es wird davon ausgegangen, dass Siemens sein vor einiger Zeit gegebenes Versprechen einhält. Das Unternehmen hatte zugesagt, dass auch bei einer Verlagerung nach Portugal niemand entlassen werde. Denkbar sind jetzt auch Vorruhestandsregelungen.

Hellriegel sagte: "Es ist ein klares Fortführungskonzept. Wir wollen den Standort schließlich nachhaltig sichern." Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass das Forschungs- und Entwicklungszentrum ebenfalls erhalten bleibe. Ohne die Zugeständnisse wäre das nicht möglich gewesen.

Mit den Zulieferern und der benachbarten Behindertenwerkstatt der Arbeiterwohlfahrt, die vom Werk Aufträge bekommt, würden so in Leipzig insgesamt rund 900 Stellen gesichert. Der Betriebsratschef geht jedenfalls davon aus, dass der Standort im Geschäftsjahr 2014/15 wieder in die Gewinnzone zurückkehrt. Das soll mit den beschlossenen Maßnahmen geschafft werden. Siemens hatte die angedachte Jobverlagerung damit begründet, dass das Werk rote Zahlen schreibe, also nicht profitabel sei.

Nachdem die Pläne bekannt geworden waren, hatte es in der Stadt heftigen Widerstand gegeben. Die Belegschaft, unterstützt von der IG Metall, demonstrierte mehrfach für den Job-Erhalt. Leipzigs IG-Metall-Chef Bernd Kruppa hatte damals erklärt, er lasse Siemens diese "Kahlschlagpolitik" nicht durchgehen. Mensch gehe vor Marge. Auch Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) schaltete sich ein. Er zeigte sich gestern mit dem Ergebnis zufrieden und lobte den "vorbildlichen und konstruktiven Kampf" der Mitarbeiter.

Ulrich Milde

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