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Leipziger Siemens-Werker kämpfen um ihre Jobs

Leipziger Siemens-Werker kämpfen um ihre Jobs

Die 325 um ihren Job bangenden Mitarbeiter des Siemens-Werks in Böhlitz-Ehrenberg geben nicht kampflos auf. "Wir werden mit Unterstützung einer Unternehmensberatung ein Konzept erstellen", kündigte Betriebsratsvorsitzender Michael Hellriegel an.

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Siemens-Betriebsrat Sven Fleißner (links) und Michael Hellriegel, Chef der Arbeitnehmervertretung des Leipziger Siemens-Werks.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Ziel sei, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Hellriegel sagte bei einem Besuch in der LVZ-Redaktion, die Stimmung bei den Beschäftigten sei gegenwärtig "im Keller". Kein Wunder, schließlich hatte der Siemens-Konzern auf einer Informationsveranstaltung im Werk angekündigt, den Bau von Schaltanlagen ins kostengünstigere Portugal zu verlagern. Bis zum nächsten Frühjahr soll das geschehen. Mit der Folge, dass ein Großteil der noch knapp 420 Mitarbeiter ihre jetzige Tätigkeit verliert. Gerüchten zufolge will Siemens ihnen einen andere Arbeitsplatz anbieten, allerdings an anderen Standorten.

Dabei spekulieren die Münchner, so heißt es, offenkundig darauf, dass viele der vor einer Entlassung Stehenden aus privaten Gründen nicht umziehen werden. Schließlich plant Siemens laut Berichten aus informierten Kreisen bei drei Standorten in den Bereichen Energie und Infrastruktur zusammen 1400 Stellenstreichungen. Damit solle die Rentabilität des Konzerns verbessert werden. Neben Leipzig sollen auch Fabriken in Erlangen und Offenbach von den Veränderungen betroffen sein. Entlassungen einschließlich Abfindungen seien für Siemens langfristig billiger als die Versetzung an einen anderen Standort. Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hatte im vergangenen Oktober einen zweijährigen Plan zur Effizienzsteigerung vorgelegt. Bereichen, die die Gewinnerwartungen nicht erfüllen, drohen heftige Einschnitte. Löscher will die Kosten um etwa sechs Milliarden Euro reduzieren. Das Werk in Böhlitz-Ehrenberg schreibt nach Angaben einer Sprecherin seit Jahren rote Zahlen. Die Sprecherin hatte dementiert, dass die Verlagerung der Fertigung schon beschlossen sei. Gemeinsam mit den Arbeitnehmern würden alle Alternativen geprüft.

Angaben, die Hellriegel bezweifelt. Trotz wiederholter Aufforderung seien dem Betriebsrat keine exakten Zahlen vorgelegt worden. Aufgabe des hiesigen Siemens-Werks sei, dazu beizutragen, dass Geräte des Konzerns in den Markt gelangten. "Unsere Gewinne tauchen somit in den Büchern der Gerätehersteller auf." Hellriegel erinnerte daran, dass von Leipzig aus etwa im vorigen Jahr ein Großauftrag für den Airport in Dubai abgewickelt worden sie. "So schlecht können wir also nicht sein", sagte der Arbeitnehmervertreter. Die Mitarbeiter hätten vielmehr das Gefühl, "dass der Standort ausgeblutet wird", kritisierte Hellriegel. Er spielte darauf an, dass profitable Niederspannungsfertigungen in den vergangenen Jahren verlagert worden seien. Standorte könnten auch negativ gerechnet werden. Permanente Umstrukturierungen, ergänzte Betriebsrat Sven Fleißner, hätten in den vergangenen Jahren "zu von uns nicht verschuldeten Kostensteigerungen geführt".

Hellriegel zeigte sich davon überzeugt, dass es mit Hilfe des zu erstellenden Alternativkonzeptes möglich sei, die Produktion in Leipzig zu halten. "Wir werden das nachweisen." Mit der Straffung interner Abläufe etwa werde es gelingen, die Kosten zu senken. "Zudem müssen wir uns breiter aufstellen."

Der Betriebsrat werde "widerlegen, dass es zur Verlagerung keine Alternative gibt", kündigte Fleißner an. "Ich gebe uns noch lange nicht verloren", bekräftigte Hellriegel. "Wir kämpfen um jeden einzelnen Arbeitsplatz."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.04.2013

Ulrich Milde

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