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Lokführer-Streik: "Alle Räder stehen still" - Berufspendler am Mittwoch betroffen

Lokführer-Streik: "Alle Räder stehen still" - Berufspendler am Mittwoch betroffen

Die Lokführer haben am Dienstagabend auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit ihrem angekündigten Streik begonnen. „Seit 21 Uhr stehen im Großraum Mitteldeutschland alle Räder still“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft GDL in Mitteldeutschland, Manfred Ohme.

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Leerer Bahnsteig im Leipziger Hauptbahnhof: Die Lokführer haben neue Streiks angekündigt.

Quelle: André Kempner

Frankfurt/Berlin/Leipzig. Die GDL-Mitglieder - zumeist Lokführer aber auch anderes Bahnpersonal - seien dem Streikaufruf zu 100 Prozent gefolgt. Die GDL bestreikt bundesweit den Regional-, den Fern- und den Güterverkehr. Auch die S-Bahn Mitteldeutschland ist betroffen.

Der Streik sollte bis Mittwochmorgen, 6 Uhr, dauern. Auch nach seinem Ende „werden wir erhebliche Störungen und Einschränkungen im Berufsverkehr haben“, sagte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg am Dienstag. Die Beeinträchtigungen dürften „bis in die Mittagszeit reichen“.

Bahn will Ersatzbusse einsetzen

Die Bahn bemühe sich um Ersatzbusse, sagte ein Bahnsprecher. „Das wird wahrscheinlich aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.“ Reisende sollten sich im Internet oder telefonisch über Ausfälle informieren. Neben Regional- und Fernverkehr wird auch die Mitteldeutsche S-Bahn von den Ausständen betroffen sein.

Überblick der Bahn über möglichen Ersatzverkehr während des Streiks

Die Bahn richtete eine kostenfreie Sonderhotline für Reisende ein. Sie ist unter der Nummer

(0800) 099 66 33

zu erreichen. In den Zügen und auf den Bahnhöfen sollen außerdem zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt werden. Bei streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten könnten Fahrgäste ihr Ticket und ihre Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen, teilte das Verkehrsunternehmen weiter mit. "Alternativ können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen."

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber forderte die Gewerkschaft auf, in dem Tarifkonflikt an den Verhandlungstisch zurückzukehren: „Die GDL ist am Zug.“ Das Unternehmen wisse gar nicht, was die GDL von ihm erwarte. „Lass uns doch darüber reden und nicht die Öffentlichkeit verrückt machen“, meinte Weber. „Streiks sind aus unserer Sicht überflüssig, verantwortungslos und ohne jedes Gespür für die derzeitige Situation.“

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky beklagte im Gegenzug, dass die Bahn nicht auf die Forderungen seiner Organisation eingehe: „Man kann an dem Angebot klar die Zielrichtung der DB erkennen. Wir haben seit Monaten inhaltlich null Verhandlungen gehabt. Wir werden hingehalten und das Ziel ist eigentlich, Tarifeinheit herzustellen“, sagte der Gewerkschaftschef.

Streik bei der Bahn: Diese Rechte haben Fahrgäste

Die Lokführer fordern unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Verhandlungen darüber scheiterten aus einem anderen Grund: Die GDL will auch für das übrige Personal im Zug verhandeln, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab. Die GDL konkurriert dabei mit der größeren der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). In der vergangenen Woche hatten 91 Prozent der GDL-Mitglieder in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf votiert.

Bahn: Viele Fahrgäste werden Ziel am Abend nicht erreichen

Für die Nacht zum Mittwoch war ein flächendeckender Streik geplant, regionale Schwerpunkte nannte die GDL nicht. „Wir wissen nicht, welche Züge bestreikt werden“, sagte Bahnmanager Ulrich Homburg zuvor. „Wir müssen davon ausgehen, dass wichtige Bahnhöfe bald mit bestreikten Zügen zugestellt sind.“ Die GDL hatte bereits Anfang September mit zwei dreistündigen Warnstreiks weite Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt. Zum Zeitraum des Ausstands bemerkte Homburg: „Wir finden es perfide, mit der Streikzeit zu suggerieren, dass man damit verantwortungsvoll umgehen möchte.“ Tatsächlich seien zu Streikbeginn um 21 Uhr noch mehr als 200 Fernverkehrszüge sowie mehrere tausend Nahverkehrszüge unterwegs. „Viele werden ihren Zielort nicht erreichen oder nur mit großer Verspätung.“

Auch bei der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) neue Streiks angekündigt, allerdings ausschließlich für Frachtflüge. Von Mittwochmorgen 3 Uhr bis Donnerstag 22.30 Uhr sollen keine Flüge von Lufthansa Cargo von deutschen Flughäfen starten. Die Lufthansa will die Aktion ins Leere laufen lassen. „Wir planen, alle Flüge trotz des Streikaufrufs durchzuführen“, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft in Frankfurt.

In dem Tarifstreit geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die Lufthansa will unter anderem erreichen, dass die Piloten frühestens mit 60 (bislang 55) Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Bislang wurden im härtesten Ausstand der Lufthansa-Geschichte mehr als 4300 Flüge gestrichen, eine knappe halbe Million Fluggäste waren betroffen.

dpa / maf

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