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Mehr Schadstoffe als Autos: Leipziger Forscher arbeiten an neuer Technik für Kaminöfen

Mehr Schadstoffe als Autos: Leipziger Forscher arbeiten an neuer Technik für Kaminöfen

Kaminöfen liegen in Deutschland voll im Trend. Wohl kaum eine neues Einfamilienhaus, das ohne einen solchen holzbefeuerten, sogenannten Wohlfühl-Spender auskommt.

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Versuchstechniker Konrad Eisinger befeuert einen so genannten Twinfire-Kamin auf einem Kaminprüfstand im Biomasseforschungszentrum in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Wohlige Wärme geben diese „Kleinfeuerungsanlagen“ ab. „Und die Menschen empfinden es als schön, ein prasselndes Feuer anzusehen“, sagte der technische Verantwortliche im Bereich Verbrennungstechnik, Michael Junold, am Deutschen Biomasseforschungszentrum DBFZ in Leipzig. 

Doch das Vergnügen hat seinen Preis. Laut Umweltbundesamt (UBA) übersteigen die Feinstaubemissionen aus kleinen Holzfeuerungsanlagen in Deutschland mittlerweile den Schadstoffausstoß durch den Autoverkehr. Ursache ist laut UBA einerseits ein verringerter Dieselrußausstoß und andererseits der Trend zum Heizen mit Holz.     

Forscher am DBFZ arbeiten deshalb an neuen technologischen Lösungen unter anderem für Kaminöfen. „Das kann beispielsweise der Einbau von Katalysatoren im Feuerraum sein“, sagte Junold. „Das ist das gleiche Prinzip wie beim Rußpartikelfilter“, erläuterte er. Mit einem weiterentwickelten Ofen will das Institut zusammen mit einem industriellen Partner im November in den USA bei einem Wettbewerb im Brookhaven National Laboratory (Upton/New York) antreten. 

Das Biomasseforschungszentrum ist eine Einrichtung des Bundeslandwirtschaftsministeriums und arbeitet seit 2008 in Leipzig. Schwerpunkt der Forschung sei die Entwicklung von dezentralen Biomasseanlagen zur Energieproduktion, sagte der Geschäftsführer des Instituts, Professor Michael Nelles.  Derzeit gebe es in Deutschland 15 Millionen Kleinfeuerungsanlagen, bei denen es vor allem um Lösungen für die Senkung von Feinstaubemissionen und die Verbesserung des Wirkungsgrades gehe. Hinzu kämen 8000 Biogasanlagen. 

Das Institut gewinnt etwa die Hälfte seines Etats aus Drittmitteln, also aus der Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie. Das sind rund sechs Millionen Euro Drittmittel pro Jahr. Biomasse gehört zu den erneuerbaren Energien. Das sind feste oder flüssige organische Stoffe, die zur Produktion von Energie benutzt werden, wie etwa Holz, Raps und Mais.

Nach Meinung von Nelles hat Biomasse das Potenzial, künftig bis zu 15 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland zu decken.  Perspektiven sehe er allerdings vorrangig in der Energieproduktion aus organischem Abfall und Resten. „Das ist der beste Weg“, sagte Nelles auch mit Blick auf die Diskussion um die Verarbeitung von Pflanzen, die auch der Nahrungsgewinnung dienen. Das könnten etwa Reste aus der Holzwirtschaft sein oder Stroh und Klärschlämme.

dpa

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