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Neue Verkehrsstudie: ÖPNV und Carsharing im Trend - Ältere fahren Auto

Neue Verkehrsstudie: ÖPNV und Carsharing im Trend - Ältere fahren Auto

Junge Leute setzen auf den öffentlichen Nahverkehr sowie das teilen von Autos und Fahrrädern. Die Senioren sind dagegen mehr mit dem eigenen Auto unterwegs. Das sind die Ergebnisse der großen Haushaltsbefragung zur „Mobilität in Städten" aus dem Jahr 2013, die am Montag und Dienstag bei der Tagung „Stadtverkehr auf neuen Wegen?" der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List" der TU Dresden vorgestellt werden.

Dresden. „Man kann auf die Jugend hoffen", erklärte dazu Professor Gerd-Axel Ahrens, der die Untersuchungsergebnisse präsentierte. Derzeit würden die Älteren die nachhaltigen Effekte der Jüngeren „überkompensieren".

Autos dominieren Verkehr

2013 waren für 46 kommunale Auftraggeber in mehr als 100 Städten über 130.000 Personen zu ihrem Verkehrsverhalten an einem bestimmten Stichtag befragt worden. Bei der Wahl des Verkehrsmittels wuchsen von 2008 bis 2013 in den großen Vergleichsstädten der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und der Fahrradverkehr um jeweils acht Prozent. Demgegenüber hat der motorisierte Individualverkehr (MIV) um fünf Prozent abgenommen. Fußwege haben ihren Anteil fast gehalten.

Nach wie vor macht der Autoverkehr aber den größten Einzelanteil am Gesamtverkehr aus. In den früheren Bezirksstädten der DDR, zu denen auch Leipzig gehört, stagniert der Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Wege bei 41 Prozent, von 1972 bis 2003 war er noch von 17 auf 44 Prozent gestiegen – vor allem in den Nachwendejahren. Auf den öffentlichen Nahverkehr entfallen 17 Prozent, auf das Fahrrad 12 und der Rest auf Fuß-Wege.

Längere Strecken mit dem Fahrrad

Bezogen auf die Verkehrsleistung, damit sind die Weglängen an einem Tag gemeint, hat der Radverkehr mit einem Plus von elf Prozent am stärksten zugelegt. Fahrradfahrer legen also immer längere Strecken zurück. Der Individualverkehr ist um zwei Prozent kürzer geworden, bei ÖPNV und Wegen zu Fuß waren die Strecken elf Prozent kürzer.

Dahinter steckt vor allem ein anderes Verhalten der Jüngeren als noch vor fünf Jahren. So nahm in den untersuchten Städten der Anteil der jungen Menschen (18 bis 35 Jahre), die nicht über ein Auto verfügen, um rund 12 Prozent zu. Die Zahl der Auto- und Führerscheinbesitzer stieg nur um 2,3 Prozent. Demgegenüber stieg bei den über 60-Jährigen der Anteil der Autobesitzer um fast zwölf Prozent und der Anteil derjenigen, die nicht über ein Fahrzeug verfügen, ging um fast 20 Prozent zurück.

Frauen nutzen stärker das Auto

Vor zehn Jahren war die Situation noch ganz anders. Damals verfügten deutschlandweit 56 Prozent der über 60-Jährigen über Führerschein und Pkw im Haushalt. Bei den 18 bis 35-Jährigen waren es 82,7 Prozent, kontinuierlich bewegten sich die Anteile aufeinander zu und 2010 etwa kippte es. Inzwischen haben von den älteren 73,4 Prozent Führerschein und Pkw im Haushalt, bei den Jüngeren sind es nur noch 66,5 Prozent. In den Großstädten ging die Schere nicht ganz so weit auseinander. Laut Professor Ahrens liegt der grundsätzliche Trend unter anderem an den Frauen, die heute stärker als früher auch mit dem Pkw unterwegs sind und dies auch mit zunehmendem Alter beibehalten. Allgemein gilt der Satz „wer ein Auto besitzt, der fährt auch", erklärte Ahrens.

Fahrzeug-Teilen nimmt zu

Die Befragung zeige auch, dass die Nutzung neuer Mobilitätsdienstleistungen aus der Nische von unter einem Prozent herausgekommen ist. In Städten, in denen es Angebote für flexibles Car-Sharing oder Leihfahrräder gibt, liegen die Nutzeranteile mittlerweile schon bei fünf bis zehn Prozent. Die Zuwendung kommt dabei vor allem von den jungen Menschen.

Der TU-Professor hat deshalb drei wesentliche Ratschläge für Städteplaner. Sie müssen schadstoffarme Mobilität – etwa mit Elektro-Autos – fördern. Die Energiewende muss vorangetrieben werden, damit der Strom immer weniger aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird und es müsse für eine Änderung des Verkehrsverhaltens der Bevölkerung geworben werden. In Leipzig sei jetzt eine Reduzierung der Quote des individuellen Auto-Verkehrs auf 25 Prozent beschlossen worden, Dresden sei noch nicht so weit. „Autos nutzen statt besitzen" laute das Motto.

Ingolf Pleil

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