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Sächsische Unternehmen zahlen eher selten Weihnachtsgeld - Oft fehlt Tarifbindung

Sächsische Unternehmen zahlen eher selten Weihnachtsgeld - Oft fehlt Tarifbindung

Beschäftigte in sächsischen Unternehmen erhalten eher selten Weihnachtsgeld. In den neuen Ländern liege der Anteil der Arbeiter und Angestellten, an die Weihnachtsgeld gezahlt werde, bei nur 39 Prozent, ergab eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

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Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Leipzig. In Westdeutschland seien es hingegen 59 Prozent der Beschäftigten. Für die Untersuchung hatte die Stiftung eine Online-Umfrage gestartet, für die zwischen Juli 2011 und August 2012 Daten erhoben wurden und an der sich rund 17.000 Beschäftigte beteiligten.

Ein Grund für die Unterschiede liegt nach Einschätzung von Gewerkschaften darin, dass Unternehmen in Sachsen weit weniger oft an Branchen- oder Firmentarifverträge gebunden sind. Während in den alten Ländern 2011 rund 61 Prozent der Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen arbeiteten, die der Tarifbindung unterlagen, waren es in den neuen Ländern nur 49 Prozent.

„Bei den Unternehmen, die tarifgerecht entlohnen, sind die Zahlungen im jeweiligen Tarifvertrag geregelt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, Hans-Joachim Wunderlich. „Bei den Unternehmen, die keiner tarifrechtlichen Regelung unterliegen, handelt es sich um freiwillige Leistungen.“

Häufig werde das Weihnachtsgeld von solchen Unternehmen jährlich gezahlt, ohne daraus einen dauerhaften Besitzstand seitens der Arbeitnehmer ableiten zu können. Als Weihnachtsgeld werden Jahressonderzahlungen bezeichnet, die einem Monatsgehalt oder einem Anteil davon entsprechen können.

Der Hans-Böckler-Stiftung zufolge bekommen 70 Prozent der Beschäftigten, deren Arbeitsvertrag sich auf einen Tarifvertrag bezieht, Weihnachtsgeld überwiesen, Arbeiter und Angestellte ohne Tarifbindung sehen nur in 40 Prozent der Fälle Weihnachtsgeld auf ihrem Konto eingehen. Wollen Arbeitgeber auf die Zahlung eines tarifvertraglich vereinbarten Weihnachtsgeldes verzichten, ist dafür die Zustimmung der Gewerkschaften notwendig.

„Wenn es eine Kürzung geben soll, sind in den Betrieben typischerweise die Kosten zu hoch, oder es soll durch Senken der Personalkosten die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden“, sagte der Sprecher der Bezirksleitung der IG Metall, Bodo Grzonka. „Das ist selten bis nie allein durch Lohnkostensenkung erreichbar.“ Häufig träfen die Gewerkschaften auf Missmanagement, unzureichende Motivation der Beschäftigten und auf Konzeptlosigkeit, mit betrieblichen Krisen umzugehen.

Leiharbeiter erhalten weniger als Stammbelegschaft

Ein weiterer Unterschied besteht zwischen Beschäftigten, die direkt bei den Unternehmen angestellt und denen, die mit einer Leiharbeitsfirma einen Vertrag abgeschlossen haben. Selbst wenn diese in gut zahlenden Metallindustriebetrieben lange Zeit eingesetzt seien, zahlten die Verleihunternehmen Weihnachtsgeld nicht in der Höhe, die die Stammbeschäftigten erhielten, erläuterte Grzonka. Vielmehr richte sich das Weihnachtsgeld nach der Dauer des ununterbrochenen Bestehens des Arbeitsverhältnisses: Nach dem sechsten Monat werde in der sächsischen Metallindustrie Leiharbeitern 150 Euro brutto gezahlt, im dritten und vierten Jahr seien es jeweils 200 Euro und vom fünften Jahr an 300 Euro. Generell liegt die Quote der Weihnachtsgeldbezieher bei Leiharbeitern in der Bundesrepublik bei 49 Prozent.

Sven Eichstädt, dapd

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