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Schöne Bescherung: Amazon stellt in Leipzig Absatzrekord auf – Tarifvertrag soll kommen

Schöne Bescherung: Amazon stellt in Leipzig Absatzrekord auf – Tarifvertrag soll kommen

Das diesjährige Weihnachtsgeschäft hat dem Amazon-Versandzentrum in Leipzig einen neuen Tagesrekord beschert: Bereits eine Woche vor Heiligabend wurden am Standort knapp 756.000 Artikel versendet.

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Das diesjährige Weihnachtsgeschäft hat dem Amazon-Versandzentrum in Leipzig einen neuen Tagesrekord beschert.

Quelle: dpa

Leipzig. So viele Artikel waren es an einem Tag noch nie gewesen. Das Weihnachtsgeschäft ist bei dem Online-Versandhaus traditionell die umsatzstärkste Zeit im Jahr.

Um die Bestellflut zu bewältigen, hatte Amazon die Belegschaft in Leipzig auf rund 5000 Mitarbeiter erhöht. Mehr als 3000 Aushilfen waren ab Juli gesucht worden, um die 1900 Festangestellten zu unterstützen.

Und das war auch nötig. Denn Amazon versprach, dass jede Bestellung, die bis zum Sonntagmittag vor Heiligabend einginge, gegen einen kleinen Aufschlag unter dem Baum liegen würde. Leipziger könnten sogar noch am 24. Dezember bis sechs Uhr früh ordern, per Expressversand sei die Auslieferung bis zum Abend garantiert.

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Leipzig. Verdi stößt mit der Forderung nach einem Tarifabschluss für die 2200 Mitarbeiter bei Amazon in Leipzig auf taube Ohren. Die seit Dezember laufenden Sondierungsgespräche zwischen Gewerkschaft und dem Versandriesen wurden am Donnerstag ohne Ergebnis abgebrochen. Man sehe keine Basis für echte Tarifverhandlungen, erklärte Amazon. Verdi will nun den Druck erhöhen - bis hin zum Streik.

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Arbeitsbedingungen in der Kritik

„Warum geht das so schnell?“, fragte Daniel Fischer. Seinen richtigen Namen wollte er lieber nicht lesen. Er arbeitet seit mehreren Jahren im Leipziger Werk des Internet-Versandhändlers – und möchte das auch weiterhin. „Weil wir so schnell sind“, beantwortete sich Fischer die Frage selbst. Er ist Mitte zwanzig, hat nach seiner Ausbildung in der Logistikbranche beim Internetgiganten angeheuert. „Wer bummelt, wird vorgeladen.“

Unter der Belegschaft kursierten inoffizielle Quoten, die zu erfüllen seien. Die Kommissionierer, genannt Picker, hetzten in ihrer Schicht bis zu 25 Kilometer zu Fuß durch die Gänge. Wer in der Stunde weniger als 120 Artikel zusammensuche, falle negativ auf. Schnell könne es da vorkommen, dass der Vorgesetzte bereits in der Pause zum Gespräch bitte und mehr Leistung einfordere.

5000 statt 2000 Mitarbeiter zu Weihnachten

Nie ist der Druck auf die Mitarbeiter so groß wie kurz vor Weihnachten. Zusätzlich zu den rund 2000 Mitarbeitern in der Stammbelegschaft wurden 3000 Saisonarbeitskräfte eingestellt, statt in Früh- und Spätschicht wird nun auch in Nachtschicht gearbeitet. „Amazon macht alles, damit es den Kunden gut geht – die Interessen der Beschäftigten bleiben dabei oftmals auf der Strecke“, sagt Thomas Schneider. Er ist Fachsekretär für Handel bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi).

Derzeit sind nach Schneiders Angaben fast ein Viertel der Stammbelegschaft bei Verdi organisiert – Tendenz steigend. Inzwischen ist die Gewerkschaft so stark geworden, dass im kommenden Jahr die Verhandlungen über einen Tarifvertrag beginnen könnten. Vor kurzem gab es ein erstes Treffen zwischen Geschäftsführung und Tarifkommission. Ziel der Gewerkschaft ist ein Amazon-Tarifvertrag für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, der sich am Einzel- und Versandhandel orientiert. Vorteile wären: leichte Lohnerhöhungen, drei Tage mehr Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Feiertags- und Sonntagszuschlag sowie ein Nachtzuschlag ab 20 Uhr statt wie bisher ab 24 Uhr.

Der Konzern beharrt laut Schneider jedoch darauf, dass er Logistik betreibt und keinen Versandhandel. Amazon argumentiere, dass auf der Internetseite auch Fremdanbieter mit Waren handeln. „Das sind Scheingefechte: Amazon will, wenn schon Tarifvertrag, sich an der schlechter bezahlten Logistikbranche orientieren“, sagt Schneider. Außerdem sei wohl die Strategie: So lange über Logistik und Versand diskutiert wird, kann nicht über Inhalte gesprochen werden.

rob/joh/ra

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