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Sinkender Goldpreis: Leipzig im Edelmetallrausch

Sinkender Goldpreis: Leipzig im Edelmetallrausch

Die Edelmetallhändler in der Stadt haben zwei turbulente Wochen hinter sich: Weil der Goldpreis mehr als zehn Prozent nachgab, strömten die Kunden in hellen Scharen zu ihnen.

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Gefragtes Edelmetall - Christian Brenner verkauft zahlreiche Gold- und Silbermünzen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

"Wir hatten zehnmal mehr Kunden und im Vergleich zu den Vormonaten hat sich unser Umsatz verfünffacht", berichtet Christian Brenner, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers Philoro in der Kleinen Fleischergasse 8. "Die Leute haben unsere Filiale regelrecht gestürmt und Schlange gestanden."

Es seien nicht nur Leipziger gekommen, sondern auch Kunden aus Grimma, Jena und Chemnitz, sogar aus Hannover reisten Goldkäufer an. "Viele möchten nicht gesehen und erkannt werden", erklärt sich Brenner den Kundenstrom aus der Ferne. Denn bei ihm und den anderen Edelmetallhändlern in Leipzig steht Diskretion an oberster Stelle: Gold, Silber, Platin und sogar Kupfer werden bis 15000 Euro gegen Barzahlung verkauft - die Käufe lassen sich so von Dritten nicht anhand von Kontobewegungen rekonstruieren. Dies ist für viele Käufer wichtig, weil sie sich noch gut an das Goldverbot erinnern, mit dem die USA im vergangenen Jahrhundert ihre Bürger zwangen, privates Gold an den Staat zu verkaufen - damit sich dieser besser aus der Weltwirtschaftskrise winden konnte.

Angesichts der Turbulenzen um den Euro wird auch Leipzig für Edelmetallhändler immer interessanter. Denn während im Westen Deutschlands Goldkäufe seit Jahrzehnten zur Risikovorsorge und Vermögensbildung gehören, entdecken viele Ostdeutsche diese Anlageform erst jetzt. "Der Sättigungsgrad ist noch nicht sehr hoch", hat Brenner entdeckt, dessen Unternehmen aus Österreich stammt und noch Filialen in Wien, Salzburg und Budapest besitzt. "Zu DDR-Zeiten gab es praktisch kein Gold und nach der Wende hatten die Leute erst einmal andere Prioritäten. Jetzt kaufen viele nach."

Philoro will sogar sein deutsches Hauptquartier in Leipzig etablieren. "In Leipzig bewegt sich viel, die Stadt macht große Fortschritte", begründet Deutschland-Chef Brenner die Entscheidung des Familienunternehmens, das seit 2011 in Leipzig aktiv ist. "Immer mehr Menschen verdienen gut und damit wächst das Klientel, das sich für Edelmetallkäufe interessiert. Wir haben uns hier in Leipzig nicht auf einen 100-Meter-Lauf, sondern auf einen Marathon vorbereitet."

Jede Meldung über die Euro-Turbulenzen beschert den Edelmetallhändlern Neukunden. Doch weil der Goldpreis seit einigen Tagen wieder steigt, hat auch die Nachfrage etwas nachgelassen. "Viele Spezialisten gehen davon aus, dass der Goldpreis mittelfristig bis auf 2400 Dollar je Unze steigen wird", sagt der Händler, der auch Gold ankauft. Die dabei eventuell eintretenden Spekulationsgewinne sind aber steuerpflichtig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2013

Andreas Tappert

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