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Solarworld arbeitet sich zurück auf den Weltmarkt

Größter Standort in Sachsen Solarworld arbeitet sich zurück auf den Weltmarkt

Nach dem Neustart des einstigen Vorzeige-Unternehmens laufen die Bänder bei Solarworld wieder. Die Marke ist nach wie vor gefragt - die verbliebene Belegschaft kommt kaum hinterher.

Der Thüringer Standort der Solarworld AG in Arnstadt. (Archivbild)

Quelle: dpa

Arnstadt. Die Produktion beim Solarmodulhersteller Solarworld läuft gut einen Monat nach dem Neustart des Unternehmens bereits wieder auf Hochtouren. Dank der großen Einsatzbereitschaft der verbliebenen Mitarbeiter sei die Produktion schon nach weniger als zwei Wochen wieder angelaufen, sagte Solarworld-Sprecher Milan Nitzschke der Deutschen Presse-Agentur. Momentan produziere das Unternehmen rund 70.000 Solarzellen und 1000 Module am Tag. Es will die Fertigung in den kommenden Monaten weiter hochfahren.

Die einstige Aktiengesellschaft hatte im Mai Insolvenz angemeldet. Im August hatten die Gläubiger einem Sanierungsplan, der den Weiterbetrieb in einer stark verkleinerten, gleichnamigen GmbH vorsieht, grünes Licht gegeben. Während die alte Solarworld von der Zelle bis zur fertigen Photovoltaik-Anlage alle Produktionsstufen selbst durchführte, beschränkt sich die neue GmbH auf die Fertigung der Zellen und die anschließende Montage zu Modulen.

Sächsisches Freiberg größter Standort

515 Mitarbeiter beschäftigt Solarworld nun noch an seinen drei Standorten - weniger als ein Drittel der einstigen Belegschaft. In Arnstadt arbeiten 190 Mitarbeiter in der Zellfertigung, am Firmensitz in Bonn kümmern sich 45 Angestellte um die Verwaltung. Der größte Standort ist das sächsische Freiberg, wo 210 Mitarbeiter Module produzieren und weitere 70 in der Forschung arbeiten.

Die deutlich reduzierte Mitarbeiterzahl macht sich in den Betriebsabläufen bemerkbar. So könne es durchaus mal vorkommen, dass leitende Angestellte in der Fertigung am Band aushelfen, wenn es nötig ist, berichtete Nitzschke. "Da packt jeder mit an". Das ist auch der Eindruck von Kirsten Joachim Breuer von der IG-Metall - nur ist er davon weniger begeistert als Nitzschke. Der Gewerkschafter vertritt die Mehrheit der Angestellten am Standort Arnstadt.

Dort fehle es schon für die derzeitige Produktion deutlich an Personal, sagt Breuer. Nur sei kein Geld da, um zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Die Belegschaft der Solarworld habe sich schon immer stark mit ihrem Arbeitsplatz identifiziert. "Ich weiß trotzdem nicht, wie lange die Angestellten dieses Pensum durchhalten." Neben der verbliebenen "Rumpfbelegschaft" vertritt Breuer auch die 482 ehemaligen Mitarbeiter des Standortes Arnstadt, die es nicht in die neue Firma geschafft haben.

Ausgliederung in Transfergesellschaft

Sie sowie die nicht übernommenen Mitarbeiter in Freiberg wurden in eine Transfergesellschaft ausgegliedert, die sie weiterbilden und weitervermitteln soll. Das laufe bisher leider weniger dynamisch als geplant, so Breuer. Etwa zehn Prozent der ehemaligen Solarworld-Mitarbeiter hätten über die Transfergesellschaft in den ersten Wochen einen neuen Job gefunden.

Es sei schwierig, geeignete Arbeitgeber auf dem hohen Niveau der Solarworld zu finden - sowohl was die Bezahlung angeht, als auch die gefragte Qualifikation, denn Solarworld-Mitarbeiter seien weit höher spezialisiert als Beschäftigte in anderen Branchen.

Ein Lichtblick ist laut Breuer der Autozulieferer Mubea, der im 40 Kilometer entfernten Weißensee bald Solarmodule für Autos fertigen will und bereits Interesse an den ehemaligen Solarworld-Kräften signalisiert hat. Auch eine Rückkehr zur neuen Solarworld könnte für einige möglich sein. Betriebsrat und Gewerkschaft haben durchgesetzt, dass neue Stellenausschreibungen zuerst der Transfergesellschaft vorgelegt werden. Wann Solarworld in der Lage ist, neue Stellen auszuschreiben, ist aber noch völlig unklar.

Solarmodule noch immer Zukunftsmarkt

Einig sind sich Firmensprecher Nitzschke und Gewerkschafter Breuer, was die Zukunftschancen des Unternehmens angeht. "Die bauen hier ja keine Braunkohlewerke, die bauen Solarmodule", sagt Breuer. Das sei noch immer ein Zukunftsmarkt. Die Marke Solarworld stehe außerdem international nach wie vor für hohe Qualität.

Das bestätigt auch die Nachfrage an den deutschen Solarmodulen. Schon vor Wiederbeginn der Produktion habe die Firma ihren ersten Auftrag gehabt, sagt Nitzschke. Die Auftragslage sei gut. Die Zukunft der Marke Solarworld scheint also gesichert. Wie es um die Zukunft der hunderten Angestellten steht, die beim Neustart des Unternehmens auf der Strecke blieben, werden die kommenden Monate zeigen.

LVZ

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