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Trotz Brexit und Trump: Sachsen macht Unternehmen Mut zum Export

Wirtschaft Trotz Brexit und Trump: Sachsen macht Unternehmen Mut zum Export

China, USA, Großbritannien - das sind die wichtigsten Handelspartner für die sächsische Wirtschaft. Gerade dort stehen Veränderungen an. Was heißt das für die Unternehmer im Land?

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD)

Quelle: dpa

Cowig. US-Präsident Donald Trump, der sein Land stärker wirtschaftlich abschotten will und der EU-Austritt Großbritanniens: Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat nach einem Spitzengespräch mit Vertretern der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS) in Coswig (Landkreis Meißen) von „handelspolitischen Herausforderungen“ gesprochen. Gerade die USA und Großbritannien zählen zu den wichtigsten Handelspartnern für Sachsen.

Dennoch machte Dulig vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen Mut, künftig stärker als bisher auf das Exportgeschäft zu setzen. „Unsere Antwort ist: Jetzt erst recht“, so Dulig am Donnerstag. Man werde die Herausforderungen annehmen und alle Möglichkeiten nutzen, weiter Kontakte zu pflegen und auf diesen wichtigen Märkten aktiv zu sein. Er verwies auf Russland, wohin Sachsen trotz der Sanktionen seit Jahren intensive wirtschaftliche Beziehungen unterhalte. „Gerade jetzt müssen wir deutlich machen, Freihandel, der über Verträge klare Spielregeln umfasst, verspricht Wachstum, schafft und sichert Arbeitsplätze und ist gut für Sachsen“, sagte der Minister.

2016 exportierten die sächsischen Unternehmen Waren im Wert von rund 37 Milliarden Euro ins Ausland. Das sind vier Prozent weniger als im Jahr zuvor - immer noch aber der zweithöchste Wert seit 1991. Wichtigste Ausfuhrländer sind China, USA und Großbritannien. Allerdings brachen die Exporte in die USA um knapp 23 Prozent ein, nach Experteneinschätzung auch wegen des schwächelnden Wirtschaftswachstums dort, die nach Russland um 29 Prozent.

Das bekam auch die Automobilindustrie, für die ebenfalls China, USA und Großbritannien die wichtigste Rolle spielen, zu spüren: Die Exporte im Kraftfahrzeugbau gingen um acht Prozent zurück. Sachsen müsse sich in Sachen Export breiter aufstellen, mahnte Dulig - und verwies auf die im vergangenen Jahr gestartete Internationalisierungsoffensive.

Seither sind bei den Handwerkskammern sowie den Industrie- und Handelskammern sogenannte Export-Scouts unterwegs, die gezielt noch nicht im Ausland aktive Unternehmen ansprechen und beraten. Zudem können sich Unternehmen bei der am 3. April beginnenden Sächsischen Außenwirtschaftswoche über strategische Fragen rund um das Thema Export informieren.

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) unterstrich die Bedeutung des Exportgeschäfts für die sächsische Wirtschaft. Jeder dritte in Sachsen erwirtschaftete Euro ist demnach mittlerweile vom Erfolg der Unternehmen auf den Auslandsmärkten abhängig. Die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt ist laut VSW an die internationalen Märkte und freien Rahmenbedingungen im Welthandel gekoppelt. „Vor diesem Hintergrund sehen wir die zunehmenden protektionistischen Bestrebungen mit Sorge“, hieß es.

Peter Nothnagel von der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) rät Unternehmen daher zu Mut - und Kontinuität. „Nur weil es überall heißt, dass es schwer ist, muss man es trotzdem probieren.“ So stehen in diesem Jahr zwei Unternehmerreisen in die USA und nach Kanada an, zudem der Besuch der Fachmesse für die Halbleiterindustrie Semicon West in San Francisco. „Es gibt genügend Unternehmen, die wollen Geschäfte machen - Trump hin oder her“, so Nothnagel.

Zudem will der Freistaat in den nächsten Monaten auch die Werbetrommel in Großbritannien rühren - und für Sachsen als Wirtschaftsstandort werben. „Die Tür zuzumachen, das wäre auch für uns schädlich“, betonte Wirtschaftsminister Dulig. Zahlreiche britische Unternehmen prüften derzeit ihre Optionen nach dem angekündigten Austritt aus der EU. „Da wollen wir den anderen, die dort werben, nicht das Feld überlassen.“ Großbritannien ist bisher der wichtigste europäische Abnehmer für Waren aus dem Freistaat - mit einem Exportvolumen von rund 2,2 Milliarden Euro.

Christiane Raatz

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