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Weniger Genehmigungen in Sachsen: Wohnungsbau geht zurück

Mieten steigen Weniger Genehmigungen in Sachsen: Wohnungsbau geht zurück

Verbände schlagen Alarm: Die Mieten steigen, der Wohungsbau geht zurück. Insgesamt wurden zuletzt immer weniger Baugenehmigungen in Sachsen und Thüringen erteilt.

Der Wohnungsbau in Sachsen und Thüringen geht zurück. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Die Konjunktur am Bau läuft zwar. Doch im Wohnungsbau schrillen die Alarmglocken: Die Zahl der Baugenehmigungen ist bundesweit im ersten Halbjahr binnen Jahresfrist um 7,3 Prozent auf 169.454 Einheiten in den Keller gerutscht, berichtet das Statistische Bundesamt. Dieser Sinkflug, meint Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, „setzt das bezahlbare Wohnen in Deutschland weiter aufs Spiel“.

Ein Trend, der auch auf Ostdeutschland zutrifft. So wurden hier in den ersten sechs Monaten 34.160 Wohnungen genehmigt, 1,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016, wie der Bauindus-trieverband berichtet. Dabei sticht Thüringen mit einem Minus von 33,3 Prozent heraus, in Sachsen „brachen die Wohnungsbaugenehmigungen um knapp drei Prozent ein“, fügt Robert Momberg hinzu, Hauptgeschäftsführer des sächsischen Verbandes. Der Bedarf an Wohnraum sei noch lange nicht gedeckt. „In Thüringen ist er ebenfalls ungebrochen hoch“, sagt Bettina Haase, Geschäftsführerin des Thüringer Bauindustrieverbandes. Eine Trendwende sei derzeit nicht in Sicht. Sie schätze, dass die Nachfrage sogar noch weiter zunehmen wird.

Ein Umsteuern ist nach Gedaschkos Einschätzung dringend geboten. Das Motto der neuen Bundesregierung müsse lauten: Volle Kraft voraus für den Wohnungsbau. „Angesichts eines aufgestauten Mangels von einer Million Wohnungen gilt es, keine Zeit mehr zu verlieren.“ Momberg sieht hier gleichfalls Handlungsbedarf, zumal allein in Sachsen 6500 Wohnungen fehlten. Deutschland „braucht 400.000 neu gebaute Wohnungen pro Jahr“, meint Ronald Rast, Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“. Das seien 120.000 mehr „als im gesamten vergangenen Jahr überhaupt errichtet worden sind“.

Momberg fürchtet sogar, dass sich die Rahmenbedingungen im Wohnungsbau weiter verschlechtern. Und das aus dreierlei Gründen. „Erstens der zunehmende Mangel an Bauland, zweitens hohe Hürden bei der Antragstellung und drittens zu starke Bauauflagen.“ Haase beklagt zudem die hohen Grundstückskosten und satte Grunderwerbsteuern.

In der Folge des Wohnungsmangels und der staatlichen Reglementierung beim Bau rechnen die Experten mit einer weiteren Verteuerung von Wohnraum. In ihrem Deutschland-Monitor im Vorfeld der Bundestagswahl bilanziert die Deutsche Bank, dass in den vergangenen vier Jahren die Wohnungspreise bundesweit um rund 30 Prozent und die Mieten um 15 Prozent gestiegen seien. „Bei Einkommenszuwächsen von durchschnittlich rund zehn Prozent ist die Erschwinglichkeit für den deutschen Durchschnittsmieter gesunken.“

Auch bei Wohneigentum zeigt die Preisentwicklung im Osten nach oben. Hier ist laut einer Umfrage der Landesbausparkassen und Sparkassen unter 600 Immobilienfachleuten bis zum Jahresende mit einer Verteuerung zwischen drei und fünf Prozent zu rechnen.

Momberg fordert ein Gegensteuern. „Dringend nötig sind beschleunigte Verfahren für Bebauungspläne und eine schnelle Bearbeitung der Bauanträge“, erklärt er. Höhere Baupreise würden mittlerweile durch vielfältige Normen verursacht und seien damit staatlich gemacht. „Größere Kostensprünge gehen zum Beispiel auf die Novellierung der Energieeinsparverordnung oder des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes zurück.“

Haase kritisiert dies ebenfalls. „Die energetischen Sparauflagen stehen in keiner Relation zu vernünftigem Umweltschutz.“ Hier sei vieles überzogen. Das Konglomerat an Vorgaben erstrecke sich, so Momberg, bis hin zu Vorschriften für Stellplätze sowie Schall- und Brandschutz.

Ulrich Langer

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