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Wirtschaftsminister Morlok: Sachsen bereitet eigene Lösung für Schlecker-Mitarbeiter vor

Wirtschaftsminister Morlok: Sachsen bereitet eigene Lösung für Schlecker-Mitarbeiter vor

In der Hängepartie um die Zukunft der vor der Entlassung stehenden Schlecker-Mitarbeiter bereitet Sachsen eine eigene Lösung vor. Man bereite sich intensiv für den Fall vor, dass die Einrichtung von Transfergesellschaften scheitern könnte, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitagabend in Dresden mit.

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Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP)

Quelle: André Kempner

Dresden. Die Entscheidung über eine Auffanglösung soll erst am nächsten Mittwoch fallen. Dann will Baden-Württemberg entscheiden, ob es mit einer Bürgschaft für die Transfergesellschaft in Vorleistung tritt.

„Wir nehmen die Situation sehr ernst“, erklärte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Er werde am Dienstag mit der Chefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, und dem Hauptgeschäftsführer des sächsischen Handelsverbandes, Eberhard Lucas, dazu ein Gespräch führen. Die schnelle Vermittlung in neue Arbeit habe für die Staatsregierung oberste Priorität.

Grundsätzlich stünden alle Instrumente der Bundesagentur für Arbeit und des Freistaates zur Verfügung. Der sächsische Arbeitsmarkt sei derzeit sehr aufnahmefähig. „Sachsen ist bereit, zusätzliche Projekte für Schulung und Vermittlung der Betroffenen zu finanzieren“, erklärte Morlok.

Zuvor hatten Gewerkschafter und Linke von Sachsens Regierung Hilfe für die Beschäftigten der Drogeriekette Schlecker gefordert. „Der Freistaat Sachsen verweigert sich offenbar als einziges Bundesland aus grundsätzlichen Bedenken heraus der Beteiligung an den Transfergesellschaften, die die Schlecker-Frauen vor sofortiger Arbeitslosigkeit bewahren sollen“, erklärte Verdi-Sprecher Jörg Förster in Leipzig. Überall gebe es in Deutschland parteiübergreifend große Bereitschaft - nur die FDP ziehe nicht mit. In Sachsen sind nach Aussagen von Verdi 600 Mitarbeiter von Kündigung betroffen.

„Die „Schlecker-Frauen“ haben sich staatliche Hilfen für die Rettung ihrer Arbeitsplätze verdient. Es geht um eine Bürgschaft für ein Darlehen in Höhe von 71 Millionen Euro der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Das ist in Relation zu Milliardenkosten für Schrottbanken wie Hypo Real Estate fast schon Portokasse“, befand der Linkspolitiker Thomas Kind.

Erst kommende Woche sollen die 11 000 vor der Entlassung stehenden Schlecker-Beschäftigten erfahren, ob sie in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden oder nicht. Dann will Baden-Württemberg entscheiden, ob es mit einer Bürgschaft für die Gesellschaft in Vorleistung tritt. Für die Beschäftigten bei der Schlecker-Tochter IhrPlatz sieht es hingegen besser aus. Dort verlieren „nur“ 650 Mitarbeiter von insgesamt 5350 ihren Job - nahezu ein Drittel weniger als geplant. Zudem ist die Transfergesellschaft dort schon in trockenen Tüchern. An diesem Samstag gehen in 2200 Schlecker-Filialen deutschlandweit endgültig die Lichter aus.

dpa

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