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Mitteldeutschland Wöller nach dem Rücktritt: Bildungspaket ist Mogelpackung geworden
Region Mitteldeutschland Wöller nach dem Rücktritt: Bildungspaket ist Mogelpackung geworden
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19:08 20.03.2012
Roland Wöller (CDU) hält auch nach seinem Rücktritt vom Amt des Kultusministers an der Forderung fest, dass das sogenannte Bildungspakt zur Behebung des Lehrermangels unbedingt nachgebessert werden muss. (Archivfoto) Quelle: Andreas Döring
Dresden

„Ich bin der Überzeugung, dass da dringend etwas geschehen muss“, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Dresden. Das Paket der Landesregierung sei angesichts der ungeklärten und umstrittenen Finanzierung zu einer Mogelpackung geworden. „Das kann ich aus Verantwortung für Lehrer, Schüler und Eltern nicht mehr mittragen.“

„Das Signal darf angesichts des Lehrermangels nicht Personalabbau lauten, sondern „Wir stellen junge Lehrer ein““, sagte Wöller. Genau das aber sei ihm letztlich verwehrt worden. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) habe ihm unter Verweis auf dessen Richtlinienkompetenz untersagt, zur Finanzierung neuer Lehrerstellen und einer besseren Ausbildung der Pädagogen den Bereich Sport anzutasten. „Dann hätte ich an anderer Stelle bei den eigenen Lehrern kürzen müssen. Das wäre letztlich auf ein Lehrerabbauprogramm hinausgelaufen.“ Wöller: „Das Bildungspaket ist einseitig vom MP aufgekündigt worden.“ Personalabbau bedeute die Abkehr von der Bildung als Priorität sächsischer Politik.

Wöller war nach eigenen Angaben am Morgen kurz vor der Kabinettssitzung vom Regierungschef informiert worden, dass ihm der Bereich Sport entzogen und sein Staatssekretär in den Ruhestand versetzt wurde. Seinen Rücktritt habe er schriftlich erklärt, Tillich saß zu dieser Zeit im Flugzeug nach München. Er selbst habe seit der Sitzung der CDU-Fraktion am vergangenen Donnerstag, als er seine Kritik am Bildungspaket vorgetragen hatte, keinen Kontakt mehr zum Regierungschef gehabt. „Da gab es nichts“, sagte Wöller. Er scheide nun nicht im Zorn. „Ämter in einer Demokratie werden auf Zeit vergeben.“

Gespräch: Petra Strutz, dpa

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