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Mitteldeutschland Zu großer Ansturm auf Hochschulen - Ministerium will gegensteuern
Region Mitteldeutschland Zu großer Ansturm auf Hochschulen - Ministerium will gegensteuern
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16:32 24.02.2012
Dresden

Demnach sollen ab 2013 planmäßig wegfallende Stellen durch Lehrpersonal mit befristeten Verträgen ausgeglichen werden. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht. Von Schorlemer will dafür Geld aus dem Hochschulpakt verwenden. Es sichert Sachsen Bundesmittel zu, wenn der Freistaat im Gegenzug eine bestimmte Zahl an Studienplätzen garantiert. Ferner soll es „Zielvereinbarungen“ mit den einzelnen Hochschulen geben, die den Beitrag der Lehranstalten zur Lösung des Problems regeln.

„Wir dürfen die Hochschulen nicht alleinlassen“, erklärte von Schorlemer. Es gehe darum, Belastungsspitzen in der Lehre abzufangen. Die Ministerin will das befristete Personal beispielsweise aus Juniorprofessuren akquirieren. Zugleich stellte sie klar, dass der Freistaat am geplanten Stellenabbau festhält. Er war in Teilen schon lange vor dem Amtsbeginn von Schorlemers 2009 beschlossene Sache.

Nach aktuellem Stand wird Sachsen von 2013 bis 2015 jeweils 100 Stellen kürzen, in der Summe 300. Bis 2020 sollen weitere 415 Stellen wegfallen. Dann bleiben insgesamt noch 8306 übrig. Zum Vergleich:

1994 hatten die Hochschulen 11 167 Stellen, aber nur 63 549 Studierende.

Sachsen hatte lange Zeit mit der Kampagne „Pack Dein Studium - am besten in Sachsen“ um Studiosi aus anderen Bundesländern geworben. Das zeigt nun Wirkung. Im aktuellen Wintersemester schrieben sich an den 15 Hochschulen 20 310 Studenten ein - rund ein Viertel mehr als die Prognose der Kultusministerkonferenz. Die Gesamtzahl der Studenten lag damit bei 100 721, für dieses Jahr wird mit einem Anstieg auf 108 350 gerechnet.

Medizinische Fakultäten, private Hochschulen und Verwaltungshochschulen sind in diesen Zahlen noch gar nicht mal enthalten. Während 2010 nur 647 Frauen und Männer aus Bayern in Sachsen ein Studium aufnahmen, waren es 2011 schon 1359. Und die Prognosen für die kommenden Jahren sehen nicht anders aus.

Bis etwa 2016 wird vor allem mit einer starken Nachfrage junger Leute aus dem Westen gerechnet, da mehrere Bundesländer noch das Abitur von 13 auf 12 Jahre verkürzen und so jeweils „doppelte“ Abiturjahrgänge produzieren. Daneben sorgt die Aussetzung der Wehrpflicht für einen vorübergehenden Ansturm auf Studienplätze. Außerdem hatte sich zuletzt die sogenannte Studierneigung erhöht.

Momentan sind bundesweit 45 Prozent der jungen Leute mit Hochschulreife geneigt, ein Studium aufzunehmen. Um etwas „Druck vom Kessel“ zu nehmen, soll die „Pack Dein Studium“-Kampagne nun modifiziert werden. Die Sachsen wollen nicht mehr so stark Unis und Hochschulen in großen Städten bewerben, sondern vielmehr Fachhochschulen in der Provinz.

dpa

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