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Mitteldeutschland Zuflucht für Männer: Drei Schutzhäuser sollen entstehen
Region Mitteldeutschland Zuflucht für Männer: Drei Schutzhäuser sollen entstehen
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18:45 08.04.2016
Auch Männer sind von häuslicher und sexueller Gewalt betroffen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Dresden

In Sachsen soll es in den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz künftig jeweils ein Schutzhaus für Männer geben. Dafür will sich die im Herbst 2015 gegründete Landesfachstelle für Männerarbeit einsetzen, wie ihr Leiter Frank Scheinert der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Dort können betroffene Männer mit ihren Kindern zeitlich begrenzt unterkommen.“ Ähnliche Projekte gebe es bereits in der Schweiz, Berlin sowie im Westen Deutschlands. Die Häuser seien durchaus vergleichbar mit den Frauenschutzhäusern - wenn sich auch die Fälle teilweise erheblich unterschieden.

So erfahren Männer meist mehr psychische als körperliche Gewalt. „Um den Kontakt zum Kind nicht zu verlieren, gehen sie oft jahrelang Kompromisse ein“, erklärte Scheinert. Auch Männer sind von häuslicher und sexueller Gewalt betroffen - sowohl in homo- als auch in heterosexuellen Beziehungen. „Die Dunkelziffer ist groß.“

Seit Jahren nehmen die Fälle häuslicher Gewalt in Sachsen zu. Das Landeskriminalamt (LKA) registrierte 2014 insgesamt 3153 Straftaten in diesem Bereich - vom Hausfriedensbruch bis zum Tötungsdelikt. 2013 fielen noch 3084 Taten in diese Kategorie, im Jahr zuvor rund 2700. Nach wie vor waren vor allem Frauen die Opfer: Ihr Anteil machte rund 77 Prozent aus.

Unter anderem mit Kampagnen sollen Männer auf die Möglichkeit von Beratungen und auf die Arbeit der Landesfachstelle aufmerksam gemacht werden. „Damit sie wissen, dass es das überhaupt gibt“, sagte Scheinert. Unter anderem mit dem Slogan „Mann, gib dich nicht geschlagen“ sollen Betroffene sensibilisiert werden.

Die von Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) geförderte Landesfachstelle kümmert sich nicht nur um den Schutz von Männern, sondern auch um Themen wie Männergesundheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die bessere Vernetzung von Männerprojekten. „Wenn man sich die Netzwerkstrukturen anschaut, sind die bei weitem nicht so differenziert ausgebaut wie für Frauen und Mädchen“, erklärte Scheinert.

LVZ

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