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Mitteldeutschland Zwei Drittel sagen: Es wird zu viel gemeckert in Deutschland
Region Mitteldeutschland Zwei Drittel sagen: Es wird zu viel gemeckert in Deutschland
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23:02 01.01.2017
LVZ-Meinungsbarometer: Umweltzerstörung, knapper Wohnraum und eine ungewisse politische Lage in den USA machen den Deutschen Sorgen. Quelle: LVZ
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Leipzig

Welche Sorgen und  Ängste bewegen die Deutschen am meisten? Wer kümmert sich um das, was die Bürger umtreibt? Und wie ist die Stimmung insgesamt in Deutschland? Das Meinungsbarometer der LVZ liefert dazu interessante Ergebnisse.

Die Deutschen sind hin- und hergerissen in ihrer Grundstimmung. Sie schwanken zwischen Freude und Angst, Zufriedenheit und Unsicherheit. Einerseits sagen zwei Drittel in Ost wie West (66 Prozent), dass in Deutschland viel zu viel gemeckert und nur das Negative gesehen werde. Eine große Mehrheit von 57 Prozent ist der Meinung, den Deutschen gehe es so gut wie noch nie, sie sollten zufriedener sein. Andererseits sorgen sich die Bürger um fast alles, fühlen sich in ihrer Lebenssituation von vielen Seiten bedroht. Das reicht von Umweltzerstörung über zu teure Mieten,  Terroranschlägen bis zur Befürchtung, dass das Rentensystem zusammenbricht.

Das ergab eine Studie der Leipziger Volkszeitung zu den Ängsten, Sorgen und Erwartungen der Bürger. Dafür befragte das Leipziger Institut Uniqma von Anfang bis Mitte Dezember 2016 genau 1005 repräsentativ ausgewählte Erwachsene aus ganz Deutschland. Danach empfinden es die meisten (83 Prozent) als  bedrohlich, dass die Umwelt ungenügend geschützt wird, die Mieten in den Ballungsgebieten steigen (80 Prozent) und dass der künftige US-Präsident Donald Trump eine unberechenbare Politik (71 Prozent) betreiben könnte. 69 Prozent sorgen sich, dass es nicht genügend Geld für Kitas und Schulen gibt. Fast zwei Drittel fürchten, dass der Terror die Welt destabilisiert (62 Prozent). Hinzu kommt die Angst vor überbordender Kriminalität bei 58 Prozent. 57 Prozent blicken besorgt auf die Europäische Union, die auseinander driften könnte. Mehr als jeder Zweite (52 Prozent)  sieht zudem die Rente in Gefahr. Es ist also eine diffuse Mischung aus Angst vor dem Verlust von persönlicher Lebensqualität und äußeren Bedrohungen.

„Selten zuvor haben sich die Menschen so viele Sorgen um die Zukunft gemacht wie momentan“, sagt dazu Andreas Czaplicki, der Leiter des Uniqma-Institutes. Wenn sich acht von zehn Bürgern darum sorgen, dass bezahlbarer Wohnraum knapp wird, dann sei das schon ein deutliches Alarmsignal. Hinzu komme die Befürchtung, dass für Kitas und Schulen nicht genügend Geld da ist, dazu  die Angst vor Geldentwertung, Terror und Kriminalität, so Czaplicki. „Dabei reden wir nicht von den Ängsten einiger weniger. Die Furcht, hier kommt nichts Gutes auf uns, zu teilen viele“, unterstreicht er.

Gerade angesichts dieser Stimmungslage ist es nicht ermutigend, dass großen Teilen der Bevölkerung (65 Prozent) auch noch das Vertrauen zu den Parteien abhandengekommen ist. Viele Befragte können gar keine Partei benennen, die sich um die Sorgen der Bürger kümmert. Am meisten punktet noch die CDU, am wenigsten die AfD. 39 Prozent sehen sogar die Demokratie in Deutschland in Gefahr, im Osten noch mehr als im Westen. Trotz dieser ernüchternden Einschätzung findet dann aber wiederum ein großer Teil der Bevölkerung, dass Deutschlands Zustand insgesamt keinen Anlass zur Besorgnis gebe. 

So ergibt sich bei allen ernst zu nehmenden Sorgen folgendes Fazit: Die Stimmung ist schlechter als die Lage. Nicht nur, dass zwei Drittel der Befragten sagen: „In Deutschland wird viel zu viel gemeckert.“ Eine große Mehrheit ist voll bis weitgehend der Meinung: „Uns Deutschen geht es so gut wie nie, wir sollten zufriedener sein.“ Ein Drittel stimmt dem immerhin noch teilweise zu. Dass Deutschland in keinem guten Zustand sei und es genügend Gründe gebe, besorgt zu sein, sagt nur jeder Fünfte.

Von Anita Kecke

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