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109-faches Bekenntnis für einen Radweg an der Staatsstraße 31 bei Mügeln

Verkehr 109-faches Bekenntnis für einen Radweg an der Staatsstraße 31 bei Mügeln

Mit einem Fahrradkorso forderten über 100 Einwohner aus der Region Mügeln und Sornzig-Ablass den Bau eines Radweges entlang der Staatsstraße 31. Die Strecke ist vor allem für Radfahrer gefährlich. Die Straßenbaubehörde hatte die Forderungen bisher zurückgewiesen und hatte keinen Vertreter zu der Aktion geschickt.

Über 600 Unterschriften kamen für den Bau eines Radweges zusammen.

Quelle: Bärbel Schumann

Neusornzig. Fahrzeuge fahren zu Hauf auf der Staatsstraße 31 an diesem frühen Freitagnachmittag. Kein ungewöhnliches Bild auf dem Autobahnzubringer auf der Strecke zwischen Mügeln und Leisnig. Wenn dann gar noch der Bus an den Haltestellen nahe der Neusornziger Grundschule „Auf der Höhe“ hält, wird es unübersichtlicher und noch gefährlicher. Wer da gar mit den Rad unterwegs ist, wird als lebensmüde bezeichnet. Doch das waren die 109 Teilnehmer der Radfahraktion zu der die Initiativgruppe „Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger an der S 31!“, bestehend aus Privatpersonen und Vereinen aufgerufen hatte, ganz gewiss nicht.

Polizei sichert Strecke ab

Gesichert von Polizei, Sornziger Feuerwehr und Sanitätern, gingen sie auf der Strecke von der Grundschule bis zum Mügelner Stadtbad auf Tour, um ihrer Forderung zum Bau eines Radweges Nachdruck zu verleihen. Denn seit die Pläne zum Ausbau der Straße durch den Freistaat bekannt wurden – inzwischen sind mehr als zehn Jahre vergangen und erste Abschnitte des Straßenbauvorhabens umgesetzt – forderten nicht nur Einwohner in den angrenzenden Ortschaften, Radfahrern und Fußgängern Schutz und Sicherheit auf einem gesonderten Weg zu gewähren. Kinder mit dem Rad zur Schule zu schicken, in die nahe Stadt zum Einkauf per Rad zu fahren – das ist einfach gefährlich. Sonja Hommel die in Neusornzig an der S 31 wohnt und mit dem Rad zum Beispiel nach Mügeln zum Einkaufen muss, wurde schon zwei Mal angefahren, musste sogar schon ins Krankenhaus. Deshalb war es für sie wie für viele andere klar: Wir Radeln mit, unterschreiben die Forderung zum Radwegebau.

Amt sieht keine Handlungsgrundlage

Der Kopf der Initiativgruppe Mirko Wadewitz, Marion Schubert und Holger Schilke informierten vor dem Start, wo sie überall um Unterstützung baten oder wer von den Entscheidungsträgern in den zuständigen Behörden zum Mitradeln eingeladen war. Auf Unverständnis stieß dabei die Absage von Markus Heier, Niederlassungsleiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Leipzig, der postalisch am Donnerstag mitgeteilt hatte, dass rechtlich wie auch fachlich zum Bau eines Radweges keine Handlungsgrundlage bestehe. Das sahen dagegen Bundes- und Landtagsmandatsträger sowie Kandidaten anders. Bereits zum Schulfest der Grundschule im Juni hatte Landtagsabgeordneter Volkmar Winkler (SPD) als einer der ersten mit seiner Unterschrift die Forderung nach einem Radweg erneut bekräftigt. Da er gestern im Landtag terminlich gebunden war, zeigten seine Parteimitstreiter wie Bundestagskandidat Rüdiger Kleinke Präsens. Bundestagsabgeordneter Marian Wendt (CDU) radelte ebenso mit wie Landtagsabgeordnete Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Bündnis 90/Die Grünen im Landtag.

Mit Unterstützung des ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club, kann die Initiative ebenso rechnen. Ihr sächsischer Geschäftsführer Konrad Krause freute sich über die große Resonanz auf die Aktion. Begleitet von den Sicherheitskräften fuhr der Tross gemütlich bis Mügeln. Mancher der von auswärts kam wie Frieder Jahn aus Oschatz, genoss dabei die herrliche Landschaft des Obstlandes. „Der Tourismus wird hier gefördert und dann gibt es nicht überall hier Radwege. Das passt hier in der Region Mügeln nicht zusammen“, meinte er in Mügeln angekommen.

Von Bärbel Schumann

Neusornzig 51.2199237 13.0084498
Neusornzig
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