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Oschatz 113. Bildfeier: Malkwitzer Herrenrunde stöbert durch alte Dokumente
Region Oschatz 113. Bildfeier: Malkwitzer Herrenrunde stöbert durch alte Dokumente
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17:41 26.02.2017
Zur Bildfeier ist es immer wieder möglich, in den Chroniken und anderen gesammelten Zeitzeugnissen zu stöbern. Manchmal werden auch neue Fotos zur Bildfeier mitgebracht, die das Interesse der Männer wecken. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Malkwitz

Was vor 113 Jahren begann, wird in Malkwitz auch 2017 gepflegt und fortgesetzt: Die Bildfeier. Jeweils Ende Februar treffen sich alle Männer des Ortes, um gemeinsam zu hören, womit in den zwölf Monaten des Vorjahres die Seiten der Ortschronik gefüllt werden konnten. Ein Foto aller Herren vor dem Dorfgasthof – einer seiner Wirte hatte die Bildfeier einst initiiert - wird aller fünf Jahre angefertigt und dann hinzugefügt. Da die Bildfeier zum 113. Mal nun stattfand, wird jedoch erst wieder in zwei Jahren ein Foto angefertigt. Doch mancher der im Saal des Agrargutes an diesem Sonnabendabend versammelten Männer bangt, dass dies am Eingang des Dorfgasthofes nicht mehr möglich sein wird. Das Gebäude verfällt, der Eigentümer lässt sich nicht blicken. Und so wendeten sich Vertreter des Heimatvereins an ihre Gemeindeverwaltung, hier etwas zu unternehmen. Auch, weil das Gebäude zentral im Ort steht, durch herabfallende Dachziegel wie jüngst beim Sturm auch eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt. Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller, der zur Bildfeier gekommen war, versprach Unterstützung.

Zuvor hatte Ortschronist Günter Grosch alle hinzugekommenen Eintragungen in der Ortschronik verlesen. Dazu gehörte an erster Stelle statistisches. So leben aktuell in Malkwitz 210 Einwohner. Davon sind 117 männlichen Geschlechts. Das Durchschnittsalter der Frauen und Mädchen beträgt 52 Jahre. Das des männlichen Geschlechts 46 Jahre. Ältester Einwohner ist Robert Apostel mit 92 Jahren. 30 Einwohner sind bis zu 18 Jahren jung. Die Gruppe der 19- bis 65-Jährigen umfasst 133 Einwohner. Älter als 65 Jahre sind 47 Frauen und Männer. Eintragungen in der Ortschronik werden an den durch die Malkwitzer Strickliesel geschmückten Osterbaum, an das Badewannenrennen, an die Einweihung der neuen Dorfpumpe und an das 24. Schützenfest erinnern. Wehmut kommt auf, als Günter Grosch verliest, dass 2016 ein Storchenpaar in Malkwitz nistete, drei Eier legte und ausbrütete. Leider sei jedoch keines der Jungen älter als 14 Tage geworden.

Die Bildfeier wird stets zum Anlass genommen, in der Ortschronik zu blättern, nach Jahrestagen und Jubiläen zu schauen. So stimmten diesmal die Schützen auf das Jubiläum 90 Jahre Militär- und Schützenverein und auf das 25. Schützenfest in diesem Jahr ein.

Gedacht wurde bei der Bildfeier an die Weihe der drei Malkwitzer Kirchenglocken vor fast zehn Jahren. Ein Blick in historische Dokumente verrät jedoch, dass Malkwitz eine über 90-jährige Glockengeschichte besitzt. Manche der ehemaligen Glocken wurde in Kriegszeiten eingeschmolzen, später durch neue ersetzt. Und es gibt eine Glocke aus dem Jahr 1922, deren Verbleib bis heute ungeklärt sei. „Zur Bildfeier 2000 haben wir Männer damals in Bewegung gebracht, dass unsere Kirche neue Glocken erhält. Als sie in Lauchhammer gegossen wurden, waren viele Einwohner mit dabei“, erinnert Günter Grosch bei einer kleinen Fotoschau. Am 5. Mai 2007 war Glockenweihe. 20 000 Euro seien damals im Dorf dafür gesammelt worden.

Von Bärbel Schumann

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