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1200 Euro Strafe: Eierwurf auf Oschatzer Neumarkt kann teuer werden

Gericht 1200 Euro Strafe: Eierwurf auf Oschatzer Neumarkt kann teuer werden

Der Streit um die deutsche Asylpolitik entzweit die Oschatzer Bürgerschaft. Besonders deutlich wurde dies am 5. November, als die AfD auf dem Oschatzer Neumarkt eine Demo organisierte und Gegendemonstranten vor der Kirche lautstark protestierten.

Keine gute Idee – wer bei einer Demo mit Eiern wirft, muss mit einer harten Bestrafung rechnen.

Quelle: Montage Sven Bartsch

Oschatz. "Das einzige Verdauliche, das von der AfD-Demonstration blieb, waren die Abdrücke von drei rohen Eiern, die vom Kirchplatz aus in Richtung Neumarkt flogen", sagte im Nachgang Peter Streubel, Stadtrat der Linken in Oschatz. Zuvor hatte ihm der damalige Einsatzleiter der Polizei auf dem Neumarkt bestätigt, dass bei der Demo keine Steine, wie von der AfD verbreitet, sondern rohe Eier geflogen waren.

Doch wer denkt, dass Eierwerfen bei einer Demonstration ein Kavaliersdelikt ist, der täuscht sich, wie jetzt eine Gerichtsverhandlung in der Oschatzer Nachbarstadt Döbeln beweist. Dort wurde in der vergangenen Woche ein junger Mann aus Leipzig zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt, weil er im Oktober 2013 aus einer Gegendemonstration heraus Eier auf eine NPD-Kundgebung geworfen hatte. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Für 1200 Euro bekommt man im Supermarkt rund 7200 Eier. Das wäre viel Munition für den Leipziger Toni H. Der muss jetzt die besagten 1200 Euro an die Staatskasse bezahlen. Weil er ein Ei geworfen hat. Und zwar auf den Zug der Demonstranten der Jungen Nationalen Demokraten. Toni H. gehörte zu den Gegendemonstranten. Ob er mit dem Wurfgeschoss aus dem Schoß des Haushuhns jemanden traf, ist nicht bekannt. Strafrichter René Stitterich sprach den 27-Jährigen deswegen nur der versuchten Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu 40 Tagessätzen à 30 Euro Geldstrafe. Ein härteres Urteil wäre wohl herausgekommen, hätte die Staatsanwalt nachweisen können, dass das fliegende Ei auch jemanden getroffen hätte. Es war bereits der zweite Anlauf, den Eierwurf aufzuklären. Beim ersten Prozess im Dezember vergangenen Jahres saß ein Unschuldiger auf der Anklagebank. Allerdings wurde der jetzt verurteile Mann zweifelsfrei auf einen Videoaufnahme der Polizei identifiziert.

Bei dem Prozess wurde auch deutlich, dass für Richter und Staatsanwaltschaft die Beschaffenheit des Eis von besonderer Bedeutung ist. Sieht die Staatsanwaltschaft das Wurfgeschoss Ei als "gefährliches Werkzeug" an, dann dürfte die Anklage auf gefährliche Körperverletzung lauten, deren Strafrahmen bei sechs Monaten Haft beginnt. Die Einstufung der Gefährlichkeit dürfte noch steigen, wenn das Ei hart gekocht ist oder es sich möglicherweise um ein Ton-Ei handelt. Auch die Frage der Vorsätzlichkeit dürfte vor dem Richter eine wichtige Rolle spielen.

Berühmteste Eierwurf-Opfer sind übrigens Altbundeskanzler Helmut Kohl und Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Kohl wurde im Mai 1991 bei einer Veranstaltung in Halle an der Saale mit rohen Eier beworfen und getroffen. Wulff erwischte es im April 2011 in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Hagen Rösner und Dirk Wurzel

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