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Oschatz 18. Wettkrähen in Köllmichen: Egon ist der größte Schreihals
Region Oschatz 18. Wettkrähen in Köllmichen: Egon ist der größte Schreihals
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05:01 31.03.2018
Michelle Hofmann mit ihrem Egon, der auf stolze 166 Zähler kam beim 18. Wettkrähen in Köllmichen. Quelle: Bert Endruszeit
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Grimma/Köllmichen

Die kleinsten Hähne machen den meisten Lärm. Das ist das Fazit des mittlerweile 18. Wettkrähens am Karfreitag im Grimmaer Ortsteil Köllmichen. Eine Stunde lang wurde jede „Wortmeldung“ der großen und kleinen Hähne penibel registriert, bis endlich der diesjährige Sieger feststand: Die Siegeslorbeeren gingen an Egon. Der federfüßige Zwerghahn verwies mit stolzen 166 Krählauten pro Stunde alle anderen Konkurrenten auf die hinteren Plätze.

Großer Trubel in der Halle beim 18. Wettkrähen in Köllmichen. Quelle: Bert Endruszeit

„Wir sind zum ersten Mal dabei und haben uns nun gleich den ersten Platz geholt“, freute sich Besitzerin Michelle Hofmann vom Geflügelzüchterverein Stauchitz und Umgebung bei Riesa. Egon ist gerade mal ein Jahr alt und war von Anfang an ein echter Schreihals. „Uns ist gleich aufgefallen, dass er es etwas lauter mag. Doch unsere Nachbarn haben damit kein Problem, auf dem Dorf ist das ja Alltag“, sagte die 27-Jährige.

„Eigentlich züchten wir ja Tauben, erst im vergangenen Jahr haben wir uns zwei Hähne geholt.“ Warum ihr Egon ein so lauter Geselle ist, weiß niemand. „Wir trainieren nicht mit ihm, er kräht von ganz alleine.“

Drei getrennte Wertungen

Traditionell gab es drei getrennte Wertungen: Urzwerge, Zwerghähne und große Hähne. Während Michelle Hofmann mit ihrem Egon bei den Urzwergen abräumte, holte sich Rudolf Wetzig bei den Zwergen mit 120 Anschlägen den Pokal, mit gezählten 119 Anschlägen siegte Joel Birnbaum bei den großen Hähnen.

Wer gewinnen will, muss bei anderen mitzählen: Rudolf Wetzig siegte mit seinen Zwergen beim 18. Wettkrähen in Köllmichen. Quelle: Bert Endruszeit

Organisator Wilfried Große war sichtlich zufrieden: „Wir haben heute beim Wettkampf 186 Tiere, das ist schon eine tolle Zahl.“ Doch nicht alle gefiederten Teilnehmer ließen etwas von sich hören. „Ein Drittel der Hähne schweigt einfach, den Grund dafür kennt niemand“, so Große. Manche Hühnerrassen würden von Haus aus mehr krähen, da kann schon die richtige Auswahl einige Punkte bringen.

Großer Trubel in der Halle beim 18. Wettkrähen in Köllmichen. Quelle: Bert Endruszeit

Fürs Köllmichener Wettkrähen gelten klare Regeln: Wer ein Tier ins Rennen schickt, muss bei anderen die Strichliste führen. Einer der jüngsten Teilnehmer war Jonas Frank. Der 14-Jährige aus dem erzgebirgischen Zwönitz hatte zwei schwarze Astrolobs-Zwerge mitgebracht. „Ich züchte selbst“, verriet er stolz. Angefangen hat alles vor fünf Jahren mit einem Tombola-Gewinn von zwei Hühnern. Ein Hobby, das längst seine Familie angesteckt hat. „Durch meinen Sohn wurde ich dann auch zum Hühnerzüchter“, sagte Vater Thomas Frank.

Thomas Frank mit seinen Kindern Selina und Jonas beim 18. Wettkrähen in Köllmichen. Quelle: Bert Endruszeit

Den wohl weitesten Weg nach Köllmichen hatten Dorothee Schatz und ihr Mann Christian Schätze aus Koblenz. „Ja, ja, wir heißen wirklich so“, beantworteten sie gleich mögliche Nachfragen. „Wir sind hier auf Heimatbesuch. Daheim haben wir aber kein Geflügel, nur eine Katze und bald auch noch Fische.“

Tierischer Begleiter dabei

Einen tierischen Begleiter hatte die neunjährige Milli aus dem Colditzer Ortsteil Hohnbach mitgebracht. „Mein Lamm heißt Micke und ist gerade mal drei Tage alt. Die Mutter hat es nicht angenommen, nun ziehen wir es selbst groß.“ Keine Frage, dass das Lämmchen viel bewundert wurde.

Die neunjährige Milli mit ihrem drei Tage alten Lamm namens Micke beim 18. Wettkrähen in Köllmichen. Quelle: Bert Endruszeit

Gerd Pöge, Chef der Naunhofer Geflügelzüchter, hatte vier Hähne mitgebracht. „Ein besonderes Krähfutter bekommen die nicht. Wenn ein Hahn nicht kräht, dann ist es ein Tier für die Städter, denn die mögen die ganze Kräherei ja nicht“, sagte er augenzwinkernd. Fürs Aufschreiben war am Freitag seine Frau Rita zuständig. „Sie ist bei uns im Verein ja auch die Schriftführerin.“

Von Bert Endruszeit

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