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20 Jahre Oschatzer Lions: „Wir sind und bleiben voraussichtlich ein reiner Männerclub“

Jubiläum 20 Jahre Oschatzer Lions: „Wir sind und bleiben voraussichtlich ein reiner Männerclub“

Vor zwei Jahrzehnten haben sich Oschatzer Lions gegründet. Seitdem bilden sie einen „festen Posten“ in Sachen Solidarität mit bedürftigen Menschen. Der Erlös der alljährlichen Konzerte im Sommer zum Beispiel kommt Menschen zugute, die es nötig haben. Der Pianist Andreas Boyde, der aus Oschatz stammt und in England wohnt, ist dabei immer ein zuverlässiger Partner.

Lions-Club-Präsident Holger Schmidt (links) bei einer Spendenübergabe.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Der Lions-Club Oschatz feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. Unter anderem ein Grund zur Bilanz. Die Oschatzer Allgemeine sprach mit dem derzeitigem Präsidenten Holger Schmidt vom gleichnamigen Mazda-Autohaus in der Großen Kreisstadt.

Wer hatte die Idee, und wer war Gründungs-Vater?

Initiatoren sind Robert Stadler und Lothar Schmitz, damals Chef der Dresdner Bank in Oschatz. Stadler war in Vorbereitung zu der Gründung eines Rotaryclubs als Lothar Schmitz mit der Idee zur Gründung eines Lions-Club auftrat. Gemeinsame Überlegungen wurden ausgetauscht. Nach Abwägung aller Umstände, Vorteile und Nachteile der jeweiligen Organisationen, wurde der gemeinsame Entschluss zur Gründung eines Lions-Club gefasst.

Mit wie viel Mitgliedern haben Sie begonnen?

Bei der Gründung waren es 19 Mitglieder, wobei sich kurz danach zwei Mitglieder gleich wieder zurück gezogen haben, so dass wir eigentlich 17 Mitglieder zu Beginn waren.

Wie viele sind es heute?

Aktuell sind im Lions-Club 28 Mitglieder engagiert. Bei drei Mitgliedern ruht quasi die Mitgliedschaft wegen beruflicher Ortsabwesenheit. Seit Jahren sind wir aber schon immer über 25 Mitglieder.

Wer war erster Präsident?

Gründungspräsident und erster Präsident war Robert Stadler von Januar 2005 bis Juni 2006. Erster Vizepräsident Frank Kupfer, Zweiter Vizepräsident Dr. Claus Förster, Schatzmeister Lothar Schmitz und Schriftführer Manfred Schade.

Auf welche Ergebnisse sind Sie besonders stolz?

Dass es uns aus zaghaften Anfängen heraus gelungen ist, das Sommerkonzert zu einem kulturellen musikalischen Höhepunkt in der Region mit vielen hunderten Besuchern dauerhaft zu etablieren. Insgesamt macht uns die Tat-sache stolz, wonach fast alle Lions-Mitglieder und eine große Anzahl von unseren Partnerinnen – „Lionessen“ – sich außergewöhnlich stark für die regionalen sozialen Bedürfnisse einbringen, durch persönliches Engagement und eigene finanzielle Beiträge. Nur so sind wir in der Lage, in großem Umfang bei einer hohen Anzahl von Einzelschicksalen und individuellen Bedürfnissen finanziell Hilfe leisten zu können und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, ihr Umfeld bedarfs- und lebenswert zu gestalten.

Wird es 2016 oder später wesentliche Veränderungen geben?

Wesentliche Änderungen sind nicht geplant, wir sind und bleiben voraussichtlich auch künftig ein reiner Männerclub. Erfolgreiche Aktivitäten wie das traditionelle Sommerkonzert, Weihnachtsmarktteilnahme und Ausrichtung einer Kinderweihnachtsfeier werden zielgerichtet weiter fortgesetzt. Künftig wollen wir uns wieder verstärkt zum Stadt- und Vereinsfest engagieren.

Welches große Ziel steuern Sie außer des Konzertes noch an?

Wir haben keine großen Ziele im Focus. Vielmehr wollen wir mit unserem Tun und Handeln, getreu dem Motto der Lions, zu dienen, wie in der Vergangenheit auch, sinnvolle Projekte und Menschen in Not im regionalen Umfeld unterstützend unter die Arme greifen. Als nächstes konkretes Ziel werden wir einen Kinderspielplatz – Sandkasten mit Sonnensegel – im Kinderheim Borna finanziell komplett tragen und selbst zusammen bauen. Im Frühsommer soll dann diese Spielmöglichkeit an die Kinder zur Nutzung übergeben werden.

Mussten sich die Lions auch schon mal über etwas ärgern?

Ja. Lions-Freund Bernd Voigtländer unterstützt – auch durch die Mithilfe anderer Lions – seit vielen Jahren eine Schule in Nepal. Jetzt sollten zwei Lehrer und zwei Schüler nach Oschatz kommen, um zum Beispiele an Schulen zu hospitieren und politische und soziale Projekte kennen zu lernen. Die Flug- tickets waren schon gekauft, aber die Gäste haben kein Visum von der deutschen Botschaft bekommen. Somit sind die Tickets verfallen und die Chance auf einen Besuch in Deutschland vergangen.

Von Gabi Liebegall

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