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Oschatz 20 Millionen Euro Sanierungsbedarf für drei Oschatzer Flüsschen
Region Oschatz 20 Millionen Euro Sanierungsbedarf für drei Oschatzer Flüsschen
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00:23 15.05.2018
Der Striesbach in Merkwitz ist teilweise sogar überbaut. Quelle: Hagen Rösner
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Oschatz

Wie europäische Fragen auch im lokalen ländlichen Raum immer aktueller werden, darüber informierten sich in dieser Woche nicht nur die Oschatzer CDU-Mitglieder beim EU-Abgeordneten Hermann Winkler, sondern auch die Mitglieder des Oschatzer Hauptausschusses bei Hildrun Berger. Hildrun Berger ist innerhalb des städtischen Bauamtes für die Gewässer der Stadt Oschatz zuständig und informierte die Abgeordneten über die geplanten Maßnahmen der Stadt, die nach der Wasserrahmenrichtlinie in den kommenden Jahren anstehen. Die Wasserrahmenrichtlinie wurde innerhalb der EU erarbeitet und ist seit 2004 in Sachsen Landesrecht.

Oschatz hat ein Gewässernetz von 42 Kilometern

„Wir haben uns in den vergangenen Beratungen des Stadtrates oder in den Ausschüssen immer wieder mit Projekten zur Wasserrahmenrichtlinie beschäftigt. Daraus ist der Wunsch entstanden, mal einen umfassenden Blick auf das Thema innerhalb der Stadtgrenzen zu werfen“, so der Oberbürgermeister Andreas Kretschmar über die Hintergründe.

Die Wasserrahmenrichtline schreibt vor, dass sich der Zustand von Gewässern nicht verschlechtern darf und innerhalb von drei weitgefassten Zeitabschnitten einen „guten Zustand“ erreichen soll. „Innerhalb des Oschatzer Stadtgebietes haben wir ein Gewässernetz von 42 Kilometern, welches wir bewirtschaften“, erklärt Hildrun Berger. Zur Durchsetzung der Wasserrahmenrichtline wurden durch das Sächsische Umweltministerium für einzelne Gewässer Bewirtschaftungspläne erstellt. „Für das Stadtgebiet liegen uns Bewirtschaftungspläne für den Striesgraben, den Sandbach sowie für den Strangraben vor“, so die Mitarbeiterin des Bauamtes. In den vielseitigen Dokumenten ist nicht nur der Ist-Zustand festgehalten, sondern auch die Kosten, die notwendig sind, um das Gewässer in einen einwandfreien naturnahen und ökologisch einwandfreien Zustand zu bringen. Die Hauptausschussmitglieder staunten nicht schlecht, als sie die Zahlen erfuhren. So sind für den Sandgraben rund 11,5 Millionen Euro, für den Striesgraben 6,8 Millionen Euro und für den Stranggraben rund 2,3 Millionen Euro angesetzt. Dabei handelt es sich nur um die Teile des Gewässers, die auf Oschatzer Stadtgebiet liegen.

Landwirte sind bei den angedachten Maßnahmen mit eingebunden

Allerdings kommt die Umsetzung der Wasserrahmenrichtline nur stockend voran. Bis 2015 erfüllten nur drei Prozent der sächsischen Gewässer und bundesweit nur sieben Prozent der Gewässer die Vorgaben der Richtlinie. Allerdings, so machte Hildrun Berger deutlich, sei die Umsetzung ein sehr zeitaufwendiger Prozess, in den nicht nur die Stadt, sondern auch Gewässereigentümer und angrenzende Landwirte mit eingebunden sind.

Ein aktuelles Projekt auf dem Oschatzer Stadtgebiet ist die Renaturierung des Mühlgrabens bei Leuben. Hier soll die Verrohrung entfernt und wieder der natürliche Bachlauf hergestellt werden. „So etwas funktioniert nur, wenn alle Beteiligten gut zusammenarbeiten“, so Berger. Sie geht davon aus, dass das Vorhaben von Leuben bis 2020 umgesetzt ist. Dazu sollen auch Fördermittel verwendet werden. Der Freistaat Sachsen stellt dazu Förderquoten zwischen 65 und 90 Prozent der anfallenden Kosten bereit.

Von Hagen Rösner

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