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200 Schützen beim Pfarrer einquartiert

200 Schützen beim Pfarrer einquartiert

Für die Dahlener Bevölkerung waren das keine angenehmen Zeiten. In der Heide mussten Holz und Palisaden geschlagen und nach Torgau transportiert werden, wo man die kommende Entscheidungsschlacht erwartete.

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Ein vom napoleonischen Quartieramt in Dahlen ausgehangener Befehl.

Quelle: Privat

Allein die Versorgung mit Lebensmitteln war ein enormer Aderlass für die Bevölkerung. Ein Erlass der napoleonischen Militärbehörde bestimmte, worauf jeder einquartierte französischen Soldaten täglich Anspruch hatte. So stand ihnen "zum Frühstück ein Butterbrot und ein Gemüse, eine halbe Flasche Wein und eine Kanne Bier; zum Abendbrot eine Suppe oder Gemüse oder Fleisch, Brot und eine Kanne Bier" zu. Die Mahlzeiten der Dahlener Einwohner, dürften da schon wesentlich karger ausgesehen haben.

 

So ist es kein Wunder, dass jene Einheiten von Napoleons Gegnern, die als erste in Dahlen einzogen, von der hiesigen Bevölkerung wie Befreier empfangen wurden. In Dahlen war das eine Abteilung russischer Kosaken, denen die hier stationierten sächsischen Truppen weichen mussten. Die Kosaken besetzen den Weinberg und den Burgberg und stellten Feldposten in Richtung Luppa, Calbitz und Böhla auf. Auf diesen zwei Anhöhen wurden Kanonen in Stellung gebracht und es hatte ganz den Anschein, als ob es in Dahlen zu einer Schlacht kommen sollte.

 

Dahlen hatte aber Glück, denn die Schlacht wurde schließlich bei Großgörschen geschlagen. Napoleon siegte noch einmal und seine Gegner mussten sich hinter die Elbe zurückziehen.

 

Die Kosaken zogen am 8. Mai wieder von Dahlen weg nach Mühlberg, wobei Strehla und Belgern in Flammen aufgingen. Diese Einheiten wurden sogleich von napoleonischen Truppen abgelöst. So quartierten sich am 10. und 11. Mai allein beim Pfarrer über 200 von Oschatz kommende Schützen ein, die er mit Brot, Bier und Branntwein abspeisen musste, bevor sie nach Torgau weiterzogen.

 

Kaum waren sie fort, machten es sich fünf Franzosen bei ihm bequem, die ihn sehr "plagten". Die zur Hilfe gerufene Stadtwache begleitete sie hinweg, jedoch nicht ohne dass sie "vielerley Sache" mitgenommen hatten. Am 12. Mai zogen drei Stunden lang französische Truppen durch Dahlen, am Tag darauf "nur" noch 500 Mann. Am 14. Mai gab es vorerst die letzte Einquartierung durch französische Kavallerie in Dahlen.

Hartmut Finger

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