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2009: Rettung für den Liebschützberg – Gesteinsabbau ist vom Tisch

25 Jahre OAZ 2009: Rettung für den Liebschützberg – Gesteinsabbau ist vom Tisch

Jahrelang haben die Bewohner rings um den Liebschützberg um die Zukunft des Höhenzuges gezittert. Ein Unternehmen wollte hier großflächig Gestein abbauen. Der Kampf der Abbaugegner hat sich letztendlich gelohnt. Im Jahr 2009 beerdigte das Unternehmen seine Abbaupläne für diesen Standort endgültig.

Die Retter des Liebschützberges neben dem Gedenkstein auf dem Höhenzug.

Quelle: Dirk Hunger

Liebschützberg. Vor 25 Jahren hatten die Leser die erste OAZ in den Händen. Begleitend will die OAZ mit einer Erinnerungs-Serie auf Höhen und Tiefen der vergangenen 25 Jahre zurückblicken. Heute blicken wir auf die Rettung des Liebschützberges zurück.

Der Jahre währende Kampf gegen den Gesteinsabbau in Liebschützberg hat sich gelohnt. Obwohl niemand wusste, ob die Bürgerinitiative Erfolg haben würde, haben sich viele Menschen daran beteiligt. Die Schotter- und Kiesunion Leipzig-Hirschfeld hatte sich Anfang der 1990er Jahre den Gesteinsabbau um den Liebschützberg bergrechtlich gesichert, Gleiches kam für 98 Hektar bei Cavertitz hinzu. Das Unternehmen wollte hier Granodiorit-Gestein abbauen – bis zu 15 Millionen Tonnen auf einem bis zu 20 Hektar großen Gebiet. Anwohner nahmen die Pläne nicht hin, sie gründeten die Bürgerinitiative. Während des Planfeststellungsverfahrens reichten sie über 800 Einwände ein. Der Widerstand – auch mit politischer Unterstützung – fruchtete schließlich. Anfang Dezember 2009 erfuhren die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass es keinen Gesteinsabbau am Liebschützberg geben werde.

Steinbruch-Protest würdig abgeschlossen

Zum Liebschützbergfest gab es daraufhin eine Bilderschau mit historischen Fotos aus der Gemeinde Liebschützberg, die der Fotograf Thomas Barth zusammengestellt hatte. Die Idee für dazu sei gemeinsam mit Udo Czapowski, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Rettet den Höhenzug Liebschützberg, entstanden, nachdem die Gesteinsabbau-Pläne am Liebschützer und Cavertitzer Berg vom Tisch waren, sagte damals Thomas Barth. „Wir wollten die Steinbruch-Proteste würdig abschließen und gleichzeitig etwas für die Zukunft tun. Der Berg und das Fest müssen weiter belebt werden, damit diese schöne Landschaft erhalten und sinnvoll genutzt werden kann“, ergänzte der damals 34-Jährige. Udo Czapowski, der Chef der Bürgerinitiative „Rettet den Liebschützberg“ – er lebt jetzt in Erfurt – und seine Mitglieder waren es, die nicht locker gelassen haben. Ein offenes Ohr für die Bürgerinitiative hatten damals auch die beiden Christdemokraten Manfred Kolbe, der damalige Bundestagsabgeordnete, und Frank Kupfer, der ehemalige sächsische Landwirtschaftsminister sowie Landrat Michael Czupalla (CDU).

Kunstaktion zeigt Wirkung

Sie alle haben nichts unversucht gelassen, den Gesteinsabbau zu verhindern. Ein Beispiel war das Kunstprojekt: „Der Liebschützberg ist um eine Attraktion reicher: Dresdener Kunststudenten haben neun ganz unterschiedliche Kunstwerke rund um die Bockwindmühle der Gemeinde übergeben. Die Kunstwerke sind der i-Punkt und zeigen, dass der Berg für etwas Anderes als für den Gesteinsabbau gedacht ist“, sagte damals Bürgermeister Karl-Heinz Börtitz bei der Übergabe.

Lange hätten sich die Studenten von der Dresdener Kunsthochschule intensiv mit dem Berg und der Windmühle auseinander gesetzt. Entstanden sind dabei sehr unterschiedliche Arbeiten, die doch alle mit der Mühle verbunden sind. Auch die Wahl der Materialien fiel unterschiedlich aus.

Fakt ist, dass auch diese Aktion Wirkung hinterlassen hat, ebenso Dia-Vorträge oder Foren, in denen sich die Bürger zu der Absicht Gesteinsabbau äußern konnten. Es war ein schwerer Kampf gegen die wirtschaftlichen Argumente.

Nicht nur den eigenen Protest hat sich die Bürgerinitiative auf die Fahnen geschrieben. Ihr Ziel war es auch, die Aktivitäten anderer gegen den Abbau zu unterstützen. Czapowski zählt einige Erfolge dabei auf: 1993 wurde der Höhenzug Landschaftsschutzgebiet, danach wurde er im Landesentwicklungsplan als geschütztes Gebiet eingeordnet, wieder später wurde die alte Salzstraße, die über den Berg führt, denkmalgeschützt.

Für ihr Engagement erhielt die Bürgerinitiative 2001 den Feldschlößchen Naturschutzpreis. In diesem Frühjahr hat sich der Verein „Rettet den Liebschützberg“ aufgelöst – sein Ziel hat er erreicht.

Weitere Teile der Serie 25 Jahre OAZ:

„Als der Wilde Robert zur Schule fuhr“ (1995)

„Erster Spatenstich für neue Turnhalle in Wermsdorf“ (2011)

„Volle Kanne: Oschatz 2009 auf dem Weg zum Weltrekord“ (2009)

„Wurde das Bernsteinzimmer in Wermsdorf versteckt?“ ( 2007)

„1993: Sowjet-Soldaten ziehen ab und hinterlassen explosives Erbe“ (1993)

„1999: Caroline wird erste Miss Oschatz“ (1999)

„2007: Wermsdorfer Hubertuskapelle esrtrahlt in schönster Rokoko-Pracht“ (2007

Oschgar lädt 2006 zur Landesgartenschau nach Oschatz ein (2006)

„1991: Die LVZ mausert sich zur Heimatzeitung OAZ“ (1991

2005: Aegidien-Kirche ist gerettet

Von Gabi Liebegall

Liebschützberg 51.3342176 13.1486377
Liebschützberg
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