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Oschatz 25 Jahre OAZ: Die Suche nach dem Bernsteinzimmer in Wermsdorf
Region Oschatz 25 Jahre OAZ: Die Suche nach dem Bernsteinzimmer in Wermsdorf
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06:00 27.05.2016
Das Buch „Gebunkerte Geheimnisse“. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Wermsdorf

Vor 25 Jahren hatten die Leser die erste OAZ in den Händen. Am 5. Juni feiert die Oschatzer Allgemeine bei der Kleinen Gartenschau im Oschatz-Park ihr Geburtstagsfest. Begleitend will die OAZ mit einer Erinnerungs-Serie auf die Höhen und Tiefen der vergangenen 25 Jahre zurückblicken. Heute geht es um die Suche nach dem Bernsteinzimmer in Wermsdorf.

Auf diesen Tag hatten sie zwei Jahrzehnte hingearbeitet. Am 6. Juli 2007 präsentierten die Oschatzer Journalistin Gabi Liebegall (heute 60) und der Wermsdorfer Bauingenieur Manfred John (heute 74) erstmals ihr gemeinsames Buch „Gebunkerte Geheimnisse“ der Öffentlichkeit im Wermsdorfer Seegasthof am Horstsee. Das Autoren-Duo beschreibt darin die Suche nach dem sagenumwobenen Bernsteinzimmer, das seit 1944 spurlos verschwunden und möglicherweise in den Kellergewölben des Schlosses Hubertusburg oder in einem Stollen des Wermsdorfer Steinbruches versteckt wurde.

Mysteriöser Funkspruch weist auf Schloss Hubertusburg

Ein mysteriöser Funkspruch war es, von dem Manfred John 1987 elektrisiert wurde. Damals las er im Sommerurlaub zum ersten Mal den DDR-Klassiker der Bernsteinzimmer-Sucher von Paul Enke. Der Hobbydetektiv Enke berichtete darin von einem geheimnisvollen Funkspruch. Der wurde nach Kriegsende in einer alten Kartentasche gefunden. Der Funkspruch lautete „Aktion Bernsteinzimmer beendet. Einlagerung in B. Sch. Zugänge versprengt. Opfer durch Feindeinwirkung“. Bei Manfred John machte es Klick. „B Sch W“ – war das die Abkürzung für Barockschloss Wermsdorf?

Der Zufall wollte es, dass John das Schloss Hubertusburg wie kaum ein anderer kannte. Jahrelang war er hier als technischer Leiter tätig gewesen und konnte deshalb auf die Bauzeichnungen des Schlosses zugreifen. Dabei gab ihm die Südwestecke der Anlage Rätsel auf. Hier gibt es zwar zugemauerte Kellerfenster, doch ein Keller existiert in den Bauzeichnungen nicht. Im Jahr 2000 war des Rätsels Lösung greifbar nahe. Der Schachtbau Nordhausen bohrte die angeblich nicht unterkellerte Ecke des Schlosses an – und fand nichts. Die Experten seien auf rätselhafte Auffüllungen unter dem Fußboden des Erdgeschosses gestoßen, stand im Grabungsbericht.

Geheimnisvoller Gang im Steinbruch

Parallel zum Schloss Hubertusburg suchten Manfred John und Gabi Liebegall, die sich seit 1990 an der Suche nach den goldgelben Bernstein-Vertäfelungen beteiligte, im Wermsdorfer Steinbruch nach dem verschollenen Kunstwerk. Hier sollen im Frühjahr 1945 Pioniertruppen der deutschen Luftwaffe gesichtet worden sein. Hatten die Soldaten das Bernsteinzimmer im alten Wermsdorfer Steinbruch deponiert? Diese Vermutung erhielt Nahrung, als der damalige Chef des Steinbruchs Kurt Müller in einem Stollen ein Loch fand. Hier begann ein 60 Meter langen Stollen, an dessen Ende sich eine Wand aus Steinplatten befand. Hier ging es nicht weiter. Ein Luftbild vom 20. April 1945 zeigte einen weißen Strich in der Nähe des Stollens. Dabei könnte es sich um eine Betonplatte handeln, mit der ein Depot unter der Erdoberfläche abgedeckt worden war. Doch auch dieses Rätsel wird ungelöst bleiben. Denn genau an der Stelle, wo sich auf dem Luftbild der weiße Strich befand, türmt sich heute eine 20 Meter hohe Halde aus Steingeröll.

Trotzdem sie bis heute das Geheimnis des Bernsteinzimmers bisher nicht lüften konnten, haben John und Liebegall diesen Traum noch nicht aufgegeben. „Es gibt viele Ungereimtheiten und auch noch einen schwachen Hoffnungsschimmer“, sagt Manfred John. Bei einem Gespräch mit Georg Unland habe er den Eindruck gewonnen, dass der sächsische Finanzminister Feuer gefangen habe. Sachsen ist der Eigentümer des Schlosses Hubertusburg. Vielleicht wird hier eines Tages noch einmal gründlicher als im Jahr 2000 gebohrt.

Von Frank Hörügel

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