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27 Ehrenamtliche aus der Collm-Region bieten Begleitung in den letzten Stunden

Hospizdienst 27 Ehrenamtliche aus der Collm-Region bieten Begleitung in den letzten Stunden

Vor zehn Jahren wurde in der Oschatzer Region der Hospizdienst aus der Taufe gehoben. Inzwischen hat sich der Dienst in der Region etabliert. In der Klosterkirche konnte das Zehnjährige Jubiläum gefeiert werden. Dabei gab es Auszeichnungen mit der Ehrennadel des Fördervereins Hospizarbeit Nordsachsen.

Diese Frauen gehören zu den ehrenamtlichen Hospizhelfern in der Region Oschatz, die sich seit 2006 engagieren.

Quelle: Bärbel Schumann

Oschatz. Das Sterben ist oft noch ein Tabu-Thema, das in der Öffentlichkeit vielfach gemieden wird. Doch es ist ein Thema, das nicht erst am Ende eines Lebens zu einem solchen werden sollte. Sterben ist kein Thema, das nur Ältere betrifft. Tod kennt bei Verkehrsunfällen, bei schweren Krankheiten, bei anderen Schicksalsereignissen kein Alter. Und der Sterbeweg kann lang sein, für Betroffene wie für ihre Angehörige. Gut, wenn man ihn dann nicht allein gehen muss und Hilfe, Begleitung von Hospizhelfern erfahren kann. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Ökumenischen Ambulanten Hospizdienst beim Evangelischen Diakoniewerk Oschatz-Torgau. Derzeit engagieren sich hier 27 Ehrenamtliche, nicht alle unmittelbar im Begleitdienst. 2006 wurde begonnen unter der Leitung von Romy Kuntzsch dieses Angebot bei der Diakonie aufzubauen. „2006 fand der erste Kurs mit zehn Interessierten statt“, berichtet Ina Jochem, Koordinatorin bei der Diakonie Oschatz-Torgau für den Hospizdienst, bei einer Rückschau anlässlich einer Feierstunde „10 Jahre Ökumenischer Ambulanter Hospizdienst in Oschatz“. Seitdem waren 307 Menschen an den letzten Tagen, ja Stunden in ihrem Leben nicht allein. 694-mal wurden zudem Menschen in ihrer Trauer begleitet. Gernot Dörfel, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Oschatz-Torgau, unterstrich mit seinen Worten zu Beginn der Feierstunde, dass den im Hospizdienst Engagierten nicht genug gedankt werden könne. Zugleich wünschte er ihnen Kraft, Beständigkeit, Durchhaltevermögen für diesen Dienst. Vor zehn Jahren entschied sich auch Marika Mahler aus Dahlen, sich im Hospizdienst einzubringen. Über Beweggründe redet sie offen. „Ich habe bei einer schweren onkologischen Erkrankung selbst gemerkt, dass nicht Tabletten das Wichtigste für einen kranken Menschen sind, sondern Zuwendung. Deshalb hatte ich überlegt, selbst etwas an andere weiterzugeben und wollte mich eigentlich in der Notfallseelsorge einbringen“, blickt die 53-Jährige zurück. Durch Zufall erfuhr die gläubige Christin vom Vorhaben, einen ambulanten Hospizdienst aufzubauen und überlegte nicht lange. Heute gehört sie zu den Frauen, die mit viel Herz einen nicht immer leichten Dienst tun. „Es ist aber auch viel, was man menschlich zurückgeschenkt bekommt“, sagt die Dahlenerin. Und es gehöre ganz viel Vertrauen auf der Seite der Betroffenen dazu, auf der Seite der Hospizhelfer Akzeptanz des Willens des Sterbenden.

Marika Mahler und weitere zwölf Frauen wurden anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Hospizdienstes in Oschatz mit der Ehrennadel des Fördervereins Hospizarbeit Nordsachsen ausgezeichnet. Eine Ehrung, die als Anerkennung für dieses Engagement im Kreis durch den Verein in diesem Jahr geschaffen wurde und mit der bereits Ehrenamtliche aus der Region Torgau im Vormonat geehrt wurden. „Diese Auszeichnung ist, gemessen an der Arbeit die sie leisten, klein“, erklärte Hans-Otto Schlotmann, Vorsitzender des Vereins. Zugleich warb er für mehr Mitgefühl, Menschlichkeit in der Gesellschaft und Unterstützung der Arbeit aller Hospizhelfer und Projekte. Zu letzteren gehört der Bau eines Ökumenischen Hospizes für den Landkreis in Torgau, für das der Förderverein die Trägerschaft übernommen hat.

Von Bärbel Schumann

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