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Oschatz 3. Nordsächsischer Tourismustag in Oschatz
Region Oschatz 3. Nordsächsischer Tourismustag in Oschatz
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00:21 15.06.2018
Cindy Müller-Wittig (3.v.r) testet vor Beginn der Vorträge im Thomas-Müntzer-Haus am Stand der Stadt Delitzsch den virtuellen 360-Grad-Rundgang. Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Oschatz

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Nordsachsen richtete am Dienstag im Thomas-Müntzer-Haus einen Tourismustag aus. Rund 80 Gäste aus Gemeindeämtern, Tourismus-Informationen, Hotels und Gastronomiebetrieben fanden das Thema „Digitalisierung im Tourismus – Alles bleibt anders“ so spannend, dass sie von Bad Düben, Delitzsch oder Ochsensaal nach Oschatz kamen.

„Man darf die Digitalisierung nicht ignorieren, sie durchdringt alle Branchen“, betonte Dr. Mathias Feige, geschäftsführender Gesellschafter der Berliner DWIF Consulting. Die Anzahl der Menschen, für die mobiles Netz zum Alltag gehöre, wachse beständig. Es werde zwar auch immer digitale und mobile Verweigerer geben – aber immer weniger. Darin, dass das Netz nichts vergesse, könnte man eine Drohung sehen, aber auch eine Chance. Es speichere eben auch positive Empfehlungen für Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote...

Datenflut im Netz als Problem

Als eines der größten Probleme, dem sich die Tourismusbranche im Zeitalter der Digitalisierung stellen muss, sieht Dr. Feige die Datenflut. Das Datenvolumen im Internet habe 2015 zirka 16 Zettabyte (eine Zahl mit 21 Nullen) betragen. Wie soll der potenzielle Gast oder Kunde auf die Botschaft, die man ihm senden will, aufmerksam werden?

Markante Botschaften als Lösung

Die Lösung laute Reduzierung. Der Erbringer touristische Leistungen solle den potenziellen Kunden keine lange Liste mit Leistungen anbieten. Vielmehr müsse er das Gefühl vermitteln, dass man unbedingt bei ihm buchen wolle. Man müsse als Anbieter Geschichten erzählen und Beziehungen aufbauen. Sonst bleibe einem nur übrig, zu versuchen, mit günstigen Preisen auf einem gesättigten Markt zu überstehen.

Damit war Mathias Feige schon bei den sozialen Netzwerken angelangt. Man müsse erkennen, dass man als Anbieter nicht mehr Herr der Informationen sei, die über den Betrieb oder das Reiseziel in der Welt seien. Auch hier betonte der Referent, dass darin eine Chance liege. Man habe viele potenzielle kostenlose Helfer beim Marketing: zufriedene Gäste.

Online-Bewertungen mit Mut angehen und für Verbesserungen nutzen

Diesen Aspekt beleuchteten anschließend Ole Hartjen und Susann Schmieder vom Heide Spa Bad Düben näher. Ein Mitarbeiter im Haus beschäftige sich fast ausschließlich mit den Gästebewertungen. Das schließe auch ein, dass diese kommentiert würden. Markant sei, dass 32 Prozent der Gäste, die den Kontakt zulassen, der Anfrage, das Heide Spa zu bewerten, nachkommen würden. Bei den herkömmlichen Umfragezetteln auf den Zimmern läge diese Rücklaufquote bei lediglich fünf Prozent. Sich der Online-Bewertung zu stellen erfordere Mut. Man sei auch nicht jedermanns Liebling, erkenne aber deutlich, welche Zielgruppen zufrieden seien und wo noch Wünsche offen blieben. Diese Rückmeldungen der Gäste würden in den Dienstberatungen immer eine Rolle spielen: Positive Bewertungen, um die Mitarbeiter zu motivieren – negative, um nach Möglichkeiten zur Verbesserung zu suchen.

Digitale Möglichkeiten scheitern bei Schnecken-Netz

Nach der Mittagspause referierte Sandra Brand von der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) über Möglichkeiten der Zusammenarbeit und stellte dabei digitale Plattformen vor, die die LTM nutzt und ihren Mitglieder öffnet. Im Anschluss diskutierte Manfred Böhme vom Landestourismusverband, der die Tagung moderierte, mit Vertretern von drei Betrieben über die Chancen der Digitalisierung in ihrer Branche. Sowohl Dagmar Schwarze, Juniorchefin der Wermsdorfer Seegasthöfe als auch Thomas Dittmann, dessen Verein das Schullandheim in Olganitz betreibt, sprachen fehlende Möglichkeiten aufgrund der niedrigen Kapazitäten ihrer Internetanschlüsse an. Dagmar Schwarze will auf jeden Fall die Online-Buchbarkeit ihrer Häuser vorantreiben. Thomas Dittmann weiß, dass die Schulklassen bei der Anreise über fehlendes Netz stöhnen, es bei der Abreise aber nicht mehr schlimm finden. Er vermutet, dass er in Zukunft, wenn mehr Daten fließen können, um Online-Bezahlsysteme nicht herumkommen werde. Vor anderen Herausforderungen sah sich André Zwerschke, ein Anbieter aus dem Neuseenland. Es müssten viele Internet-Kanäle bespielt werden, um alle Zielgruppen zu erreichen. Man arbeite daran, auf einem Buchungsportal Unterkünfte, Sportangebote und Gastronomie zu bündeln.

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