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Oschatz 34-jähriger Nerchauer ist neuer Kultursekretär im Kulturraum Leipziger Raum
Region Oschatz 34-jähriger Nerchauer ist neuer Kultursekretär im Kulturraum Leipziger Raum
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00:49 09.03.2018
Die Landräte Henry Graichen (l.) und Kai Emanuel (r.) mit dem neuen Kultursekretär Sebastian Miklitsch. Quelle: Simone Prenzel
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Landkreis Leipzig/Zweenfurth

Der Kulturraum Leipziger Raum hat seit Montagabend einen neuen Chef. Sebastian Miklitsch, ehemaliger Jugendoffizier der Bundeswehr, Diplomsportwissenschaftler und Absolvent der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Meißen, wurde vom Kulturkonvent zum neuen Kultursekretär bestellt. Der 34-Jährige tritt seine Tätigkeit am 1. April an.

Mit der Entscheidung wird eine monatelange Vakanz beendet. Seitdem der bisherige Kultursekretär Holger Pethke Mitte 2017 von Landrat Henry Graichen (CDU) nach nur wenigen Monaten im Amt beurlaubt worden war, wurden die Geschäfte kommissarisch geführt. Mit dem Neuen an der Spitze soll nun endlich wieder Kontinuität einziehen.

Kultursekretär ist beim Kulturraum angestellt

Graichen, zugleich Vorsitzender des Kulturkonvents, erklärte, dass der Kultursekretär erstmals beim Kulturraum angestellt wird. Seit Bestehen des Zweckverbandes wird die Funktion Kultursekretär/Kultusamtsleiter in Personalunion geführt. „Nunmehr wird der Chefposten erstmals losgelöst von der Amtsleiterstelle im Bornaer Landratsamt besetzt“, erläuterte Graichen zum Prozedere. Die Mitarbeiter des Kultursekretariats bleiben weiter bei den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen, die den Kulturraum bilden, angestellt.

Als „vertrauensbildende Maßnahme“, wie es Graichen formulierte, waren die zuständigen Ausschüsse unmittelbar vor der Konventsitzung über die Besetzung des Spitzenpostens informiert worden. Aus geografischen Gründen hatte man sich für Zweenfurth als Tagungsort entschieden, um den Nordsachsen einen noch weiteren Wege zu ersparen. Im Bürgerhaus des Borsdorfer Ortsteils nutzten Kreisräte die Gelegenheit, dem Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Entscheidungsbefugt war allerdings nur der Konvent mit zwei stimmberechtigen Mitgliedern: Landrat Graichen und seinem nordsächsischen Amtskollegen Kai Emanuel (parteilos).

50 Bewerber auf den Posten

Auf den Posten hatten sich 50 Kandidaten beworben. Nachdem ein Wunschkandidat aus dem Vogtland in letzter Minute aus persönlichen Gründen absagte, rückte der Nerchauer Sebastian Miklitsch in den Fokus. „Er bringt alle Voraussetzungen mit, die wir an dieser Stelle brauchen“, zeigte sich Graichen überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben.

Zur Vita des gebürtigen Wurzeners, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, zählen zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Nach dem Abitur absolvierte der Muldentaler ein Sportstudium an der Hochschule der Bundeswehr in München, war später an der Offiziersschule des Heeres in Dresden für Öffentlichkeitsarbeit und politische Bildung zuständig. Seine kommunikative und offene Art habe er auch als Referent für Sicherheits- und Verteidigungspolitik in der Region Leipzig einbringen können, erklärte der Bewerber. In dieser Funktion nahm Miklitsch an Podiumsdiskussionen, Ausbildungsmessen und Schulstunden teil. „Alle Orte der beiden Landkreise kenne ich deshalb gut.“ Als Jugendoffizier, stationiert an der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig, referierte er vor Jugendlichen unter anderem über Einsatzgebiete der Soldaten in Krisenregionen dieser Welt.

Sebastian Miklitsch aktuell bei der Stadt Leipzig beschäftigt

„Bundeswehr sollte aber nicht alles gewesen sein in meinem Leben“, berichtete der Nerchauer, „deshalb habe ich mich nach zwölf Jahren noch einmal umorientiert.“ Es folgte ein Abschluss in Journalismus, Marketing und PR an der Leipzig School of Media. Auch mit kommunalen Finanznöten kennt sich der 34-Jährige aus. „Meine Bachelorarbeit an der Verwaltungshochschule in Meißen war dem Thema doppische Jahresabschlüsse sächsischer Kommunen gewidmet.“ Sportlich ist Miklitsch seit frühester Kindheit aktiv. Im Floorball brachte er es bis zum Nationalspieler.

Aktuell sorgt der Nerchauer als Angestellter der Stadt Leipzig dafür, dass nichts aus dem Ruder läuft. „In der Stadtkasse bin ich in der internen Kontrolle tätig, um Schaden von der Kommune abzuwenden.“ Als jemand, „der sich gern in Dinge reinfuchst, Prozesse analysiert, Schwachstellen feststellt, um Abläufe zu optimieren“, charakterisierte sich der Neue selbst.

Emanuel: „Lassen Sie ruhig ein paar Fettnäpfchen aus“

Dass es im Kulturraum an etlichen Stellen hängt, sei ihm dabei nicht verborgen geblieben. „Hier sehe ich meine Aufgabe als Kommunikator. Ich möchte Interessen vereinen, um Kulturförderung so umzusetzen, wie wir uns das alle vorstellen.“ Graichen sah es dabei als Vorteil an, dass der Neue unbefangen an die Dinge herangehe. Der Nordsachse Kai Emanuel wünschte dem 34-Jährigen das nötige Einfühlungsvermögen und ein gutes Händchen. Vor allem im Umgang mit den vielen Ehrenamtlichen, die in der Kultur wirken. In Anspielung auf diverse Befindlichkeiten fügte der Torgauer außerdem etwas launig hinzu: „Und nehmen Sie nicht gleich alle Fettnäpfchen mit. Lassen Sie ruhig ein paar aus.“

Von Simone Prenzel

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