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Oschatz 460 Zuschauer erleben "Eine Nacht im Russenpuff" im ausverkauften Thomas-Müntzer-Haus
Region Oschatz 460 Zuschauer erleben "Eine Nacht im Russenpuff" im ausverkauften Thomas-Müntzer-Haus
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12:47 27.09.2011
Stimmung Schlag auf Schlag: Tom Pauls (links) Detlev Rothe und Katrin Weber strotzen vor Spielfreude auf der Bühne in Oschatz. Quelle: Sven Bartsch

Das ist die erste der vielen Einsichten, die Tom Pauls in seiner Rolle als Semjon Alexandrowitsch über "die Deutschen" zum Besten gibt. Zusammen mit Diener Kusma (Detlev Rothe) ist er in Deutschland angekommen, um - genau - einen Russenpuff zu eröffnen. Diesen besuchten am Sonntagabend 460 Männer und Frauen im Thomas-Müntzer-Haus, und Dank der Künstler auf der Bühne vergaßen die Zuschauer ganz schnell, dass sie in der Oschatzer Stadthalle saßen. Wo der Puff im Stück sich denn nun genau befindet, das wird nicht verraten. Überhaupt wird in diesem Stück gar nichts erklärt, es wird von Anfang an nur abgebildet. Da stört es wenig, dass sämtliche Klischees und Vorurteile über die Bürger der Bundesrepublik Deutschland zwischen den Zeilen hervorblitzen.

Perfekt ergänzt wird das schnoddrige Männerduo durch die Sängerin Katrin Weber, die an diesem Abend alles gab: Egal ob Schweizer Diva, naives Ami-Dummchen oder russisches Rasseweib: Sie ist immer eine Wucht und erfüllt jeden Typ mit Leben. Aus ihrer Stimme holt sie alles raus, sehr zur Freude des Publikums. Eben eine Frau für jede Tonart. Und selten hat man Männer, wie sie hier von Tom Pauls und Detlev Rothe dargestellt werden, intensiver leiden sehen.

Ein Hochgenuss ist "Schwarze Augen" aber vor allem deshalb, weil die drei Akteure nicht nur spielen, sondern ihre Rollen leben: Es wird gesoffen, gesungen und gestichelt, was das Zeug hält, in dieser Nacht im Russenpuff. Sie dauert 90 Minuten, und doch wünscht man sich, sie würde niemals enden.

Hochprozentig, frivol, umwerfend ehrlich und erotisch, diese Mischung macht das Trio so grandios und reißt die Zuschauer immer wieder zu begeisterten Beifallsstürmen hin. Zwischen Samowar und Balalaika knistert es gewaltig, wenn die beiden Exil-Russen, von einem halben Dutzend Damen (allesamt Katrin Weber) angestachelt, ihre guten Manieren verlieren: Die Dialoge sind atemberaubend, anzüglich und alles andere als verklemmt.

Leerlauf oder Langeweile sind Fremdwörter in Holger Böhmes Inszenierung. Unter seiner Regie entspinnt sich eine Mischung aus Kabarett, Theater und Musical. Das Stück bedient sich überall und schafft etwas völlig Neues, das keinem Vergleich standhält. Vom Musical das zusammengewürfelte Liedgut, vom Theater die Möglichkeit, mit Minimalkulisse viel zu erreichen und vom Kabarett das Spiel mit dem Publikum. Wer Karten für die erste Reihe kauft, ist selber schuld, denn er muss damit rechnen, mit der Weber Wodka zu vernichten!

Christian Kunze

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