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Oschatz 57 Hähne krähen in Luppa um die Wette
Region Oschatz 57 Hähne krähen in Luppa um die Wette
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06:00 19.06.2017
99-mal krähte der Hahn von Annalena Schüttig und gewann damit. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Luppa

Das hatte sich Annalena Schüttig noch schnell überlegt: Wenn schon Hähnekrähen im eigenen Ort, dann wollte die Siebenjährige auch an den Start gehen. „Das war ein guter Schachzug“, urteilte Volkmar Beier von den Veranstaltern des Rassegeflügelzuchtvereines Luppa. Kein Wunder, denn ihr Australorp-Hahn meldete sich lautstark zu Wort: In einer Stunde insgesamt 99-mal. Damit holte sich die Schülerin den Sieg in der Kategorie der großen Hähne, vor Annett Schellöh, deren Hahn 67-mal krähte und Isa Birnbaum, deren Tier es immerhin noch auf 43 Rufe brachte.

„Für die großen Tiere sind das ganz gute Ergebnisse, diese Rassen krähen nicht so häufig wie die kleineren Hähne“, erklärte Volkmar Beier, weshalb es zwei Wertungen im Wettbewerb gibt. Neben Vereinsmitgliedern aus Luppa waren auch Züchter aus dem Umkreis – von Salbitz bis Sitzenroda – zum Hähnekrähen auf den Pfarrhof gekommen. Wer gestern kurz nach 8 Uhr im Ort noch nicht munter war, wurde dann lautstark geweckt. Oder hatte einen beneidenswert festen Schlaf.

Helfer nahmen jeweils drei oder vier der Tiere ins Visier und hielten per Strichliste fest, wie oft sich ein Hahn zu Wort meldete. Und hier zeigte sich, was mitunter auch bei Menschen zu beobachten ist: Die Kleinsten schrien am lautesten. Wer schon einmal Montagmorgen eine Grundschulklasse besucht hat, in der sich alle ihre Wochenenderlebnisse erzählen wollen, weiß was ich meine. Allerdings gab es unter den Hähnen auch Totalverweigerer: Obwohl die Konkurrenz rechts und links daneben weit den Schnabel aufriss, blieben manche Gockel einfach stumm oder putzen stattdessen ihr Federkleid. „Das kann man nichts machen“, sagte Gerd Reiche, „das ist immer auch ein bisschen Glückssache.“ Der Sitzenrodaer weiß wovon er spricht, denn aus seiner Zucht stammt ein Zwerg-Maran-Hahn, der zum Beispiel beim jährlichen Hähnekrähen Karfreitag in Köllmichen Sieg um Sieg geholt hat. Bis zu 225 Kräher schaffte das Tier in einer Stunde. Ein ebenso beeindruckendes wie ohrenbetäubendes Ergebnis. Mit knapp neun Jahren ist der Super-Kräher dann in den Geflügelhimmel gekommen, und seitdem wartet Gerd Reiche auf einen neuen lautstarken Wettbewerber aus seinem Stall. Nach Luppa hat er ein sieben Wochen altes Küken mitgebracht. „Nur aus Jux“, versichert er, „aber es hat schon vor einer Woche zum ersten Mal gekräht.“ Vielleicht der Anfang einer stimmgewaltigen Karriere.

Gestern aber räumten andere Züchter in der Kategorie der kleinen Hähne ab: Den Pokal für den ersten Platz sicherte sich Diana Kretzschmar mit ihrem Zwerghahn, der es auf 136 Rufe in einer Stunde brachte. Zweiter wurde das Tier von Andreas Breitling mit 122 Krähern. Und weil die Luppaer Züchter gute Gastgeber sind, begnügten sie sich mit dem dritten Platz und den holte Helmut Beier, nachdem bei seinem Hahn 116 Striche auf der Zählliste standen. „Eine tolle Veranstaltung, die auch viele Nicht-Züchter besucht haben, um hier ihren Sonntag zu beginnen“, so das Fazit von Volkmar Beier.

Von Jana Brechlin

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