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58-Jähriger Oschatzer hat eigene drei Kinder missbraucht

58-Jähriger Oschatzer hat eigene drei Kinder missbraucht

Um es vorwegzunehmen: Ein Oschatzer wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf: Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern.

Leipzig/Oschatz. Von Gabi Liebegall

Verhandelt wird der Fall vor einem Schöffengericht am Landgericht Leipzig. Verantworten muss sich ein 58-jähriger Oschatzer. Vorsitzender Richter ist Norbert Göbel. Als ehrenamtliche Richter haben Anke Kissig und Dieter Zahlaus neben ihm Platz genommen. Annett Schneider vertritt die Anklagebehörde.

Der Angeklagte wird aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der er seit August 2011 sitzt. Er trägt Handschellen. Justizvollzugsangestellte eskortieren den Beschuldigten in den Verhandlungsraum.

Dass er sich geständig zeigt, war nicht unbedingt zu erwarten. Dadurch jedoch wird seinen drei Kindern - zwei Söhne (heute 19 und 18 Jahre) und der Tochter (15) und Zeugen - die Aussage sowie der Fortsetzungstermin erspart.

Dem 58-jährigen Angeklagten wird zur Last gelegt, in den Jahren 2002 bis 2005 und 2010 bis 2011 in einer Vielzahl von Fällen seine leiblichen Kinder aufgefordert zu haben, ihn sexuell zu befriedigen und dabei unterschiedliche Techniken anzuwenden.

Konkret angeklagt sind insgesamt fünfzig Fälle des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, die durch die Staatsanwaltschaft in 46 Fällen, zudem als schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, gewertet werden. Tatort war im wesentlichen das Haus der Familie in einem Oschatzer Ortsteil.

Der Angeklagte lebt seit 2005 von der Mutter der Kinder getrennt, die zusammen mit den Kindern das gemeinsame Haus verließ. Ein Kind kehrte 2010 zu ihm zurück.

Den Ermittlungsbehörden ist der Sachverhalt durch eine Anzeige von zwei der Betroffenen erst Ende Juli 2011 bekannt geworden.

Der Angeklagte ist bereits rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft. Der gebürtige Rheinland-Pfälzer wurde mit Urteil des Amtsgerichtes Kaiserslautern vom 20. November 2008 wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines Kindes, seiner Nichte, in den Jahren 1990 und 1991 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt worden ist. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Der Angeklagte ist damit innerhalb laufender Bewährung erneut einschlägig straffällig geworden. Deshalb muss er jetzt die Strafe aus Kaiserslautern mit verbüßen.

Der Beschuldigte befindet sich seit dem 23. August 2011 ununterbrochen in Untersuchungshaft.

Sollte die Jugendschutzkammer des Landgerichts Leipzig den Angeklagten schuldig sprechen, beträgt der gesetzliche Strafrahmen für jede einzelne Tat mindestens ein und bis zu 15 Jahren. Die Gesamtfreiheitsstrafe kann aber 15 Jahre nicht überschreiten.

In der Begründung würdigt Richter Norbert Göbel das Geständnis und die Reue des Verurteilten. Wichtig für den Verlauf des Prozesses war, dass die Opfer und auch die Mutter der Kinder nicht aussagen brauchten und ihnen deshalb "ein Stein vom Herzen gefallen ist".

 

Der Fall

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern wurde ein 58-jähriger Oschatzer vor dem Schöffengericht des Landgerichtes Leipzig zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Da der Mann innerhalb einer Bewährungszeit von drei Jahren erneut straffällig geworden war, muss er die angekündigte Strafe von zweieinhalb Jahren mit verbüßen. Richter Norbert Göbel verurteilte den Mann zu sechseinhalb Jahren Gefängnis.

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