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Oschatz 600 Schaulustige sind beim Neujahrsbaden in Luppa live dabei
Region Oschatz 600 Schaulustige sind beim Neujahrsbaden in Luppa live dabei
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12:21 02.01.2017
Ein Wässerchen vor dem Eisbaden – Ina Altmann hat ihre „Russen“ aus Limbach gut im Griff. Quelle: Hagen Rösner
Luppa

Felis Lippert legt sich sein Weltmeister-Akkordeon an und greift in die Tasten. Sekunden später erklingt die bekannte Kalinka-Melodie des russischen Volksliedes. Für die hunderten Schaulustigen erklärt sich so auch seine Kostümierung. Der Limbacher trägt einen russische Armeeuniform samt Winterausrüstung mit Pelzschapka. Nur wenige Minuten vergehen, und hinter ihm reihen sich weitere „Soldaten“ aus dem nahe am mit Eis überzogenen Uferrand aufgestellten Zelt zum Umkleiden auf.

Doch die sechs „Limbacher Frost Russen“ sind nicht allein. „Natascha“, eingehüllt in eine weiße Pelzjacke und eine weiße Schapka tragend, begleitet sie. Im bürgerlichen verbirgt sich dahinter Ina Altmann. Sie gibt bei den Männern sozusagen den Ton an, bestimmt, wann die Uniform abgelegt oder Wodka vor dem Gang in das drei Grad kalte Wasser des Luppaer Naturbades getrunken wird. Begeistert klatschen die rund 600 versammelten Schaulustigen im Takt der Musik mit, später, beim Baden folgt Beifall. Den gab es auch für alle, die vor der Limbacher Truppe oder danach ins Wasser stiegen, denn viele inszenierten ihr Neujahrsbad.

Zu den Besuchern gehört auch die Familien Beier. Besonders amüsierten sich die Zuschauer beim siebenjährigen Christian, der mit seinem Kostüm versuchte, karibisches Flair zu verbreiten. Zur Badehose ergänzte er ein Shirt mit dem Bild des lateinamerikanischen Revolutionshelden Che Guevara und einen Strohhut tragen. Dazu wurde eine Havanna-Zigarre aus Pastik „geraucht“. Papa Volkmar stand ihm in nichts nach. Gemeinsam rannten sie in das eisige Wasser. Für den Junior war es die Eisbade- Premiere. Danach hatte Mutti Anne nur Sorge, dass sich der junge Mann nur schnell genug sich seiner nassen Sachen entledigte und wärmeres anzog, damit es keine Erkältung gibt.

Zu diesem Zeitpunkt waren viele Frauen und Männer, die den Riesaer Eisbären, einem Club von Eisbadern, fast schon wieder angezogen und auf dem Heimweg. „Seit 2002 mache ich bei den Eisbären mit“, erklärte der Lonnewitzer Dietmar Faust zwischen zwei Schluck heißen Getränks nach dem frostigen Bad. „Jedem, der hier heute in das Wasser steigt, dem gehört unsere Anerkennung“, erklärt Hanna Kretzschmar aus Bennewitz, als sie das geschehen in Ufernähe beobachtet. „Zwei, drei mal sind wir zu Neujahr hier gewesen, aber in das Wasser bringt mich keiner, obwohl wir im Sommer fast jeden Tag hier sind und baden“, erzählt die Seniorin. Ihre Nachbarn in der Reihe hinter dem Absperrband kommen aus Schildau. Auch Familie Möbius schätzt das Naturbad, aber beim Neujahrsbaden sind auch sie lieber nur Zaungäste und zollen den vielen mutigen Eisbadern Respekt und Anerkennung für die mutige Leistung am ersten Tag des neuen Jahres.

Respekt haben auch die Luppaer Organisatoren für die 56 Mutigen am ersten Tag des Jahres. Jeder, der sich in die Fluten stürzt, erhält eine Teilnehmerurkunde. Ob jemand diese schon seit 15. Jahren, so lange gibt es das Luppaer Neujahrsbaden schon, Jahr für Jahr mit nach Hause genommen hat, darauf fand sich diesmal noch keine Antwort.

Von Bärbel Schumann

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