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90 Euro für Telefonsex? Oschatzer wehrt sich gegen Rechnung

Verbraucherzentrale warnt 90 Euro für Telefonsex? Oschatzer wehrt sich gegen Rechnung

Einem Oschatzer flatterte vor einigen Tagen eine schmalose Rechnung ins Haus. Eine Firma aus Tschechien will 90 Euro von ihm haben, weil er angeblich Sex-Dienstleistungen per Telefon in Anspruch genommen habe. Der 61-Jährige beteuert: Ich habe dort gar nicht angerufen.

Die angebliche Telefonsex-Rechnung kam aus Tschechien. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Oschatz. Einem Oschatzer (61) flatterte vor einigen Tagen eine Rechnung über eine angeblich in Anspruch genommene Telefonsex-Dienstleistung in Höhe von 90 Euro ins Haus. Dem Mann ist das so peinlich, dass er seinen Namen nicht nennen wollte. Als er gehört habe, dass es bei Verwandten in Thüringen ähnliche Vorfälle gibt, hat er sich entschlossen, sich bei der Oschatzer Allgemeinen Zeitung zu melden.

Absender des Briefes ist eine Firma namens „F.G.S.C.“ mit einer Postanschrift in der tschechischen Hauptstadt Prag und einer deutschen Kontoverbindung.

Angeblich habe der Betroffene die Handynummer eines Erotikdienstleisters angerufen. „In Wirklichkeit hat der 61-Jährige aber nie eine solche Nummer gewählt“, so André Fritzsche von der Verbraucherzentrale in Torgau. Stattdessen habe er sich aber an einen ominösen Anruf erinnert, indem behauptet wurde, es läge ein unzustellbarer Brief mangels vollständiger Anschrift vor. „Arglos teilte der Mann die gewünschten Daten mit. Spätestens dann schnappt die Betrüger-Falle zu“, erklärt Fritzsche, der diese Masche nur zu gut kennt: Bereits in den vergangenen Jahren hätten unseriöse Anbieter gegenüber Bürgern Forderungen aufgestellt, die diese oftmals gar nicht in Anspruch genommen hatten.

„Gerade wenn es sich um Telefonerotik-Leistungen handelt, kann das Betroffene schnell einschüchtern und zum Zahlen der Rechnung bringen, um das Problem möglichst schnell und einfach aus dem Weg zu räumen“, weiß der Verbraucherschützer. Eine Zahlungsverpflichtung bestehe aber nur, wenn auch tatsächlich eine kostenpflichtige Leistung bestellt oder vereinbar war.

„Betroffene, denen es genau so geht, sollten die Zahlung verweigern, solange keine Nachweis vorliegt, dass ein Vertrag über den geforderten Preis abgeschlossen wurde“, rät er.

Dass tatsächlich ein wirksamer Vertrag geschlossen worden ist, muss im Streitfall der Anbieter beweisen. Auch Verbraucher, die tatsächlich einen telefonischen Erotikdienstleister in Anspruch genommen haben, müssen nur dann bezahlen, wenn sie ordnungsgemäß über die Kosten der Dienstleistung aufgeklärt wurden und damit einverstanden sind.

Im Brief der Firma F.G.S.C. ist die Internetseite lovesextelefon.com angegeben. „Was sofort beim Besuch der Internetseite auffällt, ist, dass auf dieser Seite keine Angaben zu den Kosten gemacht werden und auch keinerlei Kontaktangaben des Anbieters zu finden sind.“

Wer die Nummer wählt, höre nach einer Tonbandwerbeaussage, dass der Service 90 Euro kosten würde. Eine Aufforderung, ob man damit einverstanden ist, komme nicht. Vielmehr erfolgt die „Dienstleistung“ vom Tonband. „Eine solche Dienstleistung muss nicht bezahlt werden, da durch Schweigen am Telefon kein Vertrag zustande kommt.“

Von Gabi Liebegall

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