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Oschatz Ab 2017: Mügelner Schornsteinfeger warnt vor Betrieb alter DDR-Heizungen
Region Oschatz Ab 2017: Mügelner Schornsteinfeger warnt vor Betrieb alter DDR-Heizungen
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00:17 19.11.2016
Bezirksschornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne reinigt einen verrußten Schornstein. Quelle: Sven Bartsch
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Mügeln

Das hat Hans-Jürgen Höhne, Bezirksschornsteinfegermeister in Mügeln, in seiner Berufslaufbahn des Öfteren gesehen – einen völlig verteerten Schornstein. Bei Klaus Horn in Mahlis wat das jetzt wieder der Fall. „So wie der aussah, stand er kurz vor dem Entflammpunkt. Das hätte zum Schornsteinbrand führen können“, spricht Höhne Klartext. Mit normalen Arbeitsgeräten konnte er die Esse nicht reinigen. Mit einer Spezialfräse bearbeitete er das Innere des acht Meter langen Schornsteines und reinigte ihn bis aufs Mauerwerk.

Zwei Eimer voll Ruß aus Schornstein gekratzt

„Ich habe zwei Zehn-Liter-Eimer voller Glanzruß rausgeholt“, so der Mügelner. Hart wie Asphalt sei der Ruß gewesen. Schuld daran ist eine alte Feuerstätte, ein sogenannter Gliederkessel GK 21, der noch aus DDR-Zeiten stammt. Dabei müssten Hauseigentümer wissen, dass das Betreiben von alten DDR-Kesseln ab 1. Januar des nächsten Jahres verboten ist. Wer seine Heizung bis dahin nicht umgestellt hat, begehe eine Ordnungswidrigkeit. Bei der Feuerstättenschau, die aller dreieinhalb Jahre durchzuführen ist, wird auch der Brennstoffvorrat kontrolliert. „In einigen Fällen wurde festgestellt, dass Möbelreste, Schrankwände und Sperrmüll im Heizraum zerkleinert liegen, was ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Das hat eine Anzeige beim Umweltamt zur Folge und zieht ein Bußgeld nach sich“, so Höhne.

Heizungsumstellung kostet bis zu 10 000 Euro

Unterdessen könne es bei der erforderlichen Heizungsumstellung auch soziale Härtefälle geben, denn beim Umbau der Feuerstätten sei mit 4000 bis 10 000 Euro Kosten zu rechnen. Auf Antrag bei der Umweltbehörde des Landratsamtes könne der Weiterbetrieb der Anlagen in Einzelfällen und Notlagen um ein Jahr verlängert werden.

In Höhnes Kehrbezirk betreiben noch 35 Haushalte alte Anlagen. „Es gab eine Übergangsfrist und allen Betreibern ist die Umstellungsfrist mitgeteilt worden. Nach der Kehrordnung ist im Feuerstättenbescheid den Hauseigentümern außerdem mitgeteilt worden, was wann und wie oft zu veranlassen ist.“ Es gebe Grundstückseigentümer, die die Schornsteinreinigung trotz gesetzlicher Pflicht nicht veranlassen. Allein in Höhnes Kehrbezirk zehn an der Zahl, die er pflichtgemäß dem Landratsamt Nordsachsen gemeldet hat. Doch bis jetzt habe es von Seiten der Behörde keine Reaktion gegeben. Dabei sei diese zuständig, den Kehrzwang notfalls auch mit Polizei und Schlüsseldienst durchzudrücken. Auf OAZ-Nachfrage beim Landratsamt Nordsachsen gab es dazu bisher keine Stellungnahme.

Falscher Umgang mit Feueranlagen kann teuer werden

„Viele Leute sind nicht sensibel genug, mit Feueranlagen umzugehen. Wenn dann der Schadensfall, also beispielsweise ein Schornsteinbrand, eintritt, springen sie aber im Dreieck“, weiß Höhne aus Erfahrung. Denn das könne teuer werden. „Die Versicherung weigert sich zu zahlen, der Feuerwehreinsatz muss beglichen werden und ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro droht“, weiß der 59-Jährige.

Höhne kehrt auch Essen in Leipzig und hat dort ganz andere Erfahrungen gemacht. Die dortigen Behörden würden sofort reagieren und innerhalb von zwei Wochen sei das Problem aus der Welt geschafft. „Ich habe schon mit Schlüsseldienst und Polizei den Kehrzwang durchgeführt, weil Gefahr in Vollzug war.“

Ab 1. Januar nächsten Jahres tritt übrigens ein Gesetz in Kraft, das die Schornsteinfeger Öl- und Gasheizungskessel, die älter als zehn Jahre sind, einstufen und einen sogenannten Energielevel in den Farben rot, gelb oder grün zuordnen. Damit werde die Energieeffizienz bewertet. Höhnes Rat: „Das Schlagwort heißt erneuerbare Energien, zum Beispiel mit Pelletheizung.“ Alte Heiztechnik bei Öl- und Gasheizungen sollte zudem durch Brennwerttechnik ausgetauscht werden. „Dabei ist die Verweildauer der Wärme im Kessel doppelt so lange und das Kondensat erzeugt zusätzlich Wärme“, erläutert Höhne. Das erspare bis zu 20 Prozent Öl und Gas. Bei der Umstellung auf die effizientere Technik müssen Betreiber der Anlagen mit etwa 4000 Euro rechnen, eine neue Heizung hingegen könne je nach Umfang und Produkt zwischen 4000 und 10 000 Euro kosten.

Von Heinz Großnick

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