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Ab August werden die ersten Asylbewerber „Am Zeugamt“ in Oschatz erwartet

Asyl Ab August werden die ersten Asylbewerber „Am Zeugamt“ in Oschatz erwartet

Fast 200 Besucher kamen am Dienstagabend, um sich über die Bedingungen zur Unterbringung von vorerst 60 Asylsuchenden ab August zu informieren. Diese Zahl ergibt sich daraus, dass vorerst weniger Flüchtlinge dem Landkreis zugeteilt worden sind, als geplant. Die erste Belegung des Objektes war bereits im Frühjahr geplant gewesen.

Ab August werden die ersten Bewohner des Oschatzer Asylheims erwartet.

Quelle: Hagen Rösner

Oschatz. Großes Interesse am Tag der offenen Tür in der geplanten Asylunterkunft am Zeugamt, dem ehemaligen DHL-Verwaltungsgebäude: Fast 200 Besucher kamen binnen zwei Stunden, um sich über die Bedingungen zur Unterbringung von vorerst 60 Asylsuchenden ab August zu informieren. Diese Zahl ergibt sich daraus, dass vorerst weniger Flüchtlinge dem Landkreis zugeteilt worden sind, als geplant. „Die Einrichtung ist darauf ausgelegt, bei Bedarf bis zu 150 Personen aufzunehmen“, betonte die zuständige Dezernentin des Landratsamtes , Angelika Stoye.

Die Behörde hat die Immobilie zu Jahresbeginn für insgesamt sieben Jahre gemietet. Betrieben wird sie vom Kreisverband Torgau-Oschatz des Deutschen Roten Kreuzes. Vorstandsvorsitzende Anne Lissner war bei den Rundgängen vor Ort und beantwortete Fragen, ebenso weitere Vertreter des DRK, der Kreisbehörde und des Oschatzer Polizeireviers.

Dolmetscher und Sprachkurse

Anne Lissner erklärte, dass neben einer Heimleiterin und einem Sozialarbeiter zweieinhalb Hauswirtschaftskräfte sowie ein Bundesfreiwilligendienstler zum Stammpersonal gehören. Letzterer sei der arabischen Sprache mächtig und könne als Dolmetscher fungieren. Sofern die Bewohner bereit sind, Sprachkurse zu besuchen, finden die in einem großen Gemeinschaftsraum vor Ort statt.

Das Personal solle den Bewohnern lediglich unterstützend zur Hand gehen. „Die Asylsuchenden sind angehalten, sich weitestgehend selbst zu organisieren. Von dem Geld was ihnen zusteht, kaufen sie selbst ein und bereiten Essen in den eigens dafür eingerichteten Küchen selbst zu“, erklärte Angelika Stoye. Deshalb gebe es in den Schlafzimmern neben Kleiderschränken auch Kühlschränke. Waschmaschinen bedienen die Flüchtlinge dagegen nicht selbst. „Die Wäsche wird vom Personal erledigt. Wir wollen damit unsachgemäßer Behandlung der Technik vorbeugen“, begründete dies DRK-Chefin Lissner.

Vandalismus wird sanktioniert

Verstöße gegen die Hausordnung, Vandalismus und andere Vergehen werden sanktioniert, im schlimmsten Fall wechselt der Betreffende in eine Einrichtung eines anderen Landkreises. Zerstörtes Inventar wird den Verursachern in Rechnung gestellt und vom Quartiermanager oder einem vom Landratsamt beauftragten Unternehmen erneuert.

Neu eingerichtet wurden in dem Gebäude zwei große Küchen, Sanitärräume mit Duschen auf zwei Etagen sowie das Mobiliar der Bewohnerzimmer. Dies sei notwendig, weil das Objekt zuvor als Verwaltungsgebäude genutzt wurde, nun aber als Wohn- und Schlafstätte diene.

Großes Interesse herrschte bei Fragen der Sicherheit. In Absprache mit der Heimleitung besuchen Beamte des Oschatzer Reviers zwei- bis dreimal täglich die Unterkunft, auch wenn es keine Vorfälle geben sollte. Jeder, der das Gebäude betritt oder verlässt, werde vom Pförtner kontrolliert. Der Eingang wird zudem rund um die Uhr überwacht.

Verschiedene Nationen in unterschiedliche Zimmern unterbringen

Unklar ist bis kurz vor der Zuteilung, welche Nationalitäten und Religionen am Zeugamt aufeinander treffen. Bisher kamen vorrangig Syrer, Afghanen, Albaner und Iraker nach Nordsachsen. Verschiedene Nationen sollen nach Möglichkeit nicht in einem Zimmer untergebracht werden. Das Landratsamt geht davon aus, dass sowohl Familien als auch allein reisende Männer beherbergt werden.

Mirko Theodor aus Oschatz erkundigte sich, ob Gebetsräume für gläubige Geflüchtete eingerichtet werden und ob traumatisierte Menschen psychologische Betreuung vor Ort erhalten. Angelika Stoye erklärte, dass anstelle von Betreuung vor Ort auf die Vermittlung an entsprechende Fachärzte gesetzt werde, beispielsweise in Wermsdorf. „Behandelt werden nur andere, körperliche akute Beschwerden.“ Ein Gebetsraum werde vorgehalten und eingerichtet, sofern es Bedarf gibt. „Die Erfahrung zeigt uns, dass die religiös geprägten Asylbewerber eher in ihren Zimmern beten möchten.“

Es steht den Bewohnern frei, sich an den Integrationsangeboten des Oschatzer Bündnisses zu beteiligen. Dafür werde im Haus geworben, es bestehe aber auch die Möglichkeit, Angebote im Haus zu unterbreiten oder gezielt einzuladen.

Von Christian Kunze

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