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Abenteuer und Spaß im Schullandheim Olganitz

Freizeit Abenteuer und Spaß im Schullandheim Olganitz

Das Schullandheim Olganitz ist ein lohnenswertes Ziel für Kinder, die Abenteuer und Spaß suchen. Die Mitarbeiter sind stets auf der Suche nach neuen Angeboten – und auch in diesem Jahr ist wieder jede Menge los.

Viel Spaß im Schullandheim Olganitz.

Quelle: privat

Olganitz. Im Schullandheim Olganitz ist jede Menge zu entdecken – selbst wenn das Wetter draußen mal nicht mitspielt. Das Schullandheim mit seinem 6,5 Hektar großen, eingezäunten Gelände ist immer wie ein kleines Paradies der Erholung, doch viel mehr der Abenteuer.

Auch am kommenden Wochenende wird hier wieder jede Menge los sein: Denn neben den vielen regelmäßigen Besuchern gibt es auch zwei Veranstaltungen, bei denen von Jahr zu Jahr mit mehreren Tausend Besuchern gerechnet wird. Zum einen ist dies das Pfingstcamp. Mit bis zu 1200 Teilnehmern werden hier die verschiedensten Aktivitäten erlebt. Und auch im August wird es dann noch mal so richtig laut. Denn das Nachtdigital Festival für elektronische Musik zieht jährlich 3000 Besucher in das Bungalowdorf nach Olganitz. „Hier reisen sogar Künstler aus den USA an“, erzählt Thomas Dittmann, der Leiter der Einrichtung. Er ist zufrieden mit dem, wie sich das Schullandheim in den vergangenen Jahren entwickelt hat. „Man sieht, dass man die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Ich bin sehr froh darüber, wie weit wir es gebracht haben, und freue mich, wenn in diesem Jahr wieder richtig viele Besucher hier eine tolle Zeit erleben möchten.“ Und so ein Jahr im Schullandheim Olganitz ist lang. „Bis zum 3. Januar ist immer durchgehend Betrieb“, erzählt Thomas Dittmann.

Beizeiten geht es dann wieder los. Bereits ab Februar nutzen einige Firmen die Räumlichkeiten, um verschiedene Seminare abzuhalten. Besonders über „Wiederholungstäter“ sind die Mitarbeiter des Schullandheims froh. So können diese schon langfristig fest eingeplant werden. Denn um den Wunschtermin zu bekommen, sollte man schon mindestens ein Jahr im Voraus buchen. „Meistens sogar noch länger. Aktuell laufen die Planungen für 2018“, so der Leiter.

Geburtstage, Hochzeiten und andere Feiern

Doch was macht das Schullandheim in Olganitz so besonders? „Alle Räumlichkeiten können für Geburtstage, Hochzeiten oder jede andere Feier genutzt werden. Es kommt sogar vor, dass das gesamte Bungalowdorf gemietet wird. So braucht nach der Feier keiner nach Hause zu fahren. Sogar die Älteren nehmen gerne die Bungalows.“ Oft reisen die Gäste auch mit Zelten und Caravan an.

Viele Chöre und Musikgruppen nutzen hier die Gelegenheit zum Üben und gleichzeitig, um gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen. „Viele von diesen Gruppen kommen seit Jahren regelmäßig her. Sie freuen sich immer wieder, Neues zu entdecken.“ Nicht nur musikalische Highlights gibt es hier. Interessant wird es auch, wenn sich die Teilnehmer der Tanzweltmeisterschaft fast jedes Jahr im November hier einquartieren. „So gibt es fast jedes Jahr einen Weltmeistertitel für jemanden, der hier übernachtet hat“, sagt Thomas Dittmann ein wenig stolz. „In dieser Zeit ist es schwierig, hier in der Region überhaupt noch Betten zu bekommen. Das zeigt auch, was ein solcher Tanzwettbewerb wirtschaftlich gesehen für Wirkung erzielt. Daher können wir nur hoffen, dass dieser Wettkampf in Riesa erhalten bleibt.“

Hauptsächlich nutzen jedoch Schulklassen das Angebot im Schullandheim. Meistens verbringen sie hier zwischen drei bis fünf Tage. „Es freut mich sehr, wenn sich zwischen all den Angeboten eine Programmlücke findet, in der die Schüler das Erlebte noch einmal reflektieren können“, sagt Thomas Dittmann. Doch was sind das für Angebote? „Bei uns dreht sich alles um die Natur. Wir beschäftigen uns mit dem Wasserkreislauf, den Tieren im Wald und im Teich und vielem mehr.“ So wird sich unter anderem das Wasserkraftwerk angeschaut und das Erlebte im Nachgang aufgearbeitet. Das Bauernprojekt versetzt die Kinder und Jugendlichen in das Leben der Bauern im Mittelalter. Hier müssen sie die Holzkuh mit dem echten Euter melken. Das erweist sich oft als gar nicht so einfach wie anfangs gedacht.

Piraten und Hexen

Die Schüler lernen zudem, wie man Knöpfe annäht. „Das machen sie wirklich mit viel Eifer. Sie arbeiten dabei mit Naturmaterial.“ Mit der Kräuterhexe aus Schildau, Brigitte Bussenius, geht es dann zur Kräuterwanderung. Hier werden gemeinsam Seifen und Öle hergestellt. Zusammen mit Birgit Kutschke wird gefilzt. Aus einem Pferdestall in Schöna kommt oft ein Pferd zum Reiten ins Schullandheim. Hinter dem Piratenprojekt verbirgt sich eine spannende Schatzsuche in den Abendstunden. Und bei der GPS-Wanderung muss sich aufeinander verlassen werden. Die Kinder werden auf zwei Routen geschickt. Im Wald gibt es viele verschiedene Zeichen und Aufgaben. Diese ergeben ein Lösungswort. „Die Kinder sind in Bewegung und an der frischen Luft. Die Lehrer wissen das sehr zu schätzen, denn die Schüler sind nach so einem Tag kaputt und gehen auch freiwillig zeitig ins Bett“, sagt der Leiter mit einem Lächeln.

Beim Hexenprojekt gibt es eine Reise ins Mittelalter. „Hier stellen wir Fragen, wie zum Beispiel: Wer wurde zur Hexe? Oder: Was geschah mit den Frauen, die man als Hexe bezeichnete? Es ist uns wichtig, in unseren Projekten auch Bildung zu vermitteln.“ Neu im Angebot ist der Ausflug mit Rübezahl durch die Dahlener Heide. Jedes Jahr versuchen die Mitarbeiter, neue Angebote hinzuzufügen. Aktuell versuchen sie einen Tischler zu finden, bei dem sie mit den Kindern sehen können, wie noch richtige Handarbeit aussieht.

15 000 Besucher im Jahr

Um das alles zu schaffen, ist Teamwork gefragt. „Bei uns geht alles Hand in Hand.“ In der Winterzeit sind in Olganitz fünf Angestellte, ein Bundesfreiwilligendienstler und ein geringfügig Beschäftigter regelmäßig vor Ort. Im Sommer sind es sieben Helfer mehr, die sich um die Versorgung und Reinigung kümmern. Zudem helfen viele Ehrenamtliche regelmäßig aus. Das ist auch notwendig. Hier nur als Beispiel das Essen. Dieses wird seit drei Jahren wieder im Schullandheim zubereitet. Hier schwingt Thomas Dittmann gern auch selbst den Kochlöffel. Doch es muss einiges beachtet werden. „Es wird immer weniger vegetarisches Essen bestellt, dafür nimmt das vegane Essen immer mehr zu. Seit Jahren kommt auch der Verein für interkulturelle Arbeit mit Schülern mit Migrationshintergrund zu uns. Hier wird dann auch dementsprechend gekocht. Auch die gluten- und laktosefreie Ernährung nimmt weiter zu. Es gibt immer mehr Kinder, die auf verschiedene Lebensmittel allergisch reagieren. Dann wird mit den Eltern zuvor ausgiebig gesprochen, was für Zutaten erlaubt sind und welche nicht. Wir wollen, dass es für die Kinder dennoch ein ganz normaler Aufenthalt wird und sie nicht aus solchen Gründen auf den Ausflug verzichten müssen.“ Wenn dann von den Kindern ein großes Lob kommt, dass es wieder gut geschmeckt hat, geht auch bei Thomas Dittmann das Herz auf. Bis zu drei Leute arbeiten in der Küche. Jeder kennt die Handgriffe ganz genau. Denn wenn gleichzeitig ein Haufen leere Mägen zu stopfen sind, muss alles ganz schnell gehen. Auch aufräumen und die nächste Mahlzeit vorzubereiten gehört da natürlich dazu.

Die Auslastungszahlen des Heims seien konstant. Etwa 15 000 Besucher im Jahr. Schon seit 1993 existiert das Schullandheim in Olganitz. Es musste einiges umgebaut und erneuert werden. Der ehemalige Chef, Johann Faust, konnte hier durch Unterstützung vieler ABM-Kräfte einiges erreichen. Das Gebäude musste komplett entrümpelt werden, neue Dächer mussten drauf, der Fußboden im Speisesaal erneuert, Fenster und Türen ausgetauscht und Heizungsanlagen installiert werden. Auch eine neue Küche wurde eingebaut. Selbst jetzt noch wird jedes Jahr im Herbst gewerkelt. 2014 gab es die komplette Außensanierung inklusive Dämmung der Bungalows. 2015 folgte die Innensanierung der Schlafzimmer und die Wohnklimaregulierung durch Dämmplatten. 2016 soll dann gegebenenfalls eine Fotovoltaik-Anlage auf das Dach gebaut werden und im Schullandheim soll es neue Türen geben. Dies ist nur dank einer Förderung möglich. Das Schullandheim selbst muss jedoch 30 Prozent Eigenmittel zur Verfügung stellen.

Wichtig ist für die Mitarbeiter des Schullandheims auch, dass dieses weitestgehend behindertengerecht gestaltet ist. So konnte bereits der Eingang zum Bungalowdorf neu gestaltet werden. Nun hofft man noch auf einen Ein-Etagen-Lift, so dass auch die Bauernstube barrierefrei betreten werden kann. Durch das Förderprogramm „Lieblingsplätze für alle“ konnte im Jahr 2014 hier schon einiges bewirkt werden. Nun hofft man auch für 2016 auf ähnliche Unterstützung. „Inklusion ist heute das A und O. Bei den Schulklassen, den Studentengruppen oder bei Familienfeiern ist oft ein Rollstuhlfahrer dabei. Wir machen uns seit Jahren darüber Gedanken, wie wir das ermöglichen können. Es wird noch etwas dauern, doch wir sind auf einem guten Weg, unser Ziel zu erreichen“, so der Leiter.

Von Kristin Engel

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