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Oschatz Abgebrannte Mügelner Ofenfabrik nun abgerissen
Region Oschatz Abgebrannte Mügelner Ofenfabrik nun abgerissen
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Die Abbrucharbeiten auf dem Gelände der Ruka-Ofenfabrik sind in dieser Woche beendet worden. Quelle: Dirk Hunger
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Mügeln

Mitarbeiter entdeckten damals, am 8. September, in der Frühschicht das Feuer. Zum Einsatz kamen 84 Kameraden mit 23 Fahrzeugen, unter anderem drei Drehleiterfahrzeugen aus Oschatz, Döbeln und Leisnig. Die Brandbekämpfer konnten zum Glück ein Übergreifen der Flammen auf ein weiteres dreistöckiges Produktionsgebäude verhindern.

Einen Neubau? "Den wird es definitiv geben, aber in welcher Form, ist noch nicht bekannt", versicherte Herbert Konz. Denn zuvor seien noch Untersuchungen des Untergrundes nach Beräumung des Schutts erforderlich. "Die Fläche, die zur Masseaufbereitung gehört, liegt jetzt frei ohne Dach. Wir versuchen noch vor dem Wintereinbruch eine Lösung zu finden, die Bestand für die Zukunft hat", sagte der Technische Werksleiter.

Meterhohe Flammen schlugen am 8. September 2015 aus einem zweistöckigen Gebäude der Firma Ruka Ofenkeramik in Mügeln (Kreis Nordsachsen). 84 Feuerwehrmänner löschten den Brand.

Zum Glück sei durch den Brand die Produktion nicht direkt betroffen gewesen. "Der Teil der Masseaufbereitung hatte uns Kopfzerbrechen gemacht. Wir haben diese jetzt in den Innenbereich des Gebäudes verlegt. Die Bodenwaage und die Schamotte-Silos fielen dem Brand zum Opfer. Da haben wir uns mit einer Interimslösung geholfen und die Verwiegung in den Innenbereich der Masseaufbereitung verlegt", informiert Konz weiter. So konnte die Herstellung der Kacheln uneingeschränkt aufrecht erhalten werden. Auch was die Mitarbeiter betrifft, konnte Konz Entwarnung geben. "Natürlich gab es latente Angst von Mitarbeitern, die um ihren Arbeitsplatz fürchteten. Wir konnten damals aber bereits in einer kleinen Betriebsversammlung mitteilen, dass es ohne Einschränkungen weiter geht und alles glimpflich abgelaufen ist."

Die Schadenshöhe ist unterdessen noch unbekannt. Die Gutachter seien derzeit noch mit den Ermittlungen beschäftigt.

Nach dem Brand habe das Unternehmen laut Konz eine Welle der Hilfsbereitschaft verspürt. "Der Bürgermeister Herr Ecke hat uns Unterstützung zugesagt, die wir dann aber nicht benötigt haben. Die Oewa bot technisches Gerät an und auch befreundete Firmen sind auf uns zugekommen. Es war eine große Anteilnahme zu verzeichnen, die wir wohlwollend zur Kenntnis genommen haben."

Mit Blick in die Zukunft plant das Unternehmen im nächsten Jahr einen Auftritt in Wels in Österreich und wird dort Kachelöfen ausstellen, um auf dem österreichischen Markt Fuß zu fassen. Im März werde die Mügelner Firma auf der Hagos-Börse in Stuttgart, einer Kachelofenbaumesse, dabei sein.

Und auch innovativ hat das Unternehmen die Zeichen der Zeit jederzeit im Blick und stellt sich immer wieder auf die Bedürfnisse der Kunden ein. "Wir betreiben in Lübeck ein Labor und haben zurzeit 70 verschiedene Glasuren im Programm. Jedes Jahr werden davon drei bis vier durch neue Trendfarben ersetzt, so wie sie auf dem Markt gefragt sind", informiert Konz.

Von Heinz Großnick

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