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Oschatz Abriss unterm Collm-Gipfel
Region Oschatz Abriss unterm Collm-Gipfel
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15:13 11.01.2013
Collm

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Von Axel Kaminski

Vor fast genau zwei Jahren berichtete die OAZ darüber, dass die Naturfreunde Oschatz keine andere Möglichkeit sehen, als ihr Domizil auf dem Collm aufzugeben. "Das war auch aus heutiger Sicht der richtige Schritt", meint Helmut Scheithauer, Vorsitzender der Ortsgruppe Oschatz der Naturfreunde. "Nein, es gab damals keine Differenzen zwischen uns und dem Freistaat als Verpächter", betont er.

Letztlich habe die Natur die Naturfreunde vom Collm gedrängt. "Im vorhergehenden harten Winter waren starke Äste aufs Dach gefallen und hatten es in Mitleidenschaft gezogen. Eine Reparatur wäre über unsere Kräfte gegangen", erinnert er sich. Selbst wenn eigenes Geld, Fördermittel oder Spenden vorhanden gewesen wären, erschien es nicht sinnvoll, ein neues Dach auf ein morsches Gebäude zu setzen. Die Baubaracken sollten nach Fertigstellung des Funkturmes ursprünglich wieder verschwinden, wurden aber erst Kinderferienlager und später Naturfreundehaus. Nun ist die bereits mehrfach überschrittene Lebenszeit der Baracken endgültig abgelaufen. Wegen deren Baufälligkeit und aufgrund "naturschutzfachlicher Belange" entschloss sich der Sachsenforst als Eigentümer zum Abriss. Der Komplex befindet sich im Landschaftsschutzgebiet "Wermsdorfer Wald", im Vogelschutzgebiet "Wermsdorfer Wald- und Teichgebiet" sowie im Flora- und Fauna-Habitat "Collmberg und Oschatzer Kirchenwald", teilt Tobias Ostenhofer vom Sachsenforst mit. Das Areal gehöre zum Lebensraumtyp "Hainsimsen-Buchenwald", erläutert der Sachbearbeiter für Liegenschaften und Gestattungen. Diesen Lebensraumtyp gelte es in seinem naturnahen Zustand zu erhalten und zu mehren.

Der Rückbau der Baracken und die Entsiegelung der Flächen sei eine Ausgleichsmaßnahme, die in Zusammenhang mit der Sanierung des Kirchenteichdammes steht. Knapp unterhalb des Collm-Gipfels werden dabei rund 300 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Der Sachsenforst rechnet insgesamt mit 1300 Kubikmetern zu entsorgenden Baustoffen.

Eine Bepflanzung des Geländes ist nicht geplant. "Nach dem Rückbau wird sich auf der Fläche durch Sukzession ein Hainsimsen-Buchenwald" entwickeln, antwortet Ostendorf auf eine entsprechende Frage. Das heißt nichts anderes, als dass man der Natur ihren Lauf lässt. In fünf bis zehn Jahren werde die Wunde im Wald, die der Mensch erst durch Bebauung und dann durch Abriss verursacht hat, nicht mehr zu sehen sein, schätzt Tobias Ostendorf. Bis dort Bäume in die Höhe wachsen, könnten aber 20 bis 30 Jahre vergehen.

Den Oschatzer Naturfreunden habe der Umzug vom Collm nach Schmorkau nicht geschadet, meint Helmut Scheithauer. Es gab keine negativen Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen und man habe mehr Zeit zum Wandern, wenn man weniger Aufwand mit Reparaturen betreiben muss.

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