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Oschatz Absage an E-Busse: Diesel bleibt treibende Kraft beim OVH in Oschatz
Region Oschatz Absage an E-Busse: Diesel bleibt treibende Kraft beim OVH in Oschatz
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06:00 12.02.2018
Start der neuen E-Buslinie 89 der LVB am Connewitzer Kreuz in Leipzig. Foto: Andre Kempner Quelle: Andre Kempner
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Die kommunalen Verkehrsbetriebe in deutschen Großstädten gehen beim Thema Elektromobilität in die Offensive: Für 2018 ist geplant, 162 neue Elektro-Busse anschaffen. Das geht aus einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. Gemessen am aktuellen Bestand von 171 E-Bussen entspricht dies nahezu einer Verdopplung – wenn auch nur auf niedrigem Niveau. „Auch für die nächsten drei Jahre sind bereits Bestellungen in jeweils dreistelliger Höhe geplant, so dass in den deutschen Städten bis Ende 2021 weit mehr als 500 Elektrobusse unterwegs sein dürften“, sagt Alfred Höhn, Leiter Öffentlicher Sektor bei PwC in Deutschland. Hansjörg Arnold, Leiter des PwC-Bereiches Infrastructure & Mobility ergänzt jedoch: „Angesichts von insgesamt rund 40.000 Bussen im ÖPNV sind alternative Antriebe immer noch ein Nischenthema – selbst wenn man unter Einrechnung von Hybrid-, Oberleitungs- und Wasserstoffbussen schon jetzt auf rund 530 Fahrzeuge kommt. In den kommenden Jahren werden sich die Flotten aber sukzessive verändern, weil immer mehr Städte ihre alten, herkömmlich motorisierten Busse durch neue, umweltfreundlich angetriebene ersetzen werden.“

Auf dem Lande ist die Situation bekanntlich eine andere. „Wir sind kein städtisches Unternehmen, sondern ein regionales“, sagt Joachim Hoffmann, Geschäftsführer der Omnibus-Verkehrsgesellschaft „Heideland“ (OVH). „Und zudem kein großes.“ Die Anschaffung von Elektro-Bussen sei gegenwärtig nicht geplant. Man beobachte die Entwicklung auf dem Markt, entsprechend des aktuellen technischen Standes sehe man derzeit aber davon ab, E-Busse in den Fuhrpark aufzunehmen.

Investitionen zu hoch, Ladekapazität im Winter zu gering

Das hat mehrere Gründe, wie Hoffmann erläutert. Zum ersten der Preis der neuen Fahrzeuge, der mindestens doppelt so hoch sei, wie der eines Busses mit konventionellem Dieselmotor. Zum zweiten die dafür benötigte Werkstattausrüstung, die erst angeschafft und parallel zur bereits vorhandenen gelagert werden müsste. Und zum dritten die Ladeinfrastruktur, die zunächst einmal geschaffen werden müsste. „Wir reden hier nicht von 220 Volt wie bei einer Steckdose, sondern von 600 Volt.“ Das heißt: Neue Stromleitungen müssten verlegt, Ladepunkte installiert werden. Und diese Investitionen müssten auch finanziert werden. Vor allem im Winter sei das Thema E-Mobilität problematisch: Die Akkus einiger E-Busse verlieren durch die Kälte unter Umständen einen beträchtlichen Teil ihrer Ladekapazität und damit auch ihrer Reichweite. Angesichts der im Vergleich zu städtischen Betrieben deutlich längeren Strecken, die Busse auf dem Land zurücklegen müssen, ein wesentliches Ausschlusskriterium.

Hoffmann versichert jedoch, dass man bei der OVH auch weiterhin auf Umweltbewusstsein setze. Von den 48 Fahrzeugen im Fuhrpark des Unternehmens – allesamt mit Dieselantrieb – erfüllen derzeit 65 Prozent die Euro-5- oder Euro-6-Norm. „Bis Ende des Jahres werden es 75 Prozent sein.“ Auch schließt er nicht aus, dass in Zukunft andere Antriebsformen den Fuhrpark erweitern werden. „Wo die Entwicklung hingeht, weiß allerdings niemand.“ Bis dahin werde der Diesel die treibende Kraft bei der OVH bleiben.

Von Christian Neffe

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