Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Achtung: In Nordsachsens Wäldern beginnt wieder die Treibjagd
Region Oschatz Achtung: In Nordsachsens Wäldern beginnt wieder die Treibjagd
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:11 10.11.2018
Mit dem Streckelegen auf der Torfhauswiese endet, so wie 2017, traditionell die Treibjagd. Dann wertet Jagdleiter Jan Glock (linls die Jagd aus. Interessierte können sich das am Nachmittag auch in diesem Jahr ansehen. Quelle: Steffen Brost
Taura

Vorsicht Treibjagd. Sonnabend findet im Revier Torfhaus bei Pressel auf einer Fläche von rund 1100 Hektar die große Gesellschaftsjagd statt und damit die Auftakt-Veranstaltung für die Drückjagdsaison 2018/19 in der Dübener und Dahlener Heide. Bis Januar gibt es insgesamt 22, die erste zählt zu den größten. Rund 120 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands und der Region werden erwartet. „Das ist meist ein fester Stamm an Teilnehmern“, sagt Jan Glock, Leiter des Forstbezirkes Taura. Viel mehr geht allerdings nicht.

Bevor es losgeht, gab es, so wie jedes Jahr, in der katholischen Kirche in Eilenburgs Bernhardistraße am Vorabend des Hubertustages den ökumenischen Gottesdienst, der im Zeichen des heiligen Hubertus, des Schutzpatrons der Jäger, steht. Dabei erklangen nicht wie üblich die Pfeifen der Orgel, sondern – eben ganz jägertypisch – Blasinstrumente der Jagd- und Parforcehorngruppe Taucha.

Punkt 8 Uhr geht die Jagd los

Am Morgen werden Jagdleiter Jan Glock und die Jagdhornbläser punkt 8 Uhr eröffnen. Auf der Torfhauswiese gibt der Forstbezirksleiter klar vor, wie, wo und wann gejagt wird. Vorgaben gibt es, die hätten aber weniger mit dem Jahrhundert-Sommer zu tun. Kolportiert werde zwar, „dass wir deshalb schwächeres Wild haben. Das kann ich aber nicht bestätigen.“ Ob und welche Auswirkungen es beispielsweise auf das Wildbret-Gewicht gibt, könnte erst in der Auswertung der Jagden zum Jahresbeginn festgestellt werden. Als Jagdleiter werde er aber dennoch eine entsprechende Freigabe formulieren, „was wird gejagt, worauf legen wir Wert, wo gibt es Einschränkungen“. Letztere sehe er derzeit nicht. Es würden auch nicht mehr für jede Wildart Abschusspläne erstellt, lediglich beim Rotwild gäbe es Zahlen.

Tierseuchenbekämpfung ist das A und O

Im Fokus, so Glock, steht die Tierseuchenbekämpfung, vor allem, was die Gesundheit des Schwarzwildes betrifft. Stichwort: Afrikanische Schweinepest. Nordsachsens Jäger seien alarmiert, weil die Krankheit rund um Deutschland bereits aufgetreten ist. „Die Jäger versuchen jetzt, mit einer Reduzierung des Schwarzwildes das Ganze aufzuhalten. Wir werden es nicht verhindern können, aber versuchen, es so weit wie möglich zu begrenzen.“ Klar, so der Forst-Chef, sei aber auch: Tritt die Krankheit hier auf, würde dies gravierende Änderungen im Jagd-Management nach sich ziehen. „Bestimmte Bereiche werden dann nicht mehr bejagt, weil man versucht, das Wild aus den betroffenen Bereichen nicht wieder rauszudrängen und so infiziertes Wild in andere Bereiche gelangt.“ Eine weitere Folge: Der Landkreis müsste Sperrzonen einrichten. Geschossenes Wild wird schon jetzt regelmäßig, also auch am Jagdtag beprobt, dafür sei eine entsprechend große Menge nötig.

Am Nachmittag wird die Jagd ausgewertet

Gegen 15 Uhr wird Strecke gelegt, das heißt, das erlegte Wild wird gesammelt und präsentiert – wiederum auf der Torfhauswiese. Von dort aus wird das Wild direkt an die regionalen Wildhändler und an Privatpersonen verkauft. Wild aus den hiesigen Wäldern, fachmännisch und tierschutzkonform erlegt und auf dem Streckenplatz frisch nach Wildart, Gewicht und Qualität verkauft – mehr Bio, so sagen die Experten, gehe sicher nicht. Die Veranstalter erwarten wieder eine Reihe an Besuchern und Gästen aus umliegenden Orten, welche sich für die natürlichen Produkte der Wälder interessieren und die Faszination Jagd hautnah erleben wollen. „Interessierte sind gern gesehen. Wir werten dann die Jagd aus“, so Glock.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Die Anforderungen an die Organisation der Jagden sind sehr hoch. Zum einen sind Treiber, Schützen und Hundeführer für etwaige Gefahren sensibilisiert. Aber auch Autofahrer, Anwohner und Spaziergänger müssen aufmerksam sein. Die betreffenden Gebiete rund um Torfhaus sind vor und während der Drückjagd durch Hinweisschilder gekennzeichnet. Waldbesucher werden gebeten, die Waldstücke zu meiden. Für die angrenzenden Straßen sind Geschwindigkeitsbegrenzungen angeordnet. Das macht auch Sinn, sagt Jan Glock. Es könne passieren, dass aufgeschrecktes Wild auch zu ungewöhnlichen Zeiten Straßen quert. Autofahrer sind deshalb angehalten, sich unbedingt an diese Sicherheitsvorschriften zu halten, damit es nicht zu Unfällen mit flüchtigem Wild oder Jagdhunden kommen kann.

Frisches Wildbret kann erworben werden

Bis zum Abschluss der Jagdzeit Ende Januar gibt es im Staatsbetrieb übrigens frisches Wildbret, vor allem von Reh, Hirsch und Wildschwein zu kaufen. Aber auch Dam- und Muffelwild seien in manchen Regionen zu haben. Dem Wildfleisch wird nachgesagt, dass es sehr gesund sei, zudem eben aus der Region komme, lecker schmecke, leicht verdaulich, cholesterin- und kalorienarm sei.

Von Kathrin Kabelitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie ist gepflastert, schmal und bei Regen ziemlich rutschig: die Staatsstraße 27 in Lampertswalde. So schnell wird sich an diesem Zustand nichts ändern, erfuhr Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) bei einem Besuch in der Leipziger Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr

10.11.2018

Rund 14 Flugstunden entfernt von seiner Heimatstadt Fukuoka besucht Masaya Kobiki seit Anfang September die Werkschule Naundorf. Der junge Japaner hat schon eine Menge von der Welt gesehen, in Europa ist er allerdings zum ersten Mal.

10.11.2018

Es war das wohl spektakulärste Duell um ein CDU-Direktmandat in Sachsen: Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz (62) gegen Christiane Schenderlein (37). Es war eine von insgesamt drei Kampfkandidaturen.

09.11.2018