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Ackerrace in Kleinböhla wirbelt jetzt schon Staub auf

Wettkampf Ackerrace in Kleinböhla wirbelt jetzt schon Staub auf

Das fünfte Ackerrace in Kleinböhla verspricht spannend zu werden. 64 Fahrer treten an die Startlinie. Auch wenn einige der alten Fahrzeuge hier ihr letztes Rennen antreten werden, verspricht der 26. August spannend zu werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Hier können die Teilnehmer ihre Autos wieder startklar machen

Quelle: privat

Kleinböhla. Es wird geschraubt, geschweißt und gehämmert. Denn die alten Fahrzeuge sollen beim fünften Ackerrace in Kleinböhla am 26. August ihr Bestes geben können. „Richtig schlimm wird es dann so zwei Wochen vorher. Wir haben extra Urlaub genommen, um bis zum Start alles fertig zu bekommen“, sagt Heino Wittig, Organisator des Ackerrace. Helfer müssen organisiert, die Straße gesperrt, Schilder, Bierwagen und Zelt aufgebaut, Steine vom Feld gesammelt und die Strecke abgesteckt werden – da, wo bisher noch der Weizen steht. Mit dem Radlader wird die Strecke auf dem Feld vorgegeben, damit sich die Fahrer daran orientieren können. An den Kurven werden insgesamt rund 160 Strohballen – für das Rennen von einem Bauern zur Verfügung gestellt – platziert, um Fahrer und Publikum zu schützen.

Die Genehmigungen werden eingeholt. „Das wird jedes Jahr schwieriger. Immer gibt es etwas Neues zu beachten“, so Silke Kaschke, die Freundin von Heino Wittig, die ihn tatkräftig unterstützt. Man könnte sagen, dass die Vorbereitungen ein ganzes Jahr lang laufen. Kurz vor dem Ackerrace spitzt es sich jedoch noch einmal zu. Am Tag vor dem Rennen, also am 25. August, findet die technische Abnahme der Fahrzeuge statt. „Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Anfragen, doch wir haben ein Limit von 64 Fahrern. Ein Privileg haben unsere Stammfahrer. Die Plätze, die dann noch zur Verfügung stehen werden an andere Fahrer verlost“, sagt Mitorganisator Mathias Tepper. Die Verlosung findet dann immer beim Autofrühling in Oschatz statt. Wo Ackerrace seit 2015 mit vertreten ist.

Rund 100 Helfer unterstützen das Rennen

Die Rennen finden von 9 bis 19 Uhr statt. „Danach sind unsere Kräfte aufgebraucht. Zwei Tage wären natürlich schön, aber uns würden dann einfach die Helfer fehlen.“ Rund 100 Helfer konnte das Team organisieren. Einige helfen im Vorfeld, andere beim Rennen selbst und am Tag danach. „Wir können froh sein, dass wir so viele Helfer haben und dafür sind wir sehr dankbar. Rund 80 Helfer davon werden am Tag selbst benötigt – es sind Freunde, Leute aus dem Dorf und mittlerweile auch Interessierte von weiter her, die mit anpacken wollen. Für die Helfer gibt es immer am Ende des Jahres eine große Dankeschön-Party“, so Wittig. Das Ackerrace endet mit einer großen After-Race-Party am Abend.

Wulf Sukale hatte die Idee

Doch wie kam es vor über fünf Jahren überhaupt zu der Idee, mit alten Wagen auf einem Feld zu fahren? „Es war Wulf Sukale, der sich darüber Gedanken gemacht hatte, ein kleines Gaudi-Rennen zu veranstalten. Doch das ließ sich nicht wirklich umsetzen. Ich dachte mir, dass wir es auch als eine Art Stoppelrennen organisieren könnten und besprach es mit Heino. Gesagt, getan. Heino Wittig stellte das zwei Hektar große Feld zur Verfügung. Schnell fanden sich Fahrer, die von der Idee begeistert waren und mitmachen wollten. So gingen am Abend im September 2013, an einem Freitag, dem 13., genau 13 Fahrer an den Start. Obwohl kaum Werbung gemacht wurde, hatte sich die Veranstaltung so schnell rumgesprochen, dass die 100 Bratwürstchen und 100 Brötchen nicht reichten. „Unser Bäcker Richter ging in seine Backstube und nahm alle restlichen Brötchen mit. Die Feuerwehr holten noch ein paar Buletten“, erinnert sich Silke Kaschke. Bald gab es kein Licht mehr auf dem Feld, so sorgte Heino‘s Trecker für die nötige Beleuchtung. Um die emotionale Siegerehrung zu gestalten.

Zum Auftakt war Kleinböhla zugeparkt

Damals lief noch alles etwas chaotisch ab. Kleinböhla war an diesem Tag im Jahr 2013 zugeparkt. Die Pkw standen sogar auf der Hauptstraße. Es herrschte ein Ausnahmezustand. Heute ist es professioneller. Es ist auch ein Fahrerlager hinzugekommen. Dieses befand sich in den ersten Jahren immer im Innenfeld der Strecke. Das erschien als zu gefährlich. Auf dem Fahrerlager besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug zu reparieren, wenn es bei einem der Rennen beschädigt wurde, um am nächsten Rennen wieder teilnehmen zu können. Die Teilnehmer sind oft nicht nur mit Schraubenzieher und Hammer, sondern auch mit Schweißgerät angereist. Im zweiten Jahr des Rennens waren es bereits 36 Autos, die mitfuhren, danach bereits 60 Pkw. „Doch ohne unsere Helfer, ohne die Kameraden der Feuerwehr aus unserem Dorf, die für die Streckenabsicherung sorgen und ohne die Sponsoren wäre ein Ackerrace nicht möglich“, so Wittig.

Vor dem Rennen ist es nicht erlaubt, die rund 400 Meter lange Strecke mit dem Fahrzeug abzufahren. Diese mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erkunden, ist gestattet. Vor dem Start gibt es eine Einweisung von Rennleiter Johann Kahr aus Großböhla. Gefahren wird teilweise in zwei Klassen. In der normalen Klasse ist die Geschwindigkeit auf 120 PS beschränkt. Die Heckklasse ist eine offene Klasse, ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. „Hier ist alles erlaubt. Es sind leistungsmäßig keine Grenzen gesetzt. Doch die Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass das Auto so originalgetreu wie möglich beim Rennen antritt. Also so, wie es auch auf der Straße fahren würde. Allerdings müssen zur Sicherheit des Fahrers die Airbags deaktiviert sein, jeder Teilnehmer muss Helm tragen, ein Hosenträgergurt muss im Fahrzeug eingebaut sein und es darf zuvor kein Rammschutz verbaut werden, da sich die Fahrer sonst zu sicher fühlen und nicht mehr vorsichtig sind. Sie sollen mit Geschicklichkeit vorbei fahren“, sagt Mathias Tepper.

Rennleiter mit sieben Fahnen gewappnet

Um für Ordnung zu sorgen, stellt sich der Rennleiter in diesem Jahr in das Innenfeld, um in das Renngeschehen besser eingreifen zu können. Gewappnet ist er mit sieben Fahnen mit unterschiedlichen Farben. Wird die rote Fahne geschwenkt, bedeutet das den Abbruch des Rennens. Gelb signalisiert Gefahr – der Fahrer hat sich der Fahrweise anzupassen, langsam zu fahren und gegebenenfalls anzuhalten. Dann herrscht zudem ein Überholverbot. Grün hebt dieses wieder auf. Blau heißt : Überrunden lassen, schnelles Fahrzeug dahinter. Schwarz disqualifiziert den Fahrer, halb schwarz / halb weiß ist eine Verwarnung. Schwarz/weiß kariert zeigt das Ziel, also das Ende des Rennens an. Um vorab zu wissen, was diese Fahnen bedeuten und um andere Regeln zu kennen, bekommen die Teilnehmer vorher ein Ackerrace-Reglement. Hierin enthalten sind unter anderem die Zulassungsvoraussetzungen für die Fahrzeuge, das Verhalten auf der Rennstrecke, sowie die Regeln. Ziel ist es, unter den ersten drei Fahrzeugen zu sein, die das Ziel erreichen – und das so fair wie möglich. Von den 60 Fahrern bleiben am Ende sechs übrig. Dann folgt das Entscheidungsrennen. Alle sechs bekommen einen Preis, für die drei Besten gibt es einen Pokal. Zur Sicherheit stehen Rettungssanitäter zur Verfügung. Doch bis auf ein paar kleinere Beulen und Blasen an den Händen, Bienen- und Sonnenstich, gab es beim Ackerrace bisher keine großen Verletzungen.

Den Wanderpokal – ein Lenkrad mit eingravierten Namen der vergangenen Gewinner – erhält der Fahrer des optisch am schönsten hergerichteten Fahrzeuges. „Wir haben ein Fahrzeug mal von den Kindern des Kindergartens bemalen lassen. Wir haben es im Anschluss lackiert und damit auch gewonnen. Das Lenkrad durften die Kinder dann für ein Jahr behalten.“ Heino Wittig denkt an die vielen freudigen Gesichter der Kinder. „Viele der teilnehmenden Fahrzeuge sind nach dem Rennen hinüber. Einige lassen es nach dem Rennen auch einfach stehen. So auch ein Teilnehmer, dessen Fahrzeug bei Rennantritt sogar noch für den Straßenverkehr zugelassen war und TÜV hatte. Er schraubte seine Nummernschilder vor dem Ackerrace ab. Das Fahrzeug konnte nach dem Rennen nicht mehr genutzt werden und blieb in Kleinböhla stehen“, sagt Wittig.

Die Zählerwagenmädels haben jedes Jahr die Aufgabe, kräftig die Runden zu zählen und einen klaren Kopf zu behalten. Als dank gab es 2016 zum ersten Mal ein Helfer-Frauenrennen. „Das war sehr witzig, auch wenn das Feld da bereits so zerfahren war, dass knietiefe Löcher darin waren“, erinnert sich Susann Zierold, die Freundin von Mathias Tepper.

Gasoline Girls zum zweiten Mal dabei

Für die Gäste gibt es also immer auch neben dem Rennen noch etwas zu sehen. So treten dieses Jahr zum zweiten Mal die Gasoline Girls auf. „Wir sind sechs Mädels, die gemeinsam tanzen. Zur Dankeschön-Feier im Jahr 2015 haben wir uns überlegt, was wir zur Pausenbespaßung anbieten könnten. So hatten wir 2016 unseren ersten Auftritt beim Ackerrace. Die Lieder haben wir selbst gewählt, die Tänze selber einstudiert“, sagt Susann Zierold. Getanzt wird zur Mittagspause auf der Strecke. „Bei unserem ersten Auftritt fuhren wir mit einem Amischlitten vor und führten zwei Tänze auf. In diesem Jahr haben wir ebenfalls zwei Tänze für die Mittagspause und noch etwas für den Abend einstudiert.“ Für die Kleinen ist eine Hüpfburg aufgebaut.

Zum Jubiläum von Ackerrace soll es in diesem Jahr eine kleine Überraschung geben. Es gibt einen Teilnehmer, der bisher jedes Jahr mit demselben Fahrzeug beim Ackerrace antrat. Während andere sich neue alte Autos angeschafft und diese auf Vordermann gebracht haben, erweckte dieser Teilnehmer den Pkw immer wieder zu neuem Leben. Wenn er auch in diesem Jahr wieder mit diesem Fahrzeug auftaucht, darf er sich auf eine Überraschung freuen.

Auch wenn es schön ist, in Erinnerungen zu schwelgen und sich auf das Rennen zu freuen, stehen nun erstmal einige anstrengende Tage bevor. Doch all das wird vergessen sein, wenn am Morgen des 26. Augusts das ganze Dorf um 7 Uhr morgens mit dem Lied „Guten Morgen Sonnenschein“ von Nana Mouskouri geweckt wird. Denn dann steht ein spannender Tag bevor, der viel zu schnell wieder vorbei gehen, aber lange in Erinnerung bleiben wird.

Von Kristin Engel

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