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Oschatz Adelsfamilie kauft Schloss Leuben bei Oschatz
Region Oschatz Adelsfamilie kauft Schloss Leuben bei Oschatz
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15:46 26.02.2018
Quelle: Heinz Großnick
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Oschatz/Leuben

Eigentlich sollte es nicht öffentlich gemacht werden, bevor Konditionen ausgehandelt und ein Vertrag geschrieben sind. Doch der Buschfunk hat die Nachricht längst verbreitet: Für Schloss Leuben gibt es einen Kaufinteressenten. Wie OAZ erfuhr, ist es die Familie Marion und Leo von Sahr-Schönberg. Marion von Sahr-Schönberg ist Anwältin und Vorsitzende der Kulturstiftung des sächsisch-thüringischen Adels und der von Schönbergschen Stiftung. In dieser Funktion lernten sie Oschatzer schon bei der Veranstaltungsreihe Galeriegespräch im Müntzer-Haus kennen. Zudem ist sie seit Jahren engagiertes Mitglied des Fördervereins Schloss Leuben. Leo von Sahr-Schönberg ist ausgebildeter Bankkaufmann und Jurist. Jahrzehnte arbeitete er für die IKB-Bank in verschiedenen verantwortungsvollen Positionen, ehe er Leiter Finanzen der Preiss-Daimler-Gruppe in Wilsdruff wurde, zu der auch das Oschatzer Glasseidenwerk gehört. Inzwischen im Ruhestand, begleitet er zahlreiche Ehrenämter unter anderem bei der Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens und ist Senior des von Schönberg’schen Familienverbandes. Mit Schloss Dahlen und Schloss Leuben ist die Familie durch Ahnen verknüpft.

Lebensmittelpunkt soll von Panitzsch nach Leuben verlegt werden

Bereits am Sonntagnachmittag gab es ein Treffen der Mitglieder des Schlossvereins mit Vertretern der Familie, um den Eigentümerwechsel vorzubereiten. „Erste Überlegungen zum Kauf des Anwesens hat es bereits in unserer Familie Ende 2008, Anfang 2009 gegeben“, erzählt Philipp von Sahr, der mit seinen Eltern in das Schloss einziehen will. Dann ruhte das Vorhaben, bis Weihnachten 2016 „die Idee aufgewärmt“ wurde. Alle drei wollen ihren Lebensmittelpunkt von Panitzsch nach Leuben verlegen, wo die Familie derzeit einen Obsthof besitzt. „Planer und künftiger Bauleiter haben mit uns schon Pläne für den Umbau entworfen, denn unser Ziel ist, 2019 ins Schloss zu ziehen“, so Philipp von Sahr.

Hofladen geplant mit Produkten vom „Schloss Rind“ geplant

Das nebenan gelegene Areal mit Werkstätten und Scheune, das gegenwärtig noch der Regionalvereinigung der Lebenshilfe Oschatz gehört, will Philipp von Sahr selbst kaufen. Er plant hier unter anderem, einen Hofladen einzurichten. In ihm sollen beispielsweise Produkte vom „Schloss Rind“ Dahlen angeboten werden. Den Landwirtschaftsbetrieb betreibt er gemeinsam mit seinem Bruder Ferdinand. Ferienwohnungen und öffentlich zugängige Räume sollen ebenso entstehen.

„Unsere Familie legt Wert darauf, dass Teile des Schlosses in Leuben öffentlich zugänglich bleiben wie beispielweise für Führungen und auch Vereine wie der Schlossverein die Möglichkeit bekommen, sich zu treffen“, so Philipp von Sahr. Die Familie hätte hier viele sehr engagierte, offene und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Die Region sei wunderschön und biete noch viel Potenzial. „Der Erwerb von Schloss und Scheune ist seit Montag amtlich. Wir waren beim Notar“, erklärt Philipp von Sahr.

Der Leubener Schlossverein erwarb 2004 zu einem symbolischen Preis das historische Areal. Die Mitglieder räumten mit Unterstützern seitdem nicht nur außen und innen auf, sondern wagten sich ebenso an die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Tausende Euro an Förder- und Stiftungsgelder wurden seitdem verbaut. Ein Projekt, das dem Verein nun wohl auch Grenzen bewusst machte und aufzeigte. Vereinsvorstand Marek Schurig brachte es kürzlich mit einem Satz auf den Punkt: „Ich möchte noch erleben, dass das Schloss fertig saniert ist.“

Fördergelder müssen nicht zurück erstattet werden

Angst, bereits erhaltene Fördergelder zurück erstatten zu müssen, brauchen die Mitglieder nicht haben, da es sich nicht um Mittel für wirtschaftliche Zwecke, sondern für den Schutz eines Denkmals handelte. Von Seiten der Denkmalsbehörde gebe es da keine Probleme. Der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, als Privatmann Mitglied im Förderverein Schloss Leuben, wusste bereits im vorab von der Kaufabsicht der Familie von Sahr-Schönberg. „Die Familie hat sich bei mir als Oberbürgermeister gemeldet. Sie stellte das Konzept für das Schloss und die weiteren Pläne vor und fragte an, ob diese zu unserem städtischen Entwicklungskonzept für Oschatz und dem Ortsteil Leuben passen“, so der OBM auf Anfrage. Die Stadt Oschatz ist Eigentümerin des im französischen Stil angelegten Parks, der an das Schloss grenzt.

Von Bärbel Schumann

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