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Oschatz Älteste Oschatzerin feiert 110. Geburtstag
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17:16 17.01.2013
Oschatz

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Von Gabi Liebegall

Die Seniorin wohnt in einem Zimmer der Häuslichen Krankenpflege Silvia Ihm. Alles ist schön aufgeräumt. Einen Fernseher braucht sie nicht, denn Johanna Klink nimmt gern am Leben in der Einrichtung teil. "Sie ist die meiste Zeit mit anderen Bewohnern im Gemeinschaftssaal", erklärt Schwester Rosi und meint, dass es schon an ein Wunder grenzt, wie agil die alte Dame noch ist.

Johanna Klink möchte sich unterhalten, aber "junge Mitbewohner, die 80- oder 90-Jährigen haben oft kein Interesse, sie schauen nur so in den Tag hinein". Das mache sie traurig.

Von wegen den Ruhestand genießen: Da brauchen sich die Mitarbeiter von Silvia Ihm keinen Illusionen hingeben. "Wir müssen mit ihr sogar englische Vokabel üben." Und damit diese Aussage auch glaubhaft rüber kommt, fängt Johanna Klink sofort an, die Ziffern Eins bis Zehn in englischer Sprache aufzusagen - einen Tag vor ihrem Geburtstag. Und dann sagt sie plötzlich: "Ich bin ja so aufgeregt", womit sie ihr Jubiläum meint.

Die Krankenpflegerinnen haben gestern die Kaffeetafel hergerichtet, denn die Jubilarin erwartet Gäste, unter anderem ihre Tochter, den Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, Freunde und Bekannte. Selbstredend hat sie sich frisieren lassen, denn ein Foto einfach so - das geht gar nicht. Darin ist sie eigen.

Hübsch hat sich Johanna Klink für diesen Tag und ihre Gäste gemacht. Frisch frisiert, kann sie einige Jahre wegmogeln. Muss sie aber gar nicht, weil sie noch fit und immer gut für eine Überraschung ist.

Zu den Gratulanten gehören der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos), Frank und Bärbel Bohmann sowie Ute und Horst Zieger. Die Paare kennen Johanna Klink schon lange, denn sie waren Nachbarn, Bohmanns in der Rudolf-Breitscheid-Straße und Ziegers in der Dresdener Straße. Ihre Tochter, ihre beste Freundin und zwei Mitarbeiterinnen vom DRK, die Johanna Klink, bevor sie zu Silvia Ihm kam, viele Jahre zu Hause betreuten, gratulieren ebenfalls.

Jeder Gast wird von der Seniorin herzlich willkommen geheißen. Ihre Freude ist nicht zu übersehen. Als zu Ehren von Johanna Klink angestoßen wird, hat sie das Bedürfnis, auch ein paar Worte zu sagen. Dazu steht sie auf: "Vielen Dank, meine lieben Gäste!" Dann nimmt sie gleich wieder Platz.

Bei einer solchen Gelegenheit, wird auch in Erinnerungen "gestöbert". Frank Bohmann erzählt aus der Zeit in der Rudolf-Breitscheid-Straße. "Als sie ihre Wäsche aufhing, hat es immer nach Essig gerochen. Sie hat Essig als Weichspüler benutzt", erzählt er. Johanna Klink nickt. Sie weiß es noch.

Im Gespräch an der Kaffeetafel wird deutlich, dass die Familien Bohmann und Zieger noch immer wichtige Bezugspersonen für Johanna Klink sind, denn sie haben sich nie aus den Augen verloren.

Die 110-Jährige fühlt sich wohl bei "Ihms". Deshalb hoffen alle auf ein Wiedersehen am 17. Januar 2014.

Die Eltern und die drei Schwestern, alle drei geborene Prödel, sind sehr alt geworden. Die jüngste Schwester von Johanna Klink ist 2005 mit 98 Jahren gestorben, die mittlere 2011 im Alter von 105 Jahren. Johanna Klink freut sich, ein so hohes Alter erreicht zu haben. Vor allem deshalb, weil sie noch am Alltag teilnehmen kann und möchte.

Bewundernswert ist ihr Gedächtnis. Darum beneiden sie viele, auch Tochter Helga (74), die aus der Nähe von Dortmund zum Geburtstag gekommen ist.

Wenn die Seniorin nach früheren Ereignissen gefragt wird, kann sie sich jedes Mal daran erinnern, auch wenn sie dazu etwas Zeit braucht. Wenn Gratulanten auch Grüße von anderen Leuten mitbringen und ihr ausrichten, weiß sie stets, um wen es sich handelt.

Johanna Klink ist definitiv die zweitälteste Person in Sachsen, nach einer Seniorin in Makersbach, die ebenfalls 110 Jahre feiern konnte. Der älteste Mann in Deutschland lebt in Neuruppin. Er wurde kurz vor Johanna Klink 110 Jahre alt. GL

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