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Oschatz Ärger über lädiertes Gefallenen-Denkmal auf Oschatzer Friedhof
Region Oschatz Ärger über lädiertes Gefallenen-Denkmal auf Oschatzer Friedhof
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09:44 30.05.2018
Bei den Jahreszahlen, die am Stein in der Mitte des Denkmals auf dem Oschatzer Friedhof angebracht sind, fehlt eine Ziffer. Quelle: Foto: Christian Neffe
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Oschatz

Denkmale sind unverzichtbar. Sie erinnern uns an das, was war, geben Orientierung für die Zukunft, sind Orte des Gedenkens und des Trauerns. Deshalb sollte eine regelmäßige Pflege außer Frage stehen.

Auf dem städtischen Friedhof in Oschatz aber mangelt es an der nötigen Pflege. Dieser Meinung ist zumindest Manfred Wirth. Der Oschatzer äußerte gegenüber der OAZ und der Stadtverwaltung seinen Unmut über den Zustand des Weltkriegsdenkmals nahe des Friedhofseingangs.

Die „1“ fehlt

Dass der Grünschnitt nicht optimal sei und viele kleine Zweige herumlägen, sei nur ein Teil des Problems. Ärgerlich für den 73-Jährigen ist vor allem der Zustand der Holzkreuze, die kreisförmig um einen Gedenkstein angeordnet und den Oschatzern gewidmet sind, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Einige ragen schief aus dem Boden heraus, bei einem ist der Querbalken abgebrochen. Am Gedenkstein, der in der Mitte thront, fehlt eine Zahl, so dass der Zeitraum des Krieges nun mit „939 – 1945“ angegeben wird.

„Da muss dringend etwas getan werden“, fordert Wirth. Schließlich gäbe es in Oschatz nach wie vor Trauernde, die dort ihrer Angehörigen gedenken, wie man an den vereinzelten Kerzen und Blumen erkennen könne.

Wirth schlägt Arbeitseinsatz vor

Er selbst gehört nicht dazu, sagt Manfred Wirth, dennoch ist ihm ein ordentlicher Zustand des Denkmals wichtig – nicht nur aus Gründen der Ansehnlichkeit. „Es sind schließlich immer noch Menschen, derer dort gedacht wird.“ Der 73-Jährige spricht sich außerdem für einen gemeinschaftlichen Arbeitseinsatz an der betreffenden Stelle des Friedhofs aus.

Im Kontrast dazu steht das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das am östlichen Ende des Friedhofs steht. Die 1920 errichtete Gedenkwand und die zahlreichen steinerne Grabstelen wurden zwischen 2007 und 2013 komplett saniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 40 Jahren DDR und einer ruhelosen Nachwendezeit waren die Wand und die Grabsteine verfallen. Das Vorhaben verschlang knapp 220 000 Euro, finanzielle Unterstützung erhielt die Stadt von Bund, Freistaat und Landratsamt durch Mittel des Denkmalschutzes sowie durch die Sparkassenstiftung. Damals gab es auch Kritik aus dem Stadtrat.

Die Stadt will die Mängel und Schäden nun prüfen.

Von Christian Neffe

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